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05.12.2012 Von: Christian Müller Lesedauer: 3 Minuten

Social Media ROI: Märchenstunde a la Samsung und Facebook

Die möglichst exakte Messung des Returns of Investment (ROI) ist im Hinblick auf das Engagement in den Social Media seit jeher ein sensibles Thema. Sicher lassen sich die Effekte von Kampagnen und einer aktiven Community durch vielschichtiges Monitoring erfassen. Ein vollständiges Bild ergibt sich so jedoch in den seltensten Fällen. Businessinsider berichtet allerdings von einem Fall, in dem die Messung des ROI einer Facebook-Werbekampagne nicht nur exakt gelungen sein soll. Nein, auch das Ergebnis der Werbekampagne spricht eine deutliche Sprache: Angeblich hat Samsung für eine dreiwöchige Facebook-Werbekampagne während des iPhone 5 Lauches in den USA 10 Millionen US-Dollar ausgegeben. So weit, so gut. Doch 129 Millionen US-Dollar Umsatz sollen ausschließlich auf diese Werbekampagne zurückzuführen sein. Entschuldigung, aber da bin ich ganz bei Karsten von HellYeah Marketing und sage mal ganz laut: „Schwachsinn!“.

Oliver Blanchard von BrandBuilder stellt auf Facebook dann auch genau die richtige Frage:

In den Kommentaren zu seiner Frage geht es hoch her, doch auch bei ausführlicher Recherche zeigt sich: Es gibt dazu keine öffentlich zugänglichen Daten. Die Aussage basiert – etwas überspitzt formuliert – auf dem Versprechen, dass die Daten ihre Richtigkeit haben und den Schluss, der Umsatz sei ausschließlich auf die Facebook Ads zurückzuführen, sicher zulassen. Das Problem: Dieses Versprechen kommt von Facebook selbst und die scheinen mir irgendwie keine ganz neutrale Partei bei dieser Sache zu sein.

Wo sind die Daten?

Auf Fragen nach den genauen Daten und der Methode, mit der der Zusammenhang zwischen Werbekampagne und Umsatz ermittelt wurde, schweigt sich Facebook aus. Und genau das macht das Ganze unglaubwürdig. Wenn Facebook wirklich Daten hätte, die den – für sie als Werbeanbieter absolut genialen – Effekt der Werbekampagne zweifellos belegen würden, müssten sie damit doch eigentlich allen Tech- und Social Media Blogs jenseits des Atlantiks die Redaktionen einrennen. Einen besseren Beleg für die Wirkung von Facebook Ads gäbe es doch gar nicht.

Doch genau das passiert nicht, Details werden nicht veröffentlicht. Ich habe heute noch mit einem befreundeten Werber gesprochen und ihn gefragt, wie beim Monitoring sichergestellt werden kann, dass eine Kaufentscheidung ausschließlich auf eine bestimmte Werbekampagne zurückzuführen ist. Seine Antwort hat mich nicht überrascht: gar nicht. Es lässt sich schlicht nicht ausschließen, dass die Samsung-Kunden auch von Fernseh- oder Plakat-Werbung – die Samsung in diesem Zeitraum ja auch laufen hatte – zu ihrem Kauf motiviert wurden. Wie will Facebook denn bitte messen, ob die Werbekampagne auf ihrer Plattform die Kaufentscheidung ausgelöst hat? Eben, das geht nicht zweifelsfrei.

Eine verpasste Chance

Was mich dabei jedoch am meisten aufregt: Facebook und Samsung hätten die bekannt gewordenen Zahlen dennoch hervorragend für sich nutzen können. Es hätte völlig gereicht, wenn Facebook betont hätte, dass die Werbekampagne auf ihrer Plattform ein wichtiger Faktor für den enormen Umsatz von Samsung war. Das hätten vermutlich die wenigsten in Zweifel gezogen und dieser Zusammenhang wäre wahrscheinlich sogar nachvollziehbar gewesen. Denn das Facebook Ads mit ihrer hohen Anpassbarkeit und der möglichen Feinabstimmung auf die entsprechende Zielgruppe grundsätzlich funktionieren, bezweifelt fast niemand. Samsung hätte sich gleichzeitig den virtuellen Orden für eine hervorragend gemachte Werbekampagne ans Revers heften können.

Doch so bleibt das Gefühl zurück, eine vorweihnachtliche Märchenstunden a la Facebook und Samsung erlebt zu haben. Schade, es hätte so viel mehr sein können.

Über Karsten bin ich auf Facebook übrigens erst auf die Story gekommen. Danke für den Impuls.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

[…] Begriff des ROI, also des Return on Investment, wird seit Jahren auch für den Kommunikations- und Social Media […]

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