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09.01.2017 Öffentlichkeitsarbeit für soziale Einrichtungen Von: Christian Müller 0 Kommentare

Anchor: Podcasting für Nicht-Podcaster und Soziale Einrichtungen

Seit einigen Wochen setze ich neben Video in meiner Kommunikation verstärkt auf Audio. Zwar betreibe ich seit mehreren Jahren auch einen Podcast, doch meine aktuelle Audio-Kommunikation findet auf einer etwas anderen Audio-Plattform statt: Anchor. Warum ich die Plattform nutze und welches Potenzial ich dort - auch für NGO und Soziale Einrichtungen - sehe, beschreibe ich im heutigen Artikel.

Audio ist online ein spannendes Medium. Während Video-Formate und -Nutzung in den letzten Jahren massiv gewachsen sind, ist es im Audio-Bereich relativ still. Natürlich ist die Community rund um Sendegate und Podcasting aktiv. Diese Entwicklung – und Podcasting an sich – interessieren mich auch sehr.

Es ist kein Zufall, dass ich letztes Jahr einen Podcast-Workshop mit Gordon Schönwälder durchgeführt und viel mit Marc Kummer, Matthias Palm und Benedikt Geyer gesprochen habe.

Doch außerhalb der Podcast-Szene wird das Thema Audio kaum aktiv angegangen. Die Ankündigung von Facebook, Anfang 2017 Audio-Livestreaming einzuführen, ist die erste ernsthafte Integration von Audio in ein (großes) soziales Netzwerk.

Kurzer Hinweis: Für die eiligen Leserinnen und Leser gibt es am Ende des Artikels eine Zusammenfassung in Form eines zweiminütigen Audio-Beitrags. Natürlich via Anchor publiziert.

Anchor: Besonderheiten und Potenzial


Anchor ist – zumindest in Deutschland und im deutschsprachigen Raum – noch recht unbekannt. Und dennoch ist es das erste Audio-Netzwerk – neben Soundcloud – das ich aktiv und ganz bewusst nutze. Denn Anchor weist drei Besonderheiten auf, die mich aktuell überzeugen.

  1. Kurze Audio-Beiträge. Anchor-Beiträge – sie heißen hier Waves – sind maximal zwei Minuten lang. Durch dieses Begrenzung ähneln Waves stark den Sprachnachrichten, die inzwischen über WhatsApp, Facebook-Messenger, Snapchat und andere Messenger verschickt werden können. Natürlich ist es ein anderer Kontext, doch das Format ist inzwischen recht weit verbreitet und akzeptiert.
  2. Keine Bearbeitungsoptionen. Eine einmal aufgenommene Wave kann ich zwar Korrektur hören und auch mit Hintergrundmusik hinterlegen – die ich aktuell noch zu laut finde – doch ich kann sie nicht bearbeiten. Entwürfe speichern, eine Wave schneiden oder trimmen? Fehlanzeige. Anchor zwingt dazu, eine Wave entweder dutzendfach neu aufzunehmen oder mit der einen oder anderen Unzulänglichkeit zu leben. Für mich ein Vorteil, denn so wird mein Perfektionismus ausgeschaltet.
  3. Audio-Antworten sind möglich. Innerhalb der Anchor-App kann ich auf Waves antworten. Diese Funktion wird natürlich nur mit wachsender Nutzung im deutschsprachigen Raum wirklich interessant, doch sie zeigt, dass Anchor mehr sein will als eine reine Audio-Plattform. Netzwerk-Elemente sind bereits mitgedacht.

Da Anchor beileibe nicht neu ist – die App gibt es bereits seit Februar 2016 – ist die Frage legitim, warum ich sie gerade jetzt aktiv nutze. Ein ganz praktischer Grund: Die App war lange nur für iOS verfügbar. Die Android-Version kam erst später nach.

Zwar nutze ich heute wieder ein iPhone, doch ich war die letzten zwei Jahre auf Android unterwegs. Zudem halte ich eine Android-App – angesichts der weiten Verbreitung des mobilen Betriebssystems – für ein wie auch immer geartetes soziales Netzwerk für unverzichtbar.

Der andere Grund ist meiner pragmatischen Haltung geschuldet. Sprachnachrichten sind erst im letzten Jahr wirklich bei der breiten Masse der Nutzer angekommen. Für mich noch wichtiger: Auch meine Bedarfsgruppe und damit die Menschen, die ich erreichen will, beginnen jetzt, Sprachnachrichten zu nutzen. Zumindest gewöhnen sie sich daran.

Anchor: Audio-Formate für NGO und Soziale Einrichtungen

Ein kurzer Hinweis: Auch wenn ich mich bei den folgenden Punkten auf den Einsatz für NGO und Soziale Einrichtungen konzentriere sind die Tipps nicht auf diese Gruppe beschränkt. Freiberufler, Start Ups und KMU können die nachfolgend beschriebenen Strategien und Taktiken ebenfalls für sich adaptieren.

