• Twitter-Symbol
  • Facebook-Symbol
  • YouTube-Symbol
  • Xing-Symbol
  • LinkedIn-Symbol
  • Skype-Symbol
  • RSS-Symbol
03.04.2012 Studium Von: Christian Müller 1 Kommentar

Lernverantwortung – 12 Strategien für erfolgreiches E-Learning

In meinem Artikel auf der Karrierebibel geht es heute um die Vorteile, die E-Learning gegenüber reinen Präsenzkursen hat. Herausgekommen ist eine Liste mit zwölf Punkten, wobei in den Kommentaren der ökologische Aspekt zu Recht ergänzt wurde. Da E-Learning schon länger auf meiner Artikel-Liste steht, nehme ich mich auch hier dem Thema an. Gegen Ende meines eigenen Studiums der Sozialpädagogik an der damaligen Berufsakademie Stuttgart – heute ist das die Duale Hochschule – rückte dort das Thema E-Learning in den Fokus. In der Studierendenvertretung waren wir daran beteiligt, den Wechsel auf das Moodle-System mit vorzubereiten und die Einführung der Software zu unterstützen. Heute wird E-Learning auch an der DHBW Stuttgart wie selbstverständlich genutzt, ein Entwicklung, auf die ich damals gehofft habe. E-Learning bietet sowohl für die Lernenden als auch die Lehrenden viele Vorteile, doch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn E-Learning bringt auch mehr Verantwortung für die Lernenden – also die Studenten, Kursteilnehmer oder Schüler – mit. Es gibt zwar Abgabetermine, bis zu denen bestimmte Module bearbeitet und Aufgaben erfüllt sein müssen, doch ob der Lernende sich intensiv mit den Modulen befasst oder diese nur durchklickt, kann niemand wirklich kontrollieren. Eine fortlaufende Kontrolle ist auch gar nicht Sinn des E-Learnings, schließlich ist einer der großen Vorzüge dieser Lernform die Flexibilität und das selbstbestimmte Lernen eines jeden Teilnehmers. Bei meinen Studenten erlebe ich im Coaching ab und an, dass E-Learning durch diese große Freiheit auch zu einer Belastung werden kann. Auch Arbeitnehmer, die ich in ihrem berufsbegleitenden Studium unterstütze, merken in der Regel schnell, dass selbstbestimmtes und sehr freies Lernen nicht nur Vorteile bieten muss. Doch schlussendlich liegt es in der Hand eines jeden Lernenden, ob er oder sie das E-Learning und die damit verbundene Freiheit als Chance oder als Problem begreift und nutzt. Im Folgenden habe ich zwölf Strategien für erfolgreiches E-Learning für Sie zusammengestellt.

E-Learning – (M)eine Definition

Wie schon in meinem Artikel auf der Karrierebibel halte ich es auch hier für wichtig, Ihnen im Vorfeld meine Definition von E-Learning zu erläutern, da es eine allgemeingültige Definition des Begriffes noch nicht gibt. An dieser Stelle zitiere ich mich einfach mal selbst:

Meine Definition des E-Learnings schließt Online-Kurse, vorbereitete Lektionen, Module und interaktive Test mit ein. Video-Konferenzen oder Gruppenchats nehme ich hier jedoch explizit aus. Gerade die Chatfunktion ist zwar in vielen E-Learning-Plattformen integriert, doch aus meiner Sicht ist das etwas anderes. Denn bei Chats und Video-Konferenzen handelt es sich schlicht um Kommunikationskanäle für Lehrer und Lernende. E-Learning ist für mich jedoch der Prozess der Wissensvermittlung durch vorbereitete Inhalte und Lernangebote. Von dieser Definition gehe ich im Folgenden aus.

