• Snapchat-Symbol
  • Twitter-Symbol
  • Facebook-Symbol
  • Google+-Symbol
  • YouTube-Symbol
  • Soundcloud-Symbol
  • Xing-Symbol
  • LinkedIn-Symbol
  • Skype-Symbol
  • RSS-Symbol
19.03.2014 Kommunikation Von: Christian Müller 5 Kommentare

10+1 Selbstverständlichkeiten in der Kommunikation von KMU

Beim Thema Kommunikation und Social Media für KMU gibt es viele Tipps, die im ersten Augenblick banal und selbstverständlich klingen, beim Blick in die Praxis aber viel zu selten angewandt und fast nirgends umgesetzt werden. Dieser Widerspruch wirkt im ersten Augenblick irritierend und scheint absolut nicht nachvollziehbar zu sein. Doch des Rätsels Lösung ist aus meiner Sicht relativ einfach: Prinzipien, die von allen für selbstverständlich gehalten werden, erhalten genau deshalb viel zu wenig Aufmerksamkeit und werden vernachlässigt – sie sind ja ohnehin selbstverständlich. Doch genau hier liegt der Irrtum.

Scheinbare Selbstverständlichkeiten bilden die
Basis erfolgreicher Kommunikation – und sind eben nicht selbstverständlich.

Freelancer Alterantiven

10+1 Selbstverständlichkeiten in der Kommunikation von KMU

Inspiriert von einem Facebook-Kommentar der geschätzten Alexandra Graßler – ihr findet ihn unten – nehme ich mir heute zehn scheinbare Selbstverständlichkeiten aus der Kommunikation von KMU vor und setze noch eine völlig banale Selbstverständlichkeit drauf. Warum das Ganze? Um zur Reflexion anzuregen und deutlich zu machen, dass es sich eben nicht um Selbstverständlichkeiten handelt und es gerade diese grundlegenden Prinzipien sind, die erfolgreiche Kommunikation ausmachen – auch wenn sie banal wirken.

1. Kommunikation ist Arbeit, die ernsthaft betrieben werden muss.

Das ist doch wohl absolut klar und selbstverständlich, oder? Stimmt schon, doch wie viele Unternehmen kennt ihr, bei denen die Kommunikation nur mitläuft und von Mitarbeitern neben ihrer eigentlichen Arbeit erledigt werden soll? Es dürften zu viele sein. Daher meine Bitte: Nehmt Kommunikation ernst und akzeptiert, das es Arbeit ist, die Zeit und Energie braucht.

2. Kommunikationsmitarbeiter brauchen Fachwissen und Kompetenz.

Überraschung, wirklich? Eine spezialisierte Aufgabe braucht Fachwissen und Kompetenz? Ist im Grunde jedem klar, doch auch hier gilt: Viele Unternehmen – und das gilt nicht nur für KMU – ignorieren diese Grundsatz bei der Kommunikation fahrlässig und zahlen oft den Preis in Form von Reputationsschäden. Schult Eure Mitarbeiter bitte und gebt ihnen die Chance, Fachwissen und Kompetenz aufzubauen.

3. Kommunikation muss langfristig geplant werden.

Beziehungs- und Reputationsaufbau können nicht über Nacht stattfinden und brauchen Zeit und Energie. Keine Neuigkeit soweit, doch viele Unternehmen erwarten sofortige Ergebnisse, enorme Umsatzsprünge oder Erfolge in den ersten Wochen. Das ist komplett unrealistisch und sabotiert jede Kommunikation.

4. Kommunikation kostet Geld.

Moment, Mitarbeiter die arbeiten und Kanäle die aufgebaut werden müssen, kosten Geld? Aber es heißt doch immer, Social Media bieten kostenlose Reichweite? Ja, heißt es und… ist Bullshit! Vergesst das ganz schnell. Kommunikation – egal ob in den Social Media oder in anderen Medien – kostet Zeit und Geld. Das notwendige Budget müsst ihr daher vorsehen und einplanen, wenn ihr Euch an ernsthafte Kommunikation macht.

5. Zuerst kommt die Leistung, dann die Kommunikation.

Auch hier keine Überraschung, um sinnvoll und erfolgreich kommunizieren zu können, müsst ihr erstmal über gute Produkte und Dienstleistungen – kurz gesagt: hervorragende Leistung – sprechen können. Viel zu viele Unternehmen wollen schlechte Produkte oder interne Probleme durch Kommunikation ausgleichen und erhoffen sich Wunder davon. Funktioniert nicht, wird ein Desaster. Garantiert.

