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13.06.2012 Soziale Arbeit Von: Christian Müller 1 Kommentar

Besser als ihr Ruf – Pflegekräfte sind weder dumm noch naiv #Kommentar

Vielleicht haben Sie bei der Überschrift gedacht: “Aber das sagt doch auch keiner, wie kommt er denn darauf?” Eine gute Frage, die ich gerne mit einer Gegenfrage beantworten möchte: Sind Sie sich ganz sicher, dass die Überschrift das Image der Pflegekräfte in unserer Gesellschaft nicht doch ziemlich gut trifft? Haben Sie nicht auch schon gesagt oder gedacht: “Es ist zwar toll, was die da in der Pflege leisten, aber für das Geld muss man schon sehr naiv sein, um diese Arbeit zu leisten”? Damit stehen Sie garantiert nicht alleine und auch wenn das oft nur scherzahft gemeint sein mag: Ein Körnchen Wahrheit ist immer dabei. Denn Pflegekräfte werden oft als naiv und dumm dargestellt – völlig zu Unrecht.

Dabei geht es mir gar nicht so sehr um den Wert ihrer Arbeit. Der ist sehr hoch und für die Gesellschaft ist die Pflege von hilfsbedürftigen Menschen wichtig und wertvoll. Das werden wohl die wenigsten bestreiten. Die körperlichen Anstrengungen der Pflege nehmen die meisten Menschen auch noch wahr und schätzen diese.

Doch die emotionale Belastung wird oft deutlich unterschätzt. So befriedigend und erfüllend die Arbeit in der Pflege auch ist, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann sie auch sehr belastend sein. Das soll jetzt kein Mitleid auslösen. Nein, es ist schlicht und ergreifend eine Feststellung die wahrgenommen werden sollte. Entscheidender ist für mich jedoch der intellektuelle Anspruch der Pflege. Spätestens an diesem Punkt werden viele Leser ratlos und fragend schauen. Intellektueller Anspruch? In der Pflege?

Die Antwort ist ein klares “Ja”. Da ich in einem Pflegeheim arbeite, habe ich das Privileg, unsere Pflegekräfte bei der Arbeit beobachten zu können. Pflegeplanung, Gespräche mit Ärzten, die Planung der richtigen Versorgung mit Pflegemitteln, eine sehr umfangreiche Dokumentation der Pflegemaßnahmen und vieles mehr sind Teil der täglichen Arbeit. Angehörige wundern sich bei ihren Besuchen immer wieder darüber, wie viel die Pflegekräfte beachten und täglich im Blick behalten müssen.

Hier komme ich wieder auf die Überschrift und den Anfang des Artikels zurück. Pflegekräfte mögen idealistisch und überdurchschnittlich engagiert sein, doch dumm oder naiv sind sie nicht, dürfen sie gar nicht sein. Auch das sollte in der Gesellschaft wahrgenommen werden.

 

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

Mariola Endres  |   15. Juli 2015 um 15:15 Uhr

Mit der Beschreibung des intellektuellen Anspruchs treffen Sie genau den Punkt!
Als Pflegefachkraft hilfsbedürftige Menschen betreuen – das bedeutet nicht nur den Betroffenen beim Ankleiden zu helfen oder mit ihnen Karten zu spielen. Pflegen, das heißt auch: Den Ansprüchen des Arztes zu folgen, diese verstehen und umsetzen; Der Pflegebedürftigkeit jedes einzelnen Patienten gerecht werden – ohne Verschnaufpause. Der intellektuelle Anspruch ist enorm – jederzeit und unabhängig von der aktuellen Aufgabe.

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