So wird E-Learning zur Chance

Das Grundproblem habe ich bereits oben beschrieben: E-Learning bietet Ihnen als Lernendem jede Menge Freiheiten, doch das kann eben nicht nur zu Begeisterung, sondern auch zur – unter Studenten berüchtigten – Prokrastination führen. Da Sie mit dem Modul ja jederzeit beginnen könnten, fangen Sie nie damit an. Der Abgabetermin ist noch so weit weg, da können Sie sich Zeit lassen. Komisch nur, dass die Zeit immer so schnell vorbei geht und der Abgabetermin ganz überraschend vor der Tür steht. Die Folge kennt jeder Student zur Genüge: Nachtschichten sind angesagt, in denen das bisher Versäumte schleunigst aufgearbeitet und die Aufgabe erledigt wird. Das geht in den meisten Fällen – leider – sogar gut, doch gesund oder gar nachhaltig ist das keineswegs. Damit es Ihnen beim E-Learning nicht so ergeht und Sie die zahlreichen Vorteile dieser Lernform voll auskosten können, sollten Sie die folgenden zwölf Strategien beherzigen.

1. Ernstnehmen

E-Learning findet am häufigsten im Kontext eines Vollzeit- oder eines berufsbegleitenden Studiums statt. Wenn Sie sich dafür entscheiden, sollten Sie dieses Projekt genau so ernsthaft angehen, wie Ihren Job. Denn einerseits kostet so ein Studium nicht gerade wenig Geld, andererseits bringt es Sie nur weiter, wenn Sie sich voll einbringen.

2. Einplanen

Zu einem ernsthaft betriebenen Studium gehört auch, dass Sie sich Zeiten für das Lernen einplanen. Oft wird der Tipp gegeben, dass Sie dafür immer die gleiche Zeit reservieren sollen. Das halte ich zwar für eine gute Idee, in der Praxis habe ich das jedoch oft scheitern sehen. Wenn es Ihnen so geht wie mir, haben Sie viele verschiedene Projekte und Verpflichtungen. Daher ist es oft nicht möglich, immer zur gleichen Uhrzeit zu lernen. Das muss auch gar nicht sein, solange Sie sich Ihre Lernzeit konsequent nehmen.

3. Vorbereiten

Unabhängig davon ,wann Sie lernen, sollten Sie diese Phasen vorbereiten. Teilen Sie Ihrer Familie mit, für welchen Zeitraum Sie nicht gestört werden wollen, stellen Sie sich Kaffe, Tee, Wasser und Ihr Arbeitsmaterial bereit. Bereiten Sie sich so vor, als würden Sie jetzt eine Vorlesung zum anstehenden Thema besuchen. Denn nichts anderes tun Sie, nur eben in Ihrem Rhythmus und von zu Hause aus.

4. Ausschalten

Für E-Learning-Kurse brauchen Sie – Überraschung – einen Computer und eine Internetverbindung. Schalten Sie während des Lernens jedoch bitte Ihr Mobiltelefon ab und schließen Sie alle Programme und Browser-Tabs, die Sie nicht für das E-Learning brauchen. Nur so können Sie Ablenkungen auf ein Mindestmaß reduzieren.

5. Kennenlernen

Bevor Sie sich tief in einen E-Learning-Kurs vergraben, sollten Sie sich die Zeit nehmen und die Software kennen lernen. Meist gibt es ein Video-Tutorial oder Sie werden interaktiv durch die ersten Schritte geführt. Im schlechtesten Fall müssen Sie sich durch das Handbuch oder die Hilfe wühlen, im besten Fall gibt es eine Einstiegsvorlesung oder Informationsveranstaltung zu dem System.

6. Einteilen

E-Learning-Kurse sind – so lange die Server laufen – rund um die Uhr verfügbar. Das bedeutet: Sie können grundsätzlich so lange lernen, wie Sie wollen. Sinnvoll ist das allerdings nicht, denn bereits nach 30 bis 45 Minuten lässt Ihre Aufmerksamkeit nach und nach mehr als zwei Stunden ist Lernen nur noch schwer möglich. Teilen Sie sich deshalb Ihren Stoff und Ihre Module ein und machen Sie zwischendrin Pausen. Zu viel auf einmal bringt Ihnen gar nichts, teilen Sie das Lernpensum lieber auf mehrere Einheiten auf.

