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29.12.2012 Kommunikation Von: Christian Müller 3 Kommentare

Social Media Berater: Kompetenz – (k)eine Frage der Ausbildung?

Team

“Ein Social Media-Berater sollte eine klassische PR-Ausbildung haben”

Dieses Zitat stammt aus einem Artikel von Nicolas Scheidtweiler, auf den ich über die Social Media Management Google+-Community gestoßen bin. Im Artikel stellt Nicolas Scheidtweiler seine grundlegenden Anforderungen an einen Social Media Berater dar. Mit zwei seiner drei Punkte stimme ich überein und inhaltlich ist auch der dritte nicht ganz verkehrt. Die Einganges genannte Überschrift stört mich allerdings doch, denn aus eigener Erfahrung weiß ich: Eine PR-Ausbildung ist keineswegs Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit als Social Media Berater. Dabei zählt nur die Kompetenz – und die ist unabhängig von einer spezifischen Ausbildung.

Social Media Berater: Professionelle Wurzeln in vielen Bereichen

Das ist allerdings kein Plädoyer gegen eine Ausbildung im PR-Bereich, ganz und gar nicht. Natürlich können sich kompetente PR-Mitarbeiter in die Social Media einarbeiten, keine Frage. Nur: Das ist auch mit einem anderen beruflichen Background möglich.

Das ist einer von vielen Aspekten, die mich bei den Social Media so faszinieren: Es geht primär um Kommunikation mit Menschen, das Transportieren von Botschaften und den Aufbau nachhaltiger Beziehungen. Sicher ist, um das Ganze professionell zu betreiben, dafür ein fachliches Fundament notwendig. Doch das kann auf viele verschiedene Arten entstehen. Inzwischen durfte ich einige hervorragende Social Media und Öffentlichkeitsarbeiter kennenlernen. Hier eine kleine Auswahl ihrer beruflichen Wurzeln:

Diese Liste bezieht sich wirklich nur auf meine persönliche Erfahrungen mit Social Media Beratern und Kommunikatoren und ich bin sicher, dass sie sich noch ergänzen lässt. Social Media Manager sind aktuell übrigens noch nicht dabei. Das liegt jedoch nicht daran, dass die dafür vorhandenen Ausbildungen schlecht wären. Sie sind wahrscheinlich einfach noch zu neu, um bereits viele Absolventen hervorgebracht zu haben.

Kompetenz entsteht aus Leidenschaft, Erfahrung und Wissen

Doch bereits meine oben dargestellte Auswahl zeigt deutlich: Der berufliche Background eines Social Media Beraters spielt nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind aus meiner Sicht vier Faktoren:

  1. Leidenschaft für Kommunikation mit Menschen
  2. Erfahrung in den Social Media
  3. Theoretisches Wissen in den Bereichen Kommunikation, Psychologie und Social Media
  4. Verständnis für die Prozesse und Strukturen von Unternehmen

Wer den eingangs verlinkten Artikel von Nicolas Scheidtweiler gelesen hat, wird einige hier einige Parallelen erkennen. Im Folgenden beleuchte ich die einzelnen Aspekte genauer.

1. Leidenschaft für Kommunikation mit Menschen

Der Zusatz “mit Menschen” mag den einen oder anderen irritieren, ist von mir jedoch ganz bewusst gewählt. Es geht eben nicht nur darum, leidenschaftlich gerne zu kommunizieren. Nein, wer in den Social Media wirklich erfolgreich sein und diese optimal nutzen will, muss auch Freude am Dialog, an Diskussionen und generell an der Auseinandersetzung mit Menschen haben. Es reicht beispielsweise nicht, gerne und gut zu schreiben. Dieses Talent muss dann auch von der Bereitschaft, auf Kommentare einzugehen und Diskussionen zu führen, ergänzt werden.

