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13.12.2012 Kommunikation Von: Christian Müller 0 Kommentare

@pontifex: Der Papst twittert – und er macht es gut

Wer Twitter auch nur ein kleines bisschen nutzt, hat es garantiert schon mitbekommen: Der Papst – respektive sein Kommunikationsteam – twittert seit gestern unter dem Namen @pontifex. Mit mehr als einer Million Follower hat der Account in kürzester Zeit eine beachtliche Fan-Gemeinde aufgebaut. Die Einstiegsstrategie des Vatikans war interessant: Der Account wurde bereits einige Tage im Voraus angelegt. Gleichzeitig kam die Ankündigung, dass der erste Tweet am 12. Dezember 2012 abgesetzt wird. Klar, die Aufmerksamkeit hat man damit auf sich gezogen und die Follower-Zahl wuchs praktisch minütlich an.

Naturgemäß beteiligten sich an der ausgerufenen Fragerunde auch viele Scherzbolde, so dass auf einigen Seiten zu lesen war, das Twitter-Debut des Papstes würde “aus dem Ruder” laufen. Das tut es jedoch ganz und gar nicht. Entgegen meiner Befürchtung macht das Kommunikationsteam seine Sache ausgesprochen gut.

Unbegründete Befürchtungen

Ein Kommentar gleich vorweg: Wer auf Grund der zahlreichen – mehr oder weniger lustigen – Fragen das Projekt als Fehlschlag bezeichnet hat, sollte noch mal den Kurs “Social Media für Anfänger” besuchen. Es war völlig absehbar und klar, dass solche Antworten kommen würden. Schließlich handelt es sich beim Papst um eine extrem polarisierende Person und Funktion. Meine Befürchtungen gingen eher in die Richtung, dass der Vatikan Twitter als reinen Nachrichtenkanal ohne echten Mehrwert nutzen würde. Die Eigenheiten des Mediums wären damit komplett ignoriert worden.

Warum ich das befürchtet habe? Nein, nicht weil ich Katholik bin (ganz sicher nicht), sondern weil ich schon lange darauf warte, dass eine der großen Kirchen die Social Media wirklich gut nutzt. Natürlich gibt es schon zahlreiche Twitter-Accounts und Facebook-Seiten, doch meinem Eindruck nach schafft es bisher keine Religionsgemeinschaft, sich die Besonderheiten der Kommunikationskanäle zu eigen zu machen.

Der Vatikan kennt seine Fans

Doch genau das tut jetzt der Papst – zu meiner völligen Überraschungen. Natürlich war mir klar, dass der Vatikan sich gute Kommunikatoren einkaufen kann, Geld ist nun wirklich nicht das Problem. Ich ging nur nicht davon aus, dass er es auch tun würde. Doch weit gefehlt. Statt Nachrichten twittert @pontifex nämlich kurze Sätze und Aussagen, die den Gläubigen als Impulse für den eigenen Glauben und die Beschäftigung damit dienen. Wie das aktuell aussieht, seht ihr auf dem folgenden Screenshot.

Ich bin wirklich beeindruckt! Statt sich in die Reihe all der Nachrichtenkanäle einzureihen, tut das Team des Papstes genau das, was tausende Gläubige von ihm erwarten: Er gibt Orientierung, regt zur Beschäftigung mit dem Glauben an und konzentriert sich ganz auf die Spiritualität. Was immer man auch vom Papst hält – ich bin definitiv kein Fan – er tut genau das, was vom Oberhaupt der Katholischen Kirche erwartet wird: Er positioniert sich als religiöser Führer und Wegweiser. Und wird dadurch sogar für nicht katholische Christen oder einfach spirituell interessierte Menschen interessant.

Wer auch immer die Strategie entwickelt hat: Hut ab und Respekt, wirklich gute Arbeit. Was noch viel besser ist: Andere Kirchen sehen jetzt, dass Social Media auch erfolgreich und sinnvoll in ihrem Sinne genutzt werden können. Die Strategie von @pontifex ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, doch sie kann dabei helfen, Berührungsängste und Hemmschwellen anderer Kirchen und Organisationen abzubauen. Allein das wäre dann schon ein beeindruckender Erfolg.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

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