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31.12.2013 Kommunikation Von: Christian Müller 7 Kommentare

Kommunikation für Freelancer: Ohne Persönlichkeit kein Erfolg

Kommunikation für Freelancer: Ohne Persönlichkeit kein Erfolg“Wie viel Persönlichkeit dürfen Freelancer in der Kommunikation zeigen?” – Diese Frage wurde mir 2013 sowohl von Kollegen als auch von Kunden und Klienten häufig gestellt. Hin und wieder ging sie Hand in Hand mit dem Vorwurf oder der Kritik, ich würde zu persönlich kommunizieren. Das kann ich durchaus nachvollziehen und mir ist klar, dass meine Art der Kommunikation nicht für jeden passend oder ansprechend ist. Das ist gut so und absolut gewollt. Warum? Weil ich damit die richtigen Menschen erreiche und von vornherein meine Wunschkunden selektiere. Wer sich durch meine Kommunikation abgeschreckt fühlt, wird in der Regel auch nicht mit mir arbeiten wollen und umgekehrt. Da das Thema 2013 für mich sehr wichtig war, ziehe ich heute ein kleine Bilanz.

Persönlichkeit in der Kommunikation: Ein schmaler Grat

Die Kritiker eines personalisierten Kommunikationsstils führen meiner Erfahrung nach vor allem fünf Argumente ins Feld:

  1. Viel Persönlichkeit in der Kommunikation wirkt abschreckend.
  2. Personalisierte Kommunikation ist viel zu egozentrisch.
  3. Diese Form der Kommunikation ist für Unternehmen nicht sinnvoll.
  4. Ein solcher Kommunikationsstil skaliert nicht.
  5. Es geht um Inhalte, nicht um Persönlichkeit.

Auch wenn all diese Argumente ein Fünkchen Wahrheit beinhalten, stimme ich ihnen nur eingeschränkt zu. Die Gründe dafür sind vielfältig.

1. Viel Persönlichkeit ist abschreckend

Das ist korrekt – und durchaus gewollt. Ich formuliere dieses Argument gerne um:

Viel Persönlichkeit in der Kommunikation ergibt ein klares Profil mit Ecken und Kanten.

Es ist klar, dass diese Ecken und Kanten manche Menschen – und potenzielle Kunden – abschrecken. Doch andere werden davon angezogen, finden diesen Kommunikationsstil attraktiv. Und das sind meist auch Menschen, mit denen ich oder der jeweilige Freelancer dann zusammenarbeiten will und kann.

2. Personalisierte Kommunikation ist egozentrisch

Ein klares Nein. Zumindest nicht, wenn sie richtig gestaltet wird. Persönlichkeit in der Kommunikation zu zeigen bedeutet nicht, ständig über sich selbst zu sprechen, sich für den Nabel der Welt zu halten oder immer sich selbst als perfektes Beispiel zu nutzen. Doch es geht darum, eine eigene Meinung zu haben, diese auch klar zu kommunizieren, Stellung zu beziehen und sich auch auf kontroverse Diskussionen einzulassen.

Nicht auf Diskussionen um ihrer selbst Willen, sondern auf Diskussionen zu individuell wichtigen Themen. Nicht um die Interaktion zu steigern, sondern weil das Thema wichtig ist und der Betroffene andere inspirieren und mit neuen Impulsen versorgen will. Anders formuliert: Um eine wichtige Diskussion mit Mehrwert zu bereichern.

3. Diese Form der Kommunikation ist für Unternehmen nicht sinnvoll

Ja und nein. Es ist richtig, dass eine zu stark personalisierte Kommunikation für Unternehmen zum Problem werden kann. Ein Personalwechsel, neue Aufgaben im Unternehmen und das eine oder andere sensible Thema können in der Unternehmenskommunikation zum Problem werden, wenn diese zu stark mit einzelnen Personen verknüpft ist.

Doch erstens sehe ich das nicht als Problem – Unternehmen müssen nicht jeden Kommunikationsstil ausprobieren oder umsetzen – und zweitens zeigen Beispiele wie die Deutsche Bahn auf Google+ oder die bekannte Krones AG, dass ein gewisses Maß an Personalisierung für Unternehmen sinnvoll sein und erfolgreich umgesetzt werden kann.

4. Ein solcher Kommunikationsstil skaliert nicht

Mir liegt bei diesem Argument immer eine nicht unbedingt professionelle Antwort auf der Zunge: “Ja und?!?” Die professionelle und fachlich sinnvolle Antwort lautet hier:

Nicht jeder Kommunikationsstil passt in jeden Kontext. Skalierbarkeit ist nicht immer notwendig.

