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23.03.2012 Studium Von: Christian Müller 0 Kommentare

Soziales Lernen – Facebook und Co. als Studientools

Sind Sie Student oder Dozent an einer Fachhochschule, Universität oder Dualen Hochschule? Ja? Dann habe ich eine Frage an Sie: An was denken Sie bei Facebook, Google+ und Twitter? Die meisten Dozenten und Professoren, mit denen ich spreche, antworten darauf spontan: Ablenkung, Zeitfresser, dauerndes Chatten, übernächtigte Studenten und Probleme im Studium. Meine Studenten im Coaching nennen dagegen Begriffe wie Freunde, Kommunikation, Chat, Neuigkeiten, Nachrichten, Fotos und Events. Zwei doch sehr unterschiedliche Assoziationen. Dabei können beide Gruppen – Studenten und Dozenten oder Professoren – enorm von Facebook und Co. in Studium und Lehre profitieren.

Als ich das erste Mal mit der Sicht der Dozenten konfrontiert wurde, war ich verblüfft. Ich hatte nicht gedacht, dass Soziale Netzwerke unter den heutigen Dozenten immer noch einen so schlechten Ruf haben. Immerhin waren nicht wenige der Angesprochenen Mitte dreißig oder jünger und nutzen beispielsweise Facebook auch privat. Doch es gab auch einen Lichtblick, denn eine junge Dozentin antwortete auf meine Frage sinngemäß: “Facebook ist Klasse, darüber diskutiere ich mit meinen Studenten außerhalb der Vorlesung weiter.” Recht hat Sie, denn Facebook und Google+ können hervorragend Studientools sein. Wenn Sie richtig eingesetzt werden.

Was ist mit den bestehenden E-Learning-Plattformen?

Mir ist klar, dass inzwischen an allen höheren Bildungseinrichtungen E-Learning-Systeme wie beispielsweise Moodle oder Iversity im Einsatz sind. Diese Systeme bieten den Studenten und Dozenten ortsunabhängigen Zugriff auf Dokumente und Aufgