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18.12.2020 Digitaler Wandel und Innovation Von: Alexandra Konotopez 0 Kommentare

Digitale Erziehung – Teil I: Eltern zwischen Windeln und Smartphone

Als hielte die Welt noch nicht genug Herausforderungen für Eltern bereit, soll das Kind heutzutage auch noch Medienkompetenz vermittelt bekommen. Vielleicht fragst auch du dich, was da alles zu beachten ist. Und wann fängt man eigentlich damit an?
Kleinkind im Elternbett schaut auf einen hell leuchtenden Computer-Bildschirm

Medienkompetenz – ein bedeutungsschweres Wort. Jeder spricht davon, dass Kompetenz im Bereich der digitalen Medien heutzutage einfach unumgänglich ist, besonders für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter.

Aber was genau sich dahinter verbirgt wissen nur die wenigsten wirklich zu erklären. Der Begriff der Medienkompetenz vereint in sich nämlich nicht nur die rein technischen Fähigkeiten, sondern eine ganze Menge mehr.

Wirklich wichtig hierbei ist zu verstehen, dass man sich häufig zuerst selbst mit den sozialen und allgemein digitalen Medien beschäftigen muss, um das Thema in seiner gesamten Tragweite zu erfassen.

Dies hilft dabei zu erkennen, welche Chancen und Risiken in der Vielschichtigkeit der virtuellen Welt stecken, was Kinder und Jugendliche besonders daran anzieht und an welchen Stellen man besonderes Spitzengefühl in der Aufklärung der neuen Generation benötigt.

Doch vor allen Dingen ist es unumgänglich, sich klar darüber zu werden, dass Erwachsene immer eine Vorbildfunktion gegenüber ihren Schützlingen einnehmen – egal in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie zu ihnen stehen.

Ich persönlich habe keine Kinder, aber eine aufgeweckte und neugierige Nichte. Langsam häufen sich die Fragen in Bezug auf die Nutzung digitaler Angebote und ich beobachte mit Interesse die teils hitzigen Debatten zwischen Eltern und Kind.

In meinen Gedanken überlege ich immer wieder, was ich wohl an ihrer Stelle tun und wie ich die digitale Erziehung eines Kindes angehen würde. Dieser Artikel ist eine mögliche Antwort auf solche Überlegungen.

Vorsorge ist besser als Nachsorge – Warum Medienkompetenz für Eltern ein Thema sein sollte

Es ist nie zu früh einem Kind den richtigen Umgang mit den sozialen Medien zu erklären. Vielleicht würde hier jetzt jemand direkt Einwände erheben wollen: Wie sollen Kleinkinder die vielfältigen Gefahren des World Wide Web begreifen?

Ich persönlich spüre hier deutlich die Versuchung mit der Realität noch etwas zu warten.

Aber manchmal halte ich kurz inne und führe mir vor Augen, wie oft ich ein kleines Kind im Kinderwagen mit dem Handy seiner Eltern habe spielen sehen.

Wenn ich an Szenen denke, in denen ich ein Elternteil dabei beobachtet habe, wie es dem Kind das Handy in die Hand gedrückt hat, um in Ruhe den Kaffee zu Ende trinken oder ein Gespräch beenden zu können, dann stelle ich mir immer die gleiche Frage:

Wann ist es wirklich an der Zeit mit einem Kind über die Chancen und Gefahren des sozialen Netzes zu sprechen?

Kleinkind sitzend auf dem Bett spielt mit einem Kindercomputer

Photo by Mahmud Ahsan on Unsplash

Unsere Gesellschaft ist längst im digitalen Zeitalter angekommen und es spricht im Wesentlichen nichts dagegen einem Kind den eingeschränkten, unter Aufsicht stattfindenden Umgang mit einem mobilen Gerät zu erlauben.

Doch vorher sollte man sich auch überlegen wie viel Raum man den sozialen Medien im Leben der eigenen Familie einzuräumen bereit ist und welchen Stellenwert die digitale Aufklärung für einen selbst in der Erziehungsarbeit einnehmen soll.

Soziale Medien als verbotene Frucht – Warum Extreme dich hier nicht weiterbringen

Wer kennt sie nicht, die Eltern der extremen Erziehungsstile? Auch in der digitalen Erziehung findet man sie vor. Auf der einen Seite diejenigen, die den Zugang zu dieser Welt gar nicht beschränken, ihre Kinder aber auch selten für die wahrhafte Dimension ihres Tuns im Internet sensibilisieren.

