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02.03.2013 Kommunikation Von: Christian Müller 1 Kommentar

Der Empfänger macht die Botschaft: Meinst Du auch, was Du sagt?

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Der Empfänger macht die Botschaft.

Dieser Grundsatz gehört vielleicht zu den am häufigsten missverstandenen und – leider – auch am häufigsten ignorierten Prinzipien der Kommunikation. Meiner Meinung nach könnte die richtige Anwendung dieses Prinzips viele Kommunikationsprobleme lösen und Missverständnisse vermeiden helfen.

Habt ihr schon mal erlebt, dass ihr nach einem Streit oder Konflikt von Eurem Gesprächspartner hört: “Ich wünschte, du würdest XY verstehen.” und ihr daraufhin sagen musstet: “Aber genau das habe ich doch gemeint.” Kennt ihr? Dann wisst ihr was passiert, wenn der Grundsatz ignoriert wird.

Was wird verstanden?

“Der Empfänger macht die Botschaft” heißt explizit nicht, dass der Sender keine Kontrolle über seine Aussagen hat. Diese Fehlinterpretation ist zwar weit verbreitet, geht aber am Kern der Sache vorbei. Es bedeutet allerdings, dass die gesendete und die verstandene Botschaft sehr unterschiedlich sein können.

Der Hauptgrund: Jeder Mensch versteht Begriffe unterschiedlich. Neben der reinen Definition spielen hier auch Emotionen, Erfahrungen, Gemütslage, Stimmung und Denkweise eine Rolle. Diese Faktoren werden wiederum durch Beruf, Ausbildung, Sozialisation, Hobbys, Stärken und Schwächen beeinflusst. Kurz gesagt: Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu unterschiedlichen Begriffsdefinitionen führen können. Die grundsätzliche Frage für erfolgreiche Kommunikation heißt daher nicht: “Was habe ich gemeint?” sondern “Was hat mein Gegenüber verstanden?”.

Formulierung an den Empfänger anpassen

Als Sender – also der Gesprächspartner, der aktiv eine Botschaft vermitteln will – müsst ihr Euch an den Empfänger anpassen. Das gilt nicht für Eure Botschaft, die bleibt immer gleich, aber ganz klar für die Art der Kommunikation. Folgende Faktoren können hier wichtig sein:

Ihr seht: Auch hier sind zahlreiche Einflüsse am Werk und wirken auf die Kommunikation ein. Lasst mich das an zwei Beispielen konkretisieren.

Beispiel 1: Einkaufsbummel

Martin und seine Freundin Sara wollen gemeinsam einkaufen gehen. Alles ist besprochen, dennoch kommt es zum Streit. Im dritten Mode-Shop weist Martin daraufhin, dass sie später noch einen Termin haben. Sara regt sich darüber furchtbar auf und wirft ihm vor, Hektik und Stress zu verbreiten und sich gar keine Zeit für sie zu nehmen. Martin ist davon völlig überrascht, damit hat er überhaupt nicht gerechnet.

FrauGesichterSocialMediaFreundeWas ist passiert? Martin hat – zugegebenermaßen etwas unsensibel – recht trocken auf den Termin hingewiesen. Für Sara klang das ungeduldig und genervt. Die Botschaft war für sie daher klar: “Beeil dich, das dauert eh schon viel zu lange, ich hab noch was anderes vor.” Verständlich, dass Sara hier genervt reagiert. Hätte Martin seine Aussage in einem etwas anderen Tonfall getroffen und vielleicht darauf hingewiesen, dass sie noch zwei Stunden bis zum Termin haben, wäre das Problem gar nicht entstanden. Er war sich nicht darüber bewusst, dass er gerade ein sensibles Thema anspricht und Sara sich vielleicht grundsätzlich mehr gemeinsame Zeit wünscht.

Beispiel 2: Reiseplanung

Frau Söder gibt ihrem Mitarbeiter Herr Mayer den Auftrag, sich um die Planung ihrer nächsten Geschäftsreise zu kümmern. Sie wird in der nächsten Woche auf einem Kongress sprechen und hat mit der Vorbereitung der Präsentation noch viel zu tun. Herr Mayer lässt sich die Daten geben und macht sich an die Arbeit. Wenige Tage später legt er Frau Söder die Mappe vor und erklärt die Reiseplanung für abgeschlossen. Zwei Tage vor dem Kongress nimmt Frau Söder die Mappe zu Hand und fällt aus allen Wolken.

Was ist passiert? Herr Mayer hat verschiedene Reiseoptionen ausgearbeitet und Frau Söder vorgelegt. Gebucht hat er jedoch nichts. Frau Söder war hingegen davon ausgegangen, dass sich Herr Mayer um Buchungen und Reservierung kümmern würde. Ein Klassiker: Beide verstehen unter dem Begriff “Reisplanung” zwei verschiedene Vorgänge. Und beide haben es nicht für nötig gehalten, beim anderen nachzufragen, was damit genau gemeint ist oder darunter verstanden wird.

Erfolgreiche Kommunikation ist nur individuell möglich

In beiden Situationen hätte das Missverständnis durch eine einfache Nachfrage – von beiden Seiten – vermieden werden können. Oft erlebe ich jedoch in Kommunikationstrainings, dass beide Seiten eine andere Frage stellen: “Warum sollte gerade ich nachfragen? Das ist doch die Pflicht des Anderen.” Meine Gegenfrage lautet immer: “Wie wichtig ist ihnen eine erfolgreiche und klare Kommunikation?”

Natürlich könnt ihr immer darauf warten, dass Euer Gesprächspartner nachfragt oder seine Botschaft noch mal erklärt. Doch diese Einstellung findet ihr vielleicht auch bei ihm vor. Und dann erklärt eben niemand, was wirklich gemeint ist. Es gibt eine einfache Methode, mit der ihr diese Einstellung überwinden und Missverständnisse vermeiden könnt:
Fasst zusammen und reflektiert.

Fasst einfach in eigenen Worten kurz zusammen, was jetzt zu tun ist und welche Aufgaben anstehen. Euer Gesprächspartner wird Euch dann ganz automatisch korrigieren, wenn er etwas anderes gemeint hat. Erst dann könnt ihr Euch sicher sein, dass die Botschaft für Sender und Empfänger identisch ist.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

[…] nicht korrekt – verwende. Doch solche sprachlichen Ungenauigkeiten sind manchmal wichtig, um die Botschaft vermitteln und Menschen erreichen zu können. Das erklärt auch, warum ich in manchen Videos, Podcasts und Artikeln Begriffe bewusst so […]

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