Grundsätzlich unterscheide ich bei der Anchor-Nutzung zwischen drei Szenarien:

  1. Sie podcasten bereits. Wenn Sie aktuell schon einen Podcast für Ihre NGO oder Soziale Einrichtung pflegen, kann Anchor eine hervorragende Ergänzung zu längeren Formaten sein.
  2. Sie produzieren bereits Video, jedoch noch keine Audio-Formate. Wenn Sie bereits für YouTube, Facebook oder andere Netzwerke Videos produzieren, kann Anchor Ihr Einstieg in die Audio-Welt sein.
  3. Sie nutzen bisher weder Video noch Audio. Wenn Sie bisher primär mit Text und Bildern kommunizieren, kann Anchor der erste Schritt hin zu multimedialen Formaten sein.

Alle drei Szenarien zeigen, warum ich die Überschrft für diesen Artikel gewählt haben. Anchor bietet als Audio-Plattform und -Netzwerk grundsätzlich ähnliches Potenzial wie ein eigener Podcast, jedoch ohne den damit verbundenen Aufwand.

Wichtig: Ich schreibe bewusst von ähnlichem Potenzial. Natürlich bietet ein eigener Podcast mehr Möglichkeiten und eine höher Kontrolle über die Inhalte, als es Anchor kann.

Haben Sie bereits einen eigenen Podcast, können Sie Anchor für Teaser, Zitate und Auszüge nutzen. Schneiden Sie beispielsweise zwei Minuten aus einer Sendung heraus, die das Thema auf den Punkt bringen und Lust auf mehr machen. Oder Sie nutzen Ihre Wave, um einige Worte zu Ihrer Gesprächspartnerin oder Ihrem Gesprächspartner zu sagen und so Interesse an der Person zu wecken. Am Schluss und im Beschreibungstext der Wave verweisen Sie dann auf die vollständige Podcast-Folge.

Alternativ oder ergänzend können Sie auch interessante Zitate aus einer Podcast-Folge in der Wave aufgreifen und kurz auf diese eingehen. Dieses Format können Sie auch ohne eigenen Podcast nutzen, dann fällt lediglich der Verweise auf de Podcast-Folge weg.

Bonus-Tipp: Wenn Sie ohnehin schon Zitate für Anchor heraussuchen und dann via Audio besprechen, können Sie daraus auch Bildzitate für Instagram – oder kurze Videos für Snapchat oder Facebook – kreieren. Die Aufbereitung als Bild oder Video nimmt dan noch mal Zeit in Anspruch, doch das Zitat haben Sie ja bereis ausgewählt.

Zweitverwertung von Video, Kurzinterviews und Audio-Zusammenfassungen

Produzieren Sie bereits Video-Formate für ein oder mehrere Netzwerke, können Sie Anchor für die Zweitverwertung der Audio-Spur nutzen. Kurze Sequenzen aus Interviews, besonders aussageräftige Zitate oder Fragen und Antworten eigenen sich hierfür besonders gut. Ganz nebenbei fungieren diese Waves dann auch als Appetitmacher für Ihre Videos.

In Langform nutze ich schon länger Soundcloud für diesen Zweck. Hier veröffentliche ich Audio-Spuren längerer Video-Interviews als Podcast. Das mag nicht die reine Lehre des Podcastings sein, doch diese Audio-Versionen kommen gut an.

Ich sehe diese Zweitverwertung als Service für Leser, Zuschauer und Zuhörer. Wenn ich Inhalte als Text, Video und Audio – jeweils angepasst auf Medium und Plattform/Netzwerk – bereitstelle, kann sich jede und jeder das individuelle Lieblingsmedium für die Informationsaufnahme heraussuchen.

Neben dieser Zweitverwertung von Video können Sie Anchor aber auch noch anders nutzen. Die folgenden Formate funktionieren sowohl begleitend zu bereits bestehender Audio- und Videokommunikation als auch als erste Schritte in die Audio- und Multimediawelt.

Natürlich sind diese Formate längst nicht das Ende des Anchor-Potenzials. Wenn Sie Ihr eigenes Format finden und Ihre Waves regelmäßig produzieren und veröffentlichen, sind die Möglichkeiten zahlreich.

Anchor: Twitter für Audio


Vielleicht stimmt der Spitzname, den Anchor in der Social-Media-Community bekommen hat, in diesem Fall tatsächlich: Twitter für Audio. Wie Twitter können Sie auch Anchor vielseitig einsetzen.

Und wie Twitter ist auch Anchor in Deutschland noch längst kein Massennetzwerk. Der große Vorteil von Anchor gegenüber Twitter: Das Netzwerk an sich muss Ihnen keine Reichweite bieten. Sie können Anchor auch schlicht als Audio-Plattform sehen und Ihre Beiträge in andere Netzwerke teilen.

Wenn Sie Anchor für Ihre Soziale Einrichtung oder Ihre Kommunikation nutzen, freue ich mich auf Ihr Feedback und einen Link zu Ihren Beiträgen. Und wenn Sie Fragen in den Kommentaren stellen, beantworte ich diese gerne.

P.S.: Da Waves Beiträge auf den Anchor-Servern liegen empfehle ich Ihnen, Ihre Beiträge regelmäßig zu exportieren und zu sichern. Sollte Anchor eines Tages die Schotten dicht machen, haben Sie so ein Archiv Ihrer Audio-Beiträge und können diese weiter nutzen.


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Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

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