Zum anderen gibt es aber auch die übervorsichtigen Eltern, die jeglichen Umgang mit digitalen Medien konsequent verbieten, um ihre Kinder vor Gefahren zu schützen.

Wie so oft, ist es eine ausgewogene Mischung aus beiden Strategien, die die höchsten Erfolgschancen in der digitalen Erziehung verspricht. Es bleibt zu klären, wo die Aufklärung zu sozialen Medien beginnen sollte und an welcher Stelle es angebracht wäre auch klare Grenzen zu ziehen.

Lasst uns zusammen einen Blick auf mögliche digitale Gefahren werfen, die nebenbei bemerkt nicht nur Kindern und Jugendlichen widerfahren können, sondern auch versierten Erwachsenen.

Es tauchen viele fremdartige Begriffe auf, bei denen es sich hinzuschauen lohnt, um darin konkrete Gefahren und mögliche, daraus resultierende Konsequenzen erkennen zu können.

Weitere digitale Gefahren, um die du dir Gedanken machen solltest:

Kinder sind wie Schwämme, jegliche Informationen um sie herum, besonders Neuartiges, saugen sie blitzschnell auf. Die Verarbeitung dieser Informationen sollte jedoch unbedingt von einer erwachsenen Vertrauensperson begleitet und angeleitet werden.

So können besonders jüngere, aber häufig genug auch ältere Kinder und Jugendliche, digitale Erfahrungen nicht mit den wirklich wichtigen Fragen verknüpfen, die man sich unbedingt stellen sollte:

In diesen Fällen brauchen Kinder und Jugendliche die Unterstützung erfahrener Internetnutzer, um die vielen Informationen richtig einzuordnen. Daraus können sie für die Zukunft lernen und Schritt für Schritt vielschichtige Medienkompetenz erwerben.

Zukunftschance „Digitale Medien“? – Was wirklich in ihnen steckt

Die digitale Welt hat sich in den letzten zehn Jahren enorm gewandelt. Die Geschwindigkeit der Veränderungen und Neuerungen ist kaum zu fassen und so real wie der Bildschirm vor deinen Augen. Da mitzuhalten ist nicht einfach.

Umso wichtiger ist es den richtigen Zugang dazu zu finden und das Positivste für sich und seine Umwelt herauszuziehen.

Im digitalen Zeitalter stecken sehr viele neue Möglichkeiten und Chancen. Allein die Kommunikation ist auf einem Niveau, welches sich nicht mit dem von vor zwanzig Jahren messen kann – sie geht schneller und effektiver.

Diese unglaubliche Vernetzung eröffnet unserer Gesellschaft eine unfassbar effiziente Art des Austauschs. Vor allen Dingen steckt darin aber die Möglichkeit voneinander zu lernen.

Bewegungen, wie z. B. Fridays for Future, würden niemals ein solches Potenzial zur Veränderung und Verbesserung der Welt und der Zukunft entfalten, wenn die Onlinepräsenz nicht gegeben wäre.

Kinder und Jugendliche haben dieses Potenzial von Geburt an als Teil ihrer Welt angenommen und setzen es tagtäglich in ihrer Realität um. An dieser Stelle heißt es also für Eltern und andere Erwachsene, nicht den Anschluss zu verlieren.

Potenzial für die persönliche Entwicklung – Wie Medienkompetenz dein Kind weiterbringt

Neben politischen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Möglichkeiten, die in der globalen Vernetzung stecken, ergeben sich aus der Digitalisierung auch unglaubliche Chancen für die persönliche Entwicklung.

Noch nie war es so leicht wie heute Gleichgesinnte zu finden, sich über Hobbys und Interessen auszutauschen, allein oder gemeinschaftlich kreativ zu werden und andere daran teilhaben zu lassen.

Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt und unglaublich vielfältig. Der Zugang zu diesem gesammelten Wissen und der interaktiven Kommunikationswelt ist nur ein paar Klicks entfernt, in der Hosentasche verstaubar und von überall erreichbar.