7. Festlegen

Manchen Lernenden fällt der Lernprozess an sich nicht schwer, doch wenn es darum geht eine gestellte Aufgabe zu bearbeiten oder eine Studienarbeit zu schreiben, finden sie tausend interessantere Dinge. Natürlich können Sie sich – wenn Sie zu dieser Gruppe gehören – selbst Ziele setzen und versuchen, diese einzuhalten. Das ist – meiner Erfahrung nach – jedoch meist nicht verbindlich genug. Legen Sie Ziele daher mit einem Kommilitonen, Freund oder Coach fest. Diese Person muss Sie dann immer wieder an den gemeinsam vereinbarten Abgabetermin erinnern und auf dessen Einhaltung bestehen. Es sollte sich dabei um jemanden handeln, den Sie entweder nicht enttäuschen wollen, oder dessen Arbeitszeit Sie Geld kostet, also ein Coach. Beide Faktoren sind dazu geeignet, Sie zur Einhaltung des Abgabetermins zu motivieren.

8. Wechseln

Bei den meisten Lernenden gibt es im Lauf eines Kurses Tiefphasen, in denen absolut nichts klappen will und in denen sie beim lernen einfach nicht weiter kommen. Hier kommt die Ortsunabhängigkeit von E-Learning zum Tragen, denn Sie können sich einfach Ihren Laptop schnappen und sich in ein Café oder eine Bibliothek mit WLAN – gibt es inzwischen zu Hauff – zurückziehen. Der Ortswechsel wirkt oft belebend und kann dazu beitragen, Lern- oder Schreibblockaden zu überwinden.

9. Entspannen

Einige Lernblockaden sind jedoch auch schlicht auf Überlastung zurückzuführen. Wenn alle Tipps und Strategien nichts bewirken, sollten Sie sich ein oder zwei Tage Auszeit gönnen. Danach werden Sie dafür frisch gestärkt und aufnahmefähig wieder an den Lernstoff gehen können.

10. Lehren

Diese Strategie gilt für jeden Lernprozess, da Sie beim E-Learning jedoch primär alleine lernen, gewinnt sie hier besondere Bedeutung. So bald Sie der Meinung sind, ein Modul oder ein Themengebiet wirklich verstanden zu haben, sollten Sie sich mit Ihren Kommilitonen treffen und diesen den gelernten Stoff vermitteln. Beim Lehren merken Sie oft erst, ob sie etwas wirklich verinnerlicht haben und der Stoff prägt sich Ihnen noch besser ein. Sehen Sie es einfach als Lernkontrolle mit Zusatznutzen für die gesamte Lerngruppe.

11. Aufstehen

Beim E-Learning sitzen Sie den größten Teil der Zeit vor dem Computer. Vergessen Sie bei allem Lerneifer nicht, ab und zu aufzustehen, sich zu bewegen und auch mal nach draußen zu gehen um das – hoffentlich – herrliche Wetter zu genießen. Lernen ist nicht alles.

12. Vernetzen

Die meisten E-Learning-Kurse sind Teil eines Studiums oder Seminars, das auch aus Präsenzterminen besteht. Bei diesen Veranstaltungen sehen Sie Ihre Kommilitonen persönlich. Nutzen Sie diese Chance um sich untereinander kennen zu lernen und Lerngruppen zu bilden. Treffen Sie sich – sofern möglich – auch außerhalb der Präsenztermine und lernen Sie ganz traditionell in einer Lerngruppe. Warum? Weil E-Learning eine Ergänzung zu Dialog und Diskussionen ist, keine an sich ausreichende Lernform. Denn manche Themen lernen Sie durch den direkten Austausch mit einem Menschen einfach am besten.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

Twitter-Symbol Facebook-Symbol YouTube-Symbol Soundcloud-Symbol Xing-Symbol LinkedIn-Symbol Skype-Symbol

Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

[…] beruflichen Aufstieg. Drei Fragen stehen aus meiner Sicht bei der Entscheidung für oder gegen ein berufsbegleitendes Studium im […]

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfeld / ** Wird nicht veröffentlicht!

 
Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden.
Mehr dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an cm@sozial-pr.net widerrufen.