Sicher, eine stark personalisierte und von einer bestimmten Persönlichkeit geprägten Kommunikation ist für Teams oder große Unternehmen mit vielen Stakeholdern und Kommunikatioren nur schwer bis gar nicht umsetzbar. Doch hier gibt es andere Kommunikationsstile, die deutlich besser geeignet sind. Mir geht es heute um Persönlichkeit in der Kommunikation von Freelancern.

5. Es geht um Inhalte, nicht um Persönlichkeit

Ich gebe gerne zu, dass ich den hier implizierten Gegensatz noch nie verstanden habe und nach wie vor nicht verstehe. Warum sollen sich Persönlichkeit und Inhalte in der Kommunikation denn in die Quere kommen? Natürlich geht es um qualitativ gute Inhalte mit Mehrwert. Klar sollten Freelancer sich durch guten Content positionieren.

Doch eine rein nüchterne Kommunikation ohne jede Persönlichkeit ist nicht nur langweilig, sondern auch Dauer auch wenig zielführend. Über das fachliche Wissen verfügen in der Regel auch andere Freelancer, daher spielen der persönliche Stil und die Persönlichkeit des Freelancers durchaus eine Rolle. Sie ist oft ein Alleinstellungsmerkmal, das ohne eine fachlich hervorragende Basis allerdings wertlos ist.

Persönlichkeit in der Kommunikation: Freelancer, macht Euch angreifbar

Ein Hauptgrund für zurückhaltende Kommunikation ist für viele Freelancer – das hat sich 2013 in zahlreichen persönlichen Gespräche gezeigt – jedoch ein ganz anderer:

Ein klares Profil mit Persönlichkeit macht angreifbar.

Ja, Menschen werden sich an klaren Meinungen stören. Nein, mit eindeutigen Aussagen und Positionen machst Du Dir ganz sicher nicht nur Freunde. Klar, Du kannst Deine Kommunikation daher durchschnittlich, unpersönlich und rein sachlich gestalten. Dann musst Du jedoch damit leben, dass Du nur von wenigen wirklich wahrgenommen wirst, Deine Reputation nicht existent ist und sich die Zahl der zu Dir passenden Kunden in Grenzen hält.

Hier passt dann einer meiner Lieblingssprüche, mit dem ich diesen Artikel beschließen will:

Kannst Du schon so machen, wird dann halt nix.

Euch allen einen guten Rutsch und einen wunderbaren Jahresstart!

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

ivthomsen  |   31. Dezember 2013 um 14:10 Uhr

Danke für dein Votum für Ecken und Kanten! Ich stimme dir zu, und es ist spannend, diese “Kantigkeit” bei sich zu entdecken und ein Profil daraus zu entwickeln. Ein Profil, das Griff hat, eindeutig ist und eben nicht langweilig.
Herzliche Grüße und auch dir alles Gute für 2014!

Christian  |   31. Dezember 2013 um 14:15 Uhr

Danke für Deinen Kommentar. Ja, der Entwicklungsprozess kann sehr interessant sein. 😉

Dir auch ein tolles Jahr 2014.

[…] Artikel tatsächlich mit einer sehr “persönlichen Note” zu gestalten, gab dieser Blogpost von Christian Müller. Danke […]

Stephanie Wagner  |   4. Januar 2014 um 12:52 Uhr

Wunderbarer Artikel – hat mich zu einem Blogartikel mit “persönlicher Note” veranlasst und mich darin bestärkt, dass ich mich das auch zukünftig “traue” 🙂 . Vielen Dank, fröhliche Grüße aus Hamburg und ein tolles Jahr für dich!

Melanie Sommer  |   10. Januar 2014 um 21:13 Uhr

Ich kann mich meinen beiden Vorrednerinnen (oder hier besser “Vorschreiberinnen”) nur anschließen. Ein wunderbarer Artikel, der zum Denken über sich und die eigene Kommunikation anregt. Ich nehme auf jeden Fall einiges mit … Nicht nur aus diesem Blogbeitrag, sondern auch aus dem Filmchen “Setze dir keine Grenzen!” Danke dafür! Viele Grüße und ein schönes Wochenende.

Kommunikation ist vielseitig: Freelancer wacht auf!  |   13. Januar 2014 um 18:00 Uhr

[…] Aufruf übernehme ich heute für eine Zielgruppe, die mir sehr am Herzen liegt: Freelancer. Auch wenn sich viele meiner Kollegen in der Kommunikationsberatung – ich mache da auch gerne […]

Zeigt Profil... und geht Risiken ein! #Kommunikation  |   13. Februar 2014 um 14:01 Uhr

[…] klares Profil mit starker persönlicher Färbung ist aus meiner Sicht eines der wertvollsten und stärksten Alleinstellungsmerkmale, die ihr Euch in […]

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