Wer möchte also seinem Kind diese Möglichkeiten, sich selbst auszuprobieren, seine eigene Persönlichkeit auch auf digitalem Wege zu erforschen, sich auszutauschen und zu lernen, verweigern?

Diese Welt sollte allen offenstehen und auf bestmögliche Weise gemeinschaftlich genutzt und weiterentwickelt werden. Durch digitale Erziehung wird auch dein Kind vielleicht einen Teil dazu beitragen.

Digitale Erziehung – Die Baustelle auf dem Weg zur digitalen Selbstbestimmung

In der jüngsten Zeit gibt zwei neue, große Herausforderungen, vor denen Eltern und andere Erziehungsberechtigte stehen. Einerseits ist da die Tatsache, dass die Digitalisierung mittlerweile vor keinem Lebensbereich mehr Halt macht und dieses Thema nicht mehr umgangen werden kann.

Andererseits sind die Eltern der heutigen Generation größtenteils in die Digitalisierung reingewachsen, während die sogenannten Digital Natives in sie hineingeboren wurden. Auf den ersten Blick macht das vielleicht keinen großen Unterschied, doch treffen wir hier auf die eigentlichen Hürden.

Die Bedienung mobiler Geräte scheint den meisten Kleinkindern schon wie selbstverständlich von der Hand zu gehen, da kann man als Erwachsener manchmal nur staunen. Wenn es nur um die Anwendung gehen würde, wäre digitale Erziehung auch nicht so enorm anspruchsvoll und zeitaufwändig.

Doch genau wie in der realen Welt, brauchen Kinder auch im digitalen Raum Unterstützung bei ethischen, moralischen und emotionalen Problemstellungen. Und genau aus diesem Grund, brauchen Eltern genügend Erfahrung und Wissen auf diesem Gebiet.

11 + 1 Schritte zu mehr Medienkompetenz für dich und dein Kind

1 – Aller Anfang ist schwer – Eigenes digitales Verhalten hinterfragen
Wer kennt es nicht? Das ständig brummende Handy, alle paar Minuten eine neue WhatsApp und ständig neue Posts auf Facebook.

Die digitale Welt bietet auch für Erwachsene extremes Suchtpotenzial. Kinder und Jugendliche beobachten ihre Eltern ständig und nehmen in erster Linie sie als Vorbild in ihrem Verhalten und häufig auch Interesse in Bezug auf soziale Medien.

So ist es nur richtig, sich als erwachsener Nutzer der digitalen Medien zuallererst folgende Fragen zu stellen: Wie viel Zeit verbfinge ich mit sozialen Medien, in Netzwerken oder auch mit digitalem Konsum? Ist es vielleicht zu viel? Was möchte ich meinem Kind vielleicht stattdessen vermitteln und wie kann ich das erreichen?

Beobachte eine Weile dein eigenes Verhalten und hinterfrage manches Mal deine Handlungen, wenn du zum Smartphone greifst. Schreib deine Gedanken auch ruhig auf, damit dir das hilft am Ende ein fundiertes Fazit zu deinem eigenen Verhalten zu ziehen und dann eventuelle Korrekturmaßnahmen ergreifen zu können.

Kurz gesagt, bevor du deinem Kind bestimmte Vorschriften machst, solltest du darauf achten, dass du in dieser Hinsicht auch ein echtes Vorbild sein kannst.

 

2 – Wissen ist Macht – Vor dem Lehren kommt das Lernen
Bevor es an die Vermittlung von Medienkompetenz geht, lohnt es immer sich zuerst mit seinem eigenen Wissen auseinanderzusetzen.

Egal wie viel man schon zu wissen glaubt, es gibt immer noch Neues zu erfahren. Die bereits angesprochene Geschwindigkeit der Veränderungen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, da heißt es: Sich informieren und auf dem Laufenden halten.

Je genauer du später deinem Kind digitale Gefahren und Probleme erläutern kannst, desto besser, denn Kompetenz spielt im Hinblick auf die Akzeptanz des Kindes eine sehr wichtige Rolle. Je besser du darüber Bescheid weißt, desto mehr Gültigkeit hat dein Wort.

Doch nicht nur die Gefahren spielen bei der Vermittlung von Medienkompetenz eine Rolle. Die positiven Aspekte der Digitalisierung sollten einem Kind ebenso nicht vorenthalten werden.