Selbstverständlichkeit

6. Kunden wollen respektvoll behandelt werden.

Absolut klar, keine Diskussion, oder? Akzeptiert, doch warum müssen Kunden dann auf Facebook, Twitter oder anderen Netzwerken Tage auf Reaktionen warten oder bekommen gar keine Antworten? Warum werden sie mit unqualifizierten Antworten oder Textbausteinen abgespeist? Exakt, mit respektvollem Umgang hat das nichts zu tun.

7. Themen müssen für Leser interessant sein, nicht für das Unternehmen.

Okay, klingt überzeugend, oder? Wenn die Themen für Leser uninteressant sind, wird die Artikel niemand lesen, kommentieren oder teilen. Leider sprechen viel zu viele Unternehmen nur über sich und verwechseln ihre Kommunikationskanäle scheinbar mit Werbeflächen. Wenn ihr nur über Euch sprecht solltet ihr Euch bitte nicht wundern, wenn sich niemand dafür interessiert.

8. Netzwerkarbeit ist für Unternehmen entscheidend.

Ach echt, ne, wirklich jetzt? Ernsthaft: Jedem ist klar, dass der Aufbau eines tragfähigen und aktiven Netzwerks wichtig ist. Doch warum verlinken Corporate Blogs dann so selten auf andere Blogs und Artikel? Warum beteiligen sich Unternehmen nicht aktiv an Diskussionen, ohne gleich eigene Beiträge auf werbliche Art und Weise zu verlinken? Warum gibt es dann so wenig Verweise unter den Blogs und Social Media Präsenzen? Genau, mit Netzwerkarbeit hat das nichts zu tun.

9. Kommunikationskanäle sollten kontinuierlich betreut werden.

Klar, nachvollziehbar und verständlich. Doch ein Blick in die sozialen Netzwerke und auf Corporate Blogs zeigt, das viele Unternehmen ihre Kanäle verwaisen und brachliegen lassen, sie nicht aktiv und kontinuierlich betreuen und lange Pausen zulassen. Mein Tipp: Beginnt lieber mit geringerer Frequenz, die ihr dafür dauerhaft durchhalten könnt, ohne das lange Pausen entstehen.

10. Kritik ist Teil aktiver Kommunikation

In Teams und in der Kommunikation mit Kunden steht dieses Prinzip für die meisten Geschäftsführer gar nicht zur Debatte. Natürlich gehört Kritik zu aktiver Kommunikation. Doch in der öffentlichen Kommunikation – und hier vor allem in den Social Media – sieht das ganz anders aus. Hier fürchten sie Kritik geradezu und versuchen sie unbedingt zu vermeiden – auch um den Preis der Inaktivität. Löst Euch bitte von dieser Angst, Kritik bringt Euch auch in der Kommunikation weiter und ist wichtig, sie stellt keine Gefahr dar.

Die genannten zehn Punkte scheinen selbstverständlich zu sein, sind es jedoch ganz und gar nicht. Nehmt die Liste bitte nicht als Kritik, sondern einfach als Anregung zur Reflexion und als Anlass für einen selbstkritischen Blick auf die eigene Kommunikation. Zum Schluss habe ich noch die größte Selbstverständlichkeit überhaupt für Euch, die leider ebenfalls nicht selbstverständlich ist:

Unternehmen kommunizieren immer mit Menschen
und die sind viel mehr als Kunden und laufende Geldbeutel.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

Twitter-Symbol Facebook-Symbol YouTube-Symbol Soundcloud-Symbol Xing-Symbol LinkedIn-Symbol Skype-Symbol

Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

mseubert2013  |   19. März 2014 um 17:02 Uhr

Hallo Christian,

tolle Aufstellung! Die von dir angesprochenen Punkte sind bei weitem nicht im Kommunikationsalltag von KMU, Freiberuflern oder Solounternehmern angekommen.

