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15.02.2014 Von: Christian Müller Lesedauer: 4 Minuten

Corporate Social Responsibility: PR oder ernsthaftes Engagement?

Corporate Social Responsibility: PR oder ernsthaftes Engagement?Das Wochenende ist für mich Zeit für Reflexion und die Beschäftigung mit tiefgehenden Themen. Das gilt auch hier im Blog und daher widme ich mich heute einem Schlagwort, dass bei mir äußerst ambivalente Emotionen hervorruft: Corporate Social Responsibility (CSR). Der Ansatz klingt gut: Unternehmen nehmen ihre Verantwortung als aktiver Teil der Gesellschaft wahr, beteiligen sich im sozialen Bereich und fördern soziale Projekte. So weit, so gut. Doch in der Praxis – ihr ahnt es schon – verkommt das Ganze viel zu oft zu reinen PR-Maßnahmen. Die traurige Realität: Maßnahmen und soziale Projekte werden nicht nach ihrem Nutzen, sondern nach der größtmöglichen PR-Wirkung ausgewählt.

Leider macht es sich nach wie vor besser, eine Schule oder einen Kindergarten in einem afrikanischen Land zu unterstützen, als sich um die Unterstützung der eigenen Mitarbeiter zu kümmern, diese ordentlich zu bezahlen oder Hilfen für Mitarbeiter und Familien mit Menschen mit Behinderung oder pflegebedürftigen Familienangehörigen zu bieten. Ich verdeutliche mal an einem realen Beispiel, was ich konkret meine: Ein Unternehmen stand vor der Wahl, die Kita-Plätze seiner alleinerziehenden Mitarbeiter zu bezuschussen oder einen Brunnenbau in einem afrikanischen Land zu finanzieren. Versteht mich nicht falsch, der Brunnenbau ist sicherlich wichtig, doch die Unterstützung der Mitarbeiter hätte deren Lebensverhältnisse deutlich verbessert und die Wirkung wäre direkt sichtbar gewesen. Dass der Brunnenbau finanziert wurde, muss ich nicht extra betonen, oder?

Tue Gutes und rede darüber –
aber in dieser Reihenfolge!

Corporate Social Responsibility: Meint es ernst oder lasst es!

Zu Beginn meiner Arbeit im Kommunikationsbereich war ich davon überzeugt, dass sich Corporate Social Responsibility nur sinnvoll kommunizieren lässt, wenn das Engagement ernst gemeint ist. Das war – aus heutiger Sicht – unglaublich naiv. Denn täglich zeigen dutzende, wenn nicht gar hunderte Beispiele, dass sich auch Projekte für PR nutzen lassen, die nur deshalb durchgeführt werden. Leider ist es sogar so, dass sich meist nur diese Projekte wirklich gut „verkaufen“ und als PR nutzen lassen.

Projekte, die aus echtem sozialen Verantwortungsgefühl und Engagement durchgeführt werden, sind für die deutsche Medienlandschaft – und das Publikum – oft viel zu unspektakulär. Zwei Beispiele machen das meiner Meinung nach deutlich. Das erste stammt aus Augsburg und hört auf den klangvollen Namen Manomama. Sina Trinkwalder leistet mir ihren Mitarbeitern hervorragende Arbeit und zeigt echtes soziales Engagement und vor allem Verantwortungsbewusstsein. Sicher, inzwischen berichten immer mehr Medien über das Unternehmen. Doch Hilfsfonds und spektakuläre Spenden großer Konzerne finden in den Medien deutlich prominenter statt und erreichen ein viel größeres Publikum.

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Das zweite Beispiel ist für mich die Drogerie-Markt-Kette DM. Gründer Götz W. Werner verfolgt nicht nur eine aus meiner Sicht beispielhafte Philosophie, er setzt diese auch konsequent in seinem Unternehmen um. Das ist echtes soziales Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Sein Buch „Einkommen für alle“ – ja, Amazon-Link, nein, kein Affiliate – rund um das bedingungslose Grundeinkommen kann ich Euch absolut empfehlen. Auch wenn Euch das Thema null interessiert, wird es Euch inspirieren. Ich habe es inzwischen mehrfach gelesen.

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Beide Unternehmen sind aus meiner Sicht perfekte Beispiele für echte Corporate Social Responsibility, wie sie gemeint ist und sein sollte. Mir ist klar, dass viele diese Haltung als unrealistisch, naiv oder übertrieben altruistisch abtun werden. Das dürfen sie gerne tun. Ich hoffe, mit diesem Artikel den einen oder anderen zum Nachdenken zu bewegen.

Corporate Social Responsibility muss gelebt und umgesetzt werden – jeden Tag, in der täglichen Arbeit und den Grundwerten von Unternehmen. Unternehmen dürfen und sollten dann gerne darüber sprechen und es kommunizieren – als Nebeneffekt und positive Konsequenz aus dem Engagement. Mit solchen Unternehmen arbeite ich gerne zusammen, dabei helfe und unterstütze ich jederzeit. Doch wenn soziales Engagement nur der PR dient, bin ich raus. Solche Anfragen lehne ich – auch wenn sie zahlreich sind – grundsätzlich ab. Engagiert Euch mit Eurem Unternehmen sozial, weil ihr es wirklich wollt und sprecht dann darüber – oder lasst es einfach ganz bleiben.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

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