Zum Thema Medienkompetenz gibt es eine Menge zu lernen. Frage auch Familie, Freunde und Bekannte mit Kindern nach ihren Erfahrungen. Oft kann der Austausch dabei helfen sich selbst darüber klar zu werden in welche Richtung man in der digitalen Erziehung gehen möchte.

Im letzten Schritt der Informationssuche sollten auch die besonderen digitalen Interessensgebiete von Kindern und Jugendlichen nicht fehlen. So weißt du schon vorher, mit welchen Plattformen und digitalen Welten dein Kind schon in Berührung gekommen ist oder in naher Zukunft wahrscheinlich noch kommen wird.

Statistik der ARD ZDF Online Studie. Social Media Nutzung 2020

 

3 – Über den Tellerrand blicken – Die Perspektive des Kindes einnehmen
Die neue Generation von Kindern und Jugendlichen nimmt digitale Veränderungen ganz selbstverständlich an und bewegt sich mit einer teils schon beängstigenden Sicherheit auf dem virtuellen Parkett.

Die Digitalisierung hat bereits alle Bereiche unseres Lebens komplett durchdrungen, vom Arbeitsleben bis zur Freizeitgestaltung. Auch vor Kinderzimmern macht sie keinen Halt.

Da ist es nur verständlich, dass manche Kinder Verbote oder Einschränkungen hinterfragen. Warum ist diese Seite verboten? Was ist falsch daran, wenn ich mich auf dieser Plattform mit meinen Freunden austausche?

Warum darf ich nicht länger mit dem Handy spielen? Vielleicht kommen dir diese Fragen ja auch bekannt vor. Der Versuch an dieser Stelle die Perspektive des Kindes einzunehmen, kann bei der Eltern-Kind-Kommunikation sehr hilfreich sein.

Verbote und Einschränkungen, die mit einer verständlichen Begründung einhergehen, werden einfacher akzeptiert. So kann Ärger und unnötigem Stress vorgebeugt werden.

 

4 – Mit Offenheit punkten – Über eigene Ängste und Sorgen reden
Mit Offenheit und Ehrlichkeit fährt du in den meisten Fällen am besten.

Erkläre sachlich, warum du als Erwachsener mehr darfst, denn die schlichte Aussage, dass du das Sagen hast, wird den wenigsten Kindern auf Dauer ausreichen.

Kinder beobachten ihre Eltern sehr genau und wissen häufiger besser als sie, wie viel Zeit ein Elternteil beim Zocken verbdingt oder auf Instagram. Mach dir deinen Einfluss auf dein Kind bewusst, das hilft dir die richtigen Worte zu finden.

Statistik der ARD ZDF Online Studie. Tägliche Nutzungsdauer 2020

Je nachvollziehbarer das Kind deine Sorgen und Ängste in Bezug auf digitale Gefahren findet, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass es die gesteckten Grenzen akzeptiert und in Zukunft selber zur Vorsicht und Einsicht neigen wird.

 

5 – Die eigentliche Arbeit – Den richtigen Weg zur Aufklärung finden
Jedes Kind braucht das Interesse und das Verständnis seines Erziehungsberechtigten.

Verpasse also nicht das Kind danach zu fragen, was es denn schon alles über digitale Angebote weiß. Manchmal wirst du vielleicht überrascht sein, was dein Kind allein vom Zuhören schon alles aufzählen und erklären kann.

Außerdem tauschen sich Kinder auch untereinander aus – auch in unserer Kindheit finden sich verstaubte Schulhofgeschichten, die unsere Eltern höchstens nach zwanzig Jahren als Weihnachtsanekdote zu hören bekommen.

Mit diesen Informationen kannst du dann abschätzen, welche Wissenslücken eventuell noch bei deinem Kind bestehen und wo du am besten mit der Aufklärung ansetzten kannst.

Überlege nach diesem Gespräch, welche digitalen Gefahren du wie ansprichst – vor allem digitale Gewalt ist ein sensibles Thema. Hier gilt es mehr als auf anderen Gebieten die richtige Sprache zu finden, um das Kind weder zu erschrecken noch die Probleme, die auftreten können, zu verharmlosend darzustellen.

Natürlich spielt das Alter des Kindes eine wesentliche Rolle. Du musst nicht jedes Thema sofort anschneiden, eventuell ist das Kind für bestimmte Dinge einfach noch zu klein.

