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10.06.2013 Allgemein Von: Christian Müller 3 Kommentare

Flexibles Arbeitsmodell: Warum mehrere Arbeitgeber mehr Sicherheit bieten

ArbeitsmodellBerufRollenDie Frage kam von einer Leserin: “Kann ich vom Schreiben leben?” Nach einigen weiteren Zeilen war mir klar: Diese Frage beantworte ich öffentlich. So geschehen in den Gehdanken 65, die ihr am Ende des Artikels findet. Doch eine Inspiration kommt selten allein. Die zweite war der Artikel “Unbezahlte Arbeit: Warum es sich lohnen kann, gratis zu arbeiten” von Jochen Mai auf der Karrierebibel. Die Frage und der Artikel haben eines gemeinsam: Sie stellen traditionelle Arbeitsmodelle – also beispielsweise die Arbeit für nur einen Arbeitgeber – in Frage. Die perfekte Gelegenheit, um auf das von mir favorisierte flexible Arbeitsmodell einzugehen. Es bietet aus meiner Sicht nicht nur mehr Freiheit sondern auch mehr Sicherheit als die traditionelle Festanstellung.

Wer sich über den letzten Teil der Aussage – die größere Sicherheit – wundert, dürfte nach der Erläuterung des flexiblen Arbeitsmodells noch mehr Fragezeichen im Gesicht haben. Unter dem flexiblen Arbeitsmodell verstehe ich die Arbeit für mehrere Unternehmen oder Projekte. Eine Festanstellung – befristet oder unbefristet – kann Teil dieses Modells sein, muss es aber nicht. Freiberufliche Arbeit gehört für mich jedoch immer dazu, sei es als reiner Freelancer oder neben einem Teil- oder Vollzeitjob.

Die individuelle Arbeitskraft verteilt sich also auf mehrere Projekte, Arbeitgeber und Kunden. Folglich speist sich auch das Einkommen aus mehreren Quellen. Genau dieser Punkt bringt mich zu der Aussage, dass dieses flexible Arbeitsmodell sicherer ist als die althergebrachte Anstellung und Arbeit bei nur einem Arbeitgeber. Um einen bildlichen Vergleich zu nutzen: Es ist wie mit älteren Bauwerken – konkret seht ihr unten das Kolosseum in Rom – die auf zahlreichen Säulen und Pfeilern ruhen. Wäre ein solches Gebäude auf nur ein oder zwei tragenden Säulen errichtet, würde es vermutlich längst nicht mehr stehen. Die Säulen könnten das Gewicht einfach nicht mehr tragen.

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Bewusste Auswahl ist Trumpf

Angesichts der aktuell oft befristeten Arbeitsverträge, zahlreicher Kündigungswellen und nicht gerade weniger Insolvenzen hat die Säule “Festanstellung bei einem Arbeitgeber” aus meiner Sicht spürbar an Stabilität und Tragkraft verloren. Natürlich kann das Modell funktionieren – tut es ja nach wie vor für viele Arbeitnehmer – allerdings haben sich in den letzten Jahren eben auch Alternativen ergeben.

Doch wie jede gute Analogie hinkt natürlich auch das Bild des Bauwerks. Im Gegensatz zu einem Gebäude, bei dem mehr Säulen meist auch mehr Stabilität bedeuten, geht es beim flexiblen Arbeitsmodell nicht darum, möglichst viele Jobs zu haben. Arbeitskraft und Zeit sind begrenzt und sollten von Euch mit Bedacht und nach sorgsamer Auswahl der Arbeitgeber und Projekte eingesetzt werden. Ein wichtiger Grund: Das flexible Arbeitsmodell soll nicht nur zu mehr Sicherheit und Unabhängigkeit von einzelnen Arbeitgebern führen, sondern Euch auch die Freiheit bieten, anderen Projekten und Leidenschaften nachzugehen.

Ja, die Verteilung von Arbeitskraft und Einkommen auf mehrere Projekte und Quellen erfordert ständige Flexibilität. Ja, die Planungssicherheit wird dadurch ein wenig eingeschränkt. Nein, das Modell ist sicherlich nicht für jeden und jede geeignet. Doch die ständige Flexibilität hat aus meiner Sicht einen Vorteil: Wer so arbeitet, ist darauf vorbereitet, sich nach neuen Arbeitgebern und Projekten umzusehen. Wer sich dagegen auf einen Arbeitgeber verlässt, kann von einer Kündigung überrascht werden und fällt dann vielleicht erst einmal in ein tiefes Loch und sucht nach Orientierung. Die ständige Flexibilität mag anstregend sein, doch sie bietet auch eine gewisse Sicherheit.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

Ronald Fechter  |   13. Juni 2013 um 10:08 Uhr

Mein Kommentar: Vom Schreiben als Freelnacer kann man definitiv nicht (mehr) leben. Arbeite seit 1999 als freier Redakteur. Seit einigen Jahren gehen die Honorare immer weiter runter, man wird von Auftraggebern gedrückt und geknebelt bis zum Aufgeben. Man müsste also immer mehr schreiben und immer mehr Aufträge haben, in der gleichen Zeit bewältigen (der Tag hat nur 24 Stunden) für das gleiche Geld – das ist Ausbeutung. Die Gründe: Immer mehr Menschen wollen “irgendwas mit Medien” machen, lassen sich als Ich-AGs, 400-Euro-Jobber, unbezahlte Test-Schreiber und Praktikanten anheuern und es gibt immer mehr ungelernte Schreiberlinge, Blogger, die uns Professionals ausbooten und unterbieten. Und wie du in deinem Beitrag richtig sagst, die Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge muss man ebenfalls komplett selber aufbringen.
Die Honorarwelt steht auf dem Kopf, wer kann lässt sich festanstellen.

Christian  |   13. Juni 2013 um 17:13 Uhr

Hallo Roland,

danke dir für deinen Kommentar und deinen Erfahrungsbericht. Vom Schreiben als Redakteur können sicherlich die allerwenigsten Freelancer noch leben, doch vom Schreiben an sich – wenn ich da auch bezahltes Bloggen und Texterstellung für Webseiten und Produkte mit rein nehme – vermutlich schon. Zugegeben, das hat nicht mehr viel mit dem Schreiben als Redakteur zu tun, ist jedoch immerhin ein Option.

Gruß,
Christian

[…] bereits wisst, wie Euer Traumjob aussieht und das er – zumindest teilweise – mit einer selbstbestimmten Arbeitsweise zu tun hat. Als Vorwarnung: Der von mir skizzierte Weg ist realistisch umsetzbar, dafür jedoch […]

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