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20.01.2012 Studium Von: Christian Müller 2 Kommentare

Apple und Bildung – Der schöne Schein trügt

Apple als Wohltäter des Bildungsbereiches? – Ganz ehrlich: Ich wollte daran glauben, dass das Unternehmen aus Cupertino bis zu einem gewissen Grad aus Überzeugung handelt. Auf den zweiten Blick bleibt von dieser Hoffnung leider nicht mehr viel übrig, denn der Schein trügt. Doch der Reihe nach. Apple hat bei seinem Bildungsevent gestern Abend die nächste Generation der Lehrbücher, ein komplett überarbeitetes iTunes U und das Programm iBooks Author vorgestellt. Die neuen Lehrbücher, die mit iBooks Author erstellt werden können, sehen wirklich genial aus und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Schülern und Studenten damit wirklich leichter fallen wird, Zusammenhänge zu erfassen und Inhalte zu lernen. Das gesamte Event war – Apple typisch eben – sehr gut organisiert und alles klang wirklich gut. Zu gut um wahr zu sein. Mein spontaner Gedanke “Da muss es doch einen Haken geben”. Den gibt es leider und er ist groß, sehr groß.

Die Textbooks oder Lehrbücher sind nicht das Problem, denn die könnten wirklich eine kleine Revolution für den Bildungsbereich darstellen. Klar, iPads sind die einzigen Geräte, auf denen diese Textbooks genutzt werden können und das allein stellt schon ein Problem dar, doch dazu mehr in einem anderen Artikel. Das deutlich größere Problem ist die neu vorgestellte iBooks Author, mit den diese beindruckenden Textbooks erstellt werden können. Die Bedienung dürfte für jedem, der schon einmal mit Appels Textverarbeitung Pages oder der PowerPoint Alternativ Keynote gearbeitet hat, bekannt sein. Das Programm bedient sich sehr intuitiv und die Erstellung der Textbooks macht damit wirklich Spaß. Um so mehr enttäuschen mich die Einschränkungen des Programms.

Das Problem steckt in den EULA

Das iBooks Author primär in das – entgegen aller Beteuerungen Cupertinos – de facto proprietäre iBooks-Format exportier ist keine wirklich Überraschung und bei einem kostenlosen Programm auch verständlich. Problematisch wird es bereits beim PDF-Export, denn dieser ist bestenfalls als rudimentär zu bezeichnen. Ein Export in das reine Epub- oder gar Mobi-Format des populären Kindles? Fehlanzeige, schlicht und ergreifend nicht vorgesehen. Gut, das ist noch nachvollziehbar, schließlich wird Apple sich nicht all zu viel Mühe geben, um die Konkurrenz zu unterstützen. Der eigentlich Haken schlummert jedoch – gut versteckt – tief in den EULA, also den Nutzungsbedingungen. Wer sich ausführlich in die Problematik einlesen will, dem empfehle ich die folgende – englischsprachigen – Artikel The Unprecedented Audacity of the iBooks Author EULA und The dark side of Apple’s digital textbook utopia. Kurz zusammengefasst: Alle mit iBooks Author erstellten Werke dürfen ausschließlich über Apple iBook-Store vertrieben werden, eine Monetarisierung außerhalb der Apple Vertriebskanäle ist untersagt. Und Apple behält sich natürlich – wie bei allen Inhalten des iBook-Stores – das Recht vor, eingereichte Textbooks abzulehnen.

Jetzt könnte die berechtigte Frage natürlich lauten “Was hat Apple denn da bitte geritten, eine solche Regelung einzubauen?” Die Antwort ist aus meiner Sicht leider klar und konterkariert die vorgegebene Wohltätigkeit, die Apple gestern demonstriert hat: Profitgier. Wäre Apple wirklich an einer Revolution des Bildungssektors interessiert, wäre diese Regelung niemals in den EULA gelandet und iBooks Author hätte zumindest einen funktionierenden PDF-Export. So bleibt leider nur die Erkenntnis, das Apple versucht, sein absolut geschlossenes Ökosystem auf den Bildungsbereich auszuweiten. Es ist zu hoffen, dass andere Anbieter wie beispielsweise Amazon nachziehen und ihrerseits Programm zur Erstellung interaktive Textbooks auf den Markt bringen. Dann könnte das Apple-event gestern wirklich der Startschuss für eine grundlegende Veränderung des Bildungssektors gewesen sein. Aktuell zeigt es leider nur, dass Appel mit allen nur denkbaren Mitteln den Nutzer in sein Ökosystem einschließen und gleichzeitig viel Geld daran verdienen will. Ein weiterer Baustein in der unrühmlichen Entwicklung des Unternehmens, dass früher zu Recht mit “Think different” werben konnte. Diese Zeiten scheinen nun endgültig vorbei zu sein.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

[…] – genauer gesagt, der Lehrbücher – ihnen ein großes Anliegen ist. Die erste Kritik wurde bereits kurz nach der Veranstaltung laut und bezog sich in erster Linie auf die EULA das […]

[…] wird. Das klingt jetzt vielleicht pathetisch, doch genau das kann Leidenschaft auslösen. Bei dem Bildungsevent von Apple sagt einer der Lehrer in einem Video sinngemäß: “Jedes mal wenn ich sehe, dass […]

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