Hier bist du als Experte für dein eigenes Kind gefragt. Du kannst am besten einschätzen, wie weit dein Kind in der Entwicklung ist und welche Themen du ihm schon zumuten kannst.

Sprich mit deinem Kind soweit es geht auf Augenhöhe, so riskierst du nicht von vornherein, dass es sich nicht ernst genommen fühlt und dir nicht mehr zuhört. Je nach Alter des Kindes kannst du dir überlegen die Informationen in eine Geschichte zu verpacken oder es auf spielerischem Wege zu erklären.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen ist aber auch manchmal ein ernsthaftes, sachliches Gespräch die beste Option. So spürt das Kind die Bedeutung des Themas.

 

6 – Perspektivwechsel – Warum die Erwartungen und Wünsche des Kindes zählen sollten
Sein Kind vor den Gefahren und Risiken der Welt zu schützen, bedeutet nicht nur, es abzuschirmen, sondern es soweit wie möglich dafür zu sensibilisieren.

So hilfst du deinem Kind am besten auf potenziell schlechte Erlebnisse vorbereitet zu sein und irgendwann auch selbstständig richtige Entscheidungen für sich selbst treffen zu können.

Rede mit deinem Kind auch über dessen Fragen und Wünsche in Bezug auf die sozialen Medien. Wo ist die Neugierde so groß, dass du eventuell Potenzial siehst, dass es sich verselbstständigt? Gibt es vielleicht etwas, was du ohne Bedenken erlauben kannst?

Ob du bereits einschreiten musst, weißt du erst, wenn du die Aktivitäten deines Sprösslings kennst. Und auch wenn dir manches vielleicht nur wie eine vorübergehende Phase vorkommt, versuche auch wirklich alle Interessen ernst zu nehmen.

Später, allein oder mit deinem Partner, kannst du dich immer noch wundern oder dir Sorgen machen, aber zuerst ist es wichtig dem Kind das Gefühl zu geben, dass es dir immer alles sagen kann.

So erhöhst du die Chance, dass das Kind auch später, und wenn sich vielleicht bereits Probleme ergeben haben, eher deinen Rat sucht.

Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge schauen jeweils auf ein Handy in ihren Händen.

Photo by McKaela Taylor on Unsplash

 

7 – Weißt du noch? – Gemeinsames Erleben als Abenteuer für Eltern und Kind
Nachdem du dir nun im Klaren darüber bist, was dein Kind weiß und welche Bedürfnisse es in Bezug auf digitale Medien hegt, kannst du dich damit auseinandersetzen.

Eine gute Methode, um die Aktivitäten eines jüngeren Kindes im Internet näher kennenzulernen, ist es, sie gemeinsam mit dem Kind zu erkunden. Lass dir das von deinem Kind mal zeigen und erklären, was genau es da macht und du wirst nicht schlecht staunen, was es schon alles kann.

Frage es auch, ob es vielleicht schon mal Probleme im digitalen Raum hatte oder auch von Problemen bei anderen weiß.

Wie auch im restlichen Alltag gilt hier: Die gemeinsame Zeit ist das Wertvollste. Wenn das digitale Angebot noch nichts für das Alter des Kindes ist, um es allein zu nutzen, könntest du darüber nachdenken, ob es unter Anleitung schon eher genutzt werden darf.

Erkläre aber immer, warum genau du ein bestimmtes digitales Angebot als nicht altersgerecht oder anders ungeeignet empfindest.

Und stelle dich auf möglichen Widerstand ein, denn irgendwer in der Klasse darf es bestimmt schon. Da solltest du ein paar gründlich durchdachte Argumente vorweisen, die vor allem auch auf die Sicherheit des Kindes abzielen.

 

8 – Du hast ja keine Ahnung – Wer selbst ausprobiert hat, kann auch mitreden
Bei älteren Kindern und Jugendlichen, die digitale Angebote bereits teilweise selbstständig nutzen dürfen, kann es sinnvoll sein, diese selbst auszuprobieren.

Gehe auf die Seiten und besuche die Plattformen, auf denen dein Kind sich bereits bewegt oder dies gerne würde. Erstelle auf sozialen Plattformen probeweise ein Profil und beschäftige dich länger mit den dortigen Funktionen.