2. Erfahrung in den Social Media

Einerseits komme ich mir wirklich komisch vor, wenn ich eine solche Selbstverständlichkeit hier explizit erwähne. Andererseits weiß ich jedoch aus eigener, schmerzhafter Erfahrung, dass es genug selbstproklamierte Social Media Berater gibt, die bereits nach wenigen Wochen – oft rein passiver – Nutzung der sozialen Netzwerke ihre Dienstleistung anbieten. Hier stimme ich völlig mit Nicolas Scheidtweiler überein:

“Ein Berater sollte “Onliner” sein. Er sollte eigene Erfahrungen (und Fehler) gemacht haben, um zu erkennen, was funktioniert und was nicht funktioniert.”

3. Theoretisches Wissen in den Bereichen Kommunikation, Psychologie und Social Media

Ohne Fachwissen geht es nicht. Ein Social Media Berater muss mit den Fachbegriffen SWOT-Analyse, Botschaft, Zielgruppe, Positionierung und anderen etwas anfangen können. Dieses Wissen kann er – oder sie – sich jedoch autodidaktisch oder durch eine der zahlreichen angebotenen Seminare aneignen. Wichtiger als ein akademischer Grad oder eine formale Ausbildung ist hier, dass dieses Wissen ganz konkret in der Praxis angewandt und für den jeweiligen Klienten sinnvoll umgesetzt werden kann.

4. Verständnis für die Prozesse und Strukturen von Unternehmen

Dieser Aspekt fällt Digital Natives, die sich das notwendige Fachwissen aneignen und auch einen beruflich passenden Background mitbringen oft am schwersten. Viele kreative Ideen, Konzepte und Vorstellungen kollidieren in Unternehmen oft mit den dort vorhandenen Prozessen und Strukturen. Anders formuliert: Unternehmen und Organisationen sind nicht allzu beweglich und flexibel. Eine Erfahrung, die vor allem für hoch motivierte Social Media und Öffentlichkeitsarbeiter sehr frustrierend sein kann.

Der zu Beginn oft angewandte Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Ansatz ist in der Regel zum Scheitern verurteilt. Erfolge und nachhaltige Veränderungen können meist nur mit dem System und nicht durch Konfrontation erreicht werden. Dazu sind umfassende Kenntnisse der Prozesse und Strukturen und vor allem ein Verständnis der zu Grunde liegenden Denk- und Entscheidungsmuster essentiell. Diese können durch eigene Erfahrung und durch ausführlichen Erfahrungsaustausch mit Mitarbeitern aus den Unternehmen aufgebaut werden.

Auch die Philosophie muss stimmen

Ein letzter und aus meiner Sicht enorm wichtiger Punkt: Auch wenn ein Social Media Berater über die notwendige Kompetenz verfügt, muss er nicht der Richtige für ein spezifisches Unternehmen sein. Unabhängig von Ausbildung, Erfahrung und Wissen gilt: Die Unternehmensphilosophie und die grundsätzliche Arbeitshaltung des Social Media Beraters müssen zusammenpassen. Nur wenn hier deutliche Schnittmengen und ein grundlegendes Verständnis beider Seiten erkennbar sind, kann eine Zusammenarbeit fruchtbar sein.

Daher ist meine Bitte an alle Unternehmen: Sucht Euch Social Media Berater nicht primär nach ihrer formalen Ausbildung, sondern nach ihrer Kompetenz und Philosophie aus. Wenn diese Aspekte Euch überzeugen, habt ihr den Richtigen gefunden. Auch wenn vor allem in Deutschland auf formale Qualifikationen enorm Wert gelegt wird: Kompetenz lässt sich nicht durch ein Zertifikat erwerben. Das macht Abschlüsse nicht wertlos, absolut nicht, doch sie sind eben auch nicht die Garantie für gute Arbeit und fachliche Kompetenz.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

[…] von Nils Thorsten Lange zu Gast. Wir haben uns eine gute halbe Stunde über die Anforderungen an Social Media Berater unterhalten und uns in der recht knapp bemessenen Zeit natürlich auf die wichtigsten Punkte und […]

[…] keinster Weise durchgesetzt. Es gibt aus meiner Sicht jedoch erfreuliche Ansätze, die zeigen, dass Social Media auch in diesem Bereich langsam Fuß fassen. Und mit der wachsenden Zahl an Social Media affinen […]

[…] ich als Autor, Berater und Trainer unter anderem davon lebe, dass Unternehmen Social Media einsetzt, müsste ich einem […]

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