Zu deinem Punkt 4 “Kommunikation kostet Geld” gehört die noch häufig verbreitete Meinung, dass Text billig zu beschaffen sei. Entweder schreibt mal der Praktikant einen Webtext oder man kann ja einen Freelancer für 1-2 ct pro Wort beauftragen. Wo soll hier Qualität entstehen, die dem Leser Mehrwert in Form von Information oder Unterhaltung liefert? Wie kann ein derartig entstandener Text z. B. SEO-Kritierien genügen, um den eigenen virtuellen Kommunikationsauftritt (= Website) zu unterstützen?
Social Media sei kostenfrei … ich selbst habe dies erst kürzlich wieder in einer Veranstaltungsankündigung gelesen (und darüber gebloggt). Es macht mich wütend, dass falsche Hoffnungen in den Unternehmern geweckt werden, die zwangsläufig und verständlicherweise in eine Enttäuschung über die Disziplin “Kommunikation” münden.

Deine 10+1 kommunikativen Selbstverständlichkeiten für KMU sind noch lange nicht selbstverständlich.
Lernbereitschaft, Offenheit für Kommunikation im realen und virtuellen Leben sowie realistische Annahmen dabei, was mit authentischer Kommunikation erreichbar ist … damit wären m. E. n. KMU auf dem Weg, Kommunikation nicht als lästiges Anhängsel, sondern als sportliche Herausforderung im Unternehmensalltag zu betrachten.

Denn Kommunikation macht – bei aller Arbeit – Spaß und verbindet Menschen, – und nicht, wie du so schön geschrieben hast, Unternehmen mit dem Geldbeutel von Kunden.

Besten Gruß,
Manuela

Christian Müller  |   19. März 2014 um 17:12 Uhr

Hallo Manuela,

danke dir für den umfangreichen Kommentar. Dann war der Artikel zu den Kosten der Social Media bei dir, ich hatte noch so was im Hinterkopf, hab ihn auf die schnelle aber nicht gefunden, werde die Tage aber einen Antwort Artikel dazu schreiben und bei dir kommentieren.

Ja, Kommunikation ist Arbeit, lohnt sich aber, das Bewusstsein dafür wächst, langsam aber stetig.

Gruß,
Christian

10+1 Selbstverständlichkeiten in der Kommu...  |   19. März 2014 um 19:35 Uhr

[…] Beim Thema Kommunikation und Social Media für KMUs gibt es viele Tipps, die im ersten Augenblick banal und selbstverständlich klingen, beim Blick in die Praxis aber viel zu selten angewandt und fast nirgends umgesetzt werden.  […]

Sascha Tams (@TamsSascha)  |   22. März 2014 um 22:02 Uhr

Hallo,

Auch ich finde die Aufstellung auf der sehr erhellend. Ich befürchte, dass dieses wirklich wichtige Thema unter dem speziellen Aspekt der Kommunikation nach Außen (-Zum Kunden-), auch in den nächsten Jahren immer und immer wieder in den Fokus gestellt werden muss.

Ich persönlich würde hier vielleicht sogar im erweiterten Sinn von einer 10+2 “Regel” sprechen. Ein Aspekt der m.E. dringend hervorgehoben gehört, ist das „Zuhören“. Wer kommunizieren möchte, sollte ja nicht nur „sprechen“ können, sondern auch in Erfahrung bringen welche Themen (zu seinem Produkt z.B.) wichtig sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man „aneinander vorbeiredet“.

Wenn ich den Part der Kommunikation als Bestandteil der Social Media betrachte, kann ich dass vorherige Kommentar vollends nachvollziehen und ebenso beipflichten, dass Social Media nun mal eine Investition mit den damit verbundenen Kosten sind. Das Bewusstsein wächst jedoch stetig. Zumindest ist es das was ich denke, im Web zu beobachten.

Viele Grüße
Sascha

Frank-Michael Preuss  |   23. März 2014 um 18:05 Uhr

Spricht mir aus der Seele. Genau dies sind die Themen, die in der Kommunikationsberatung bei mir wesentlicher Bestandteil sind, von den Kunden häufig aber komplett vernachlässigt werden. Da wird die PR-Beratung oft zum Parcours… hoch gesteckte Ziele werden zwar erwartet, aber nicht selten die Basics der Kommunikation falsch verstanden. Es ist immer zu wenig Zeit, Geld und Geduld vorhanden – geht es nicht schnell genug, ist oft der PR-Berater der Schuldige … mittlerweile steige ich bei solchen Gesprächen oft schon ganz schnell aus und überlasse das Feld anderen. Meine zeit ist kostbar und ich möchte Kunden auf Augenhöhe, die, wenn sie um Rat fragen, auch Ratschläge annehmen und umsetzen.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfeld / ** Wird nicht veröffentlicht!

 
Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden.
Mehr dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an cm@sozial-pr.net widerrufen.