Schaue welche Möglichkeiten des Austauschs das Kind auf dieser Plattform hat und wie die Einstellungen bezüglich der Privatsphäre sind. Informiere dich im Netz über Problemfälle dieser Plattformen oder tausche dich mit anderen Eltern aus, um auf dem Laufenden zu sein.

Suche eventuell nach sichereren Alternativen, falls du glaubst, dass dieses Angebot auf irgendeine Art und Weise nicht für das Alter deines Kindes geeignet ist.

Wie und wo du nach altersgerechten digitalen Angeboten suchen kannst, erfährst du in Punkt 11 + 1.

 

9 – Vertrauen und Kontrolle – Über feste Regeln das Eltern-Kind-Verhältnis stärken
Um Konflikten in der digitalen Erziehung so gut es geht vorzubeugen, stehen einem eine Reihe von Optionen zur Verfügung.

Wenn eine Plattform tabu ist, stelle in Aussicht, wann sie entweder ok ist oder aber, in welchem Alter das Kind selbst über den Gebrauch oder Nicht-Gebrauch der Plattform entscheiden darf.

Gemeinsam getroffene Vereinbarungen funktionieren in vielen Fällen besonders gut und stärken auf die Dauer das Eltern-Kind-Vertrauen. Je besser Absprachen zwischen euch laufen, desto wahrscheinlicher ist es, dass dein Kind in Zukunft die Auswahl digitaler Angebote mehr in deinem Sinne treffen oder zumindest vorsichtiger im Umgang mit diesen sein wird.

Einen Mediennutzungsvertrag zu schließen könnte vielleicht ebenfalls eine Option für euch sein.

Im Allgemeinen sind Regeln für die Nutzung digitaler Angebote, wie feste Zeiten oder auch Dauer, enorm wichtig für den richtigen Umgang mit der Digitalisierung und mehr Medienkompetenz. Stelle sicher, dass dein Kind genau weiß, welche Seiten tabu sind.

Darüber hinaus bietet es sich an technische Sperren für Internetseiten einzurichten, die nicht kindgerecht sind. Außerdem hast du auch die Möglichkeit das Gerät so zu konfigurieren, dass es sich automatisch ausschaltet, wenn die vereinbarte Online-Zeit abgelaufen ist.

Mit der Zeit entwickelt das Kind dann auch ein inneres Zeitgefühl und du kannst die Regeln bei Bedarf weiter lockern.

Lies hier, wie du auch andere Geräte kindersicher machen kannst.

Bei jüngeren Kindern ist es ratsam, wenn sie nur unter Aufsicht ein internetfähiges Gerät nutzen dürfen. Gemeinschaftliche Räume, wie das Wohnzimmer oder die Küche, eignen sich besonders gut zu deren Aufstellung.

Als zusätzliche Maßnahme sollten sich Handys und andere internetfähige Geräte über Nacht nicht in den Kinderzimmern befinden. Hier könntet ihr gemeinsam einen Ablageplatz in der Wohnung vereinbaren, auf den das Kind nur zu bestimmten Tageszeiten zugreifen darf.

Solltest du über diese Tipps hinaus immer noch eine Unsicherheit verspüren, dann kannst du dich auch an der 3-6-9-12-Regel orientieren.

Diese besagt: Bildschirmgebrauch erst ab 3 Jahren, eigene Spielkonsole/Gameboy etc. erst ab 6 Jahren, begleitete Internetnutzung und eigenes Smartphone erst ab 9 Jahren, eigenständige Internetnutzung erst ab 12 Jahren.

 

10 – Die Zügel lockern – Wann es auch mal an der Zeit wird loszulassen
Es ist sinnvoll bei der Festlegung von Regeln auch feste Termine einzuplanen, an denen ihr gemeinsam über die Fortschritte, Fragen oder Probleme sprechen könnt.

Wie häufig das sein soll entscheidest du in Absprache mit deinem Kind und abhängig von eurem Vertrauensverhältnis.

Wenn das Kind internetfähige Geräte bereits eigenständig und ohne Aufsicht nutzen darf, ist es eine Überlegung wert in der ersten Zeit häufiger ins Gespräch zu kommen. Wenn du dann der Meinung bist, dass alles in geregelten Bahnen verläuft und keine Probleme aufgetreten sind, dann kannst du die Frequenz dieser Gespräche nach und nach verringern.

Dabei ist es immer wichtig in den Gesprächen auch weiterhin auf einen offenen Umgang zu bauen und auch mal zwischendurch Interesse an den digitalen Aktivitäten des Kindes zu zeigen.

Damit, und durch regelmäßiges Lösen weiterer Schranken der Internetnutzung, wird das Vertrauen auf beiden Seiten dann noch weiter gestärkt.

 

11 – Da haben wir den Salat – Auf digitale Probleme reagieren
Stellst du in einem dieser Gespräche oder auch sonst auffälliges Verhalten fest, welches auf die Nutzung digitaler Angebote zurückzuführen ist, so ist es wichtig schnell zu reagieren.

Damit hast du die Chance enormen psychischen Belastungen deines Kindes vorzubeugen oder diese zumindest abzumildern.

Je nach Plattform, auf der diese Probleme aufgetreten sind, hast du die Möglichkeit die Betreiber zu kontaktieren und z. B. Kommentare löschen zu lassen. Auf vielen Plattformen lassen sich zudem weiterführende Privatsphäre-Einstellungen vornehmen (wenn nicht schon geschehen) und Profile von ungewollten Kontakten blockieren.

Bei schwerwiegenden oder wiederkehrenden Problemen ist es aber auch ratsam sich professionelle Hilfe in Form von Rechts- und psychologischem Beistand zu holen, um weitere Eskalation und gravierende psychische Folgen zu vermeiden.

Was jedoch vor allem bei der Vorbeugung von digitalen Gefahren hilft, ist Wissen, erhöhte Aufmerksamkeit und ein solides Eltern-Kind-Verhältnis.

In der folgenden Liste, findest du hilfreiche Webseiten zum Thema:

 

11 + 1 – Ich weiß nicht weiter – Altersgerechte digitale Angebote finden
Wenn du nach altersgerechten digitalen Angeboten für dein Kind suchst, aber nicht genau weißt, wo du anfangen sollst zu suchen, hier ein paar Webseiten, die dir dabei behilflich sein könnten:

Am Ende wird alles gut – Du musst es nur zulassen

Die Beschäftigung mit diesem Thema hat mir geholfen zu verstehen, wie anspruchsvoll die Vermittlung von Medienkompetenz in der digitalen Erziehung sein kann. Eltern sehen sich vor eine neue, für manche vielleicht auch beängstigende Hürde in der Erziehungsarbeit gestellt.

Doch allen, die nach dem Lesen dieses Artikels immer noch ein mulmiges Gefühl haben, möchte ich ein wenig Mut machen: Du bist nicht allein und digitale Erziehung ist kein Hexenwerk.

Gib dieser Herausforderung die Chance zu einer bereichernden Erfahrung für dich und dein Kind zu werden und lass zu, dass es zu einem festen Bestandteil deiner täglichen Elternrolle wird. Dann wirst du schon bald merken, dass auch das nur ein kleiner Bruchteil des Abenteuers Elternschaft ist, vor dem man keine Angst zu haben braucht.

Alle, die sich mit dem Thema digitale Erziehung aus der fachlichen Perspektive beschäftigen möchten, dürfen sich auf einen zweiten Teil dieses Artikels freuen. Dieser wird die Medienkompetenz-Vermittlung im Hinblick auf die Arbeit eines Pädagogen oder Sozialarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit näher beleuchten.

Porträt Alexandra Konotopez

Alexandra Konotopez

Die Liebe zum geschriebenen Wort liegt Alexandra in den Genen, eine Welt ohne Sprache und deren vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten mag sie sich gar nicht ausmalen. Und deshalb verbringt sie die meiste freie Zeit mit einem Buch in der Hand, bereitet nebenher einen eigenen Literaturblog vor, auf dem sie eines Tages auch ihre eigenen literarischen Kreationen veröffentlichen möchte und probiert sich auf unterschiedlichen Social-Media-Kanälen aus. Um die digitalen Sprachwelten und die Spielregeln der Social Media Community besser verstehen zu lernen und so ihren Blog und ihre berufliche Zukunft voranbringen zu können, absolviert sie zurzeit ein Praktikum bei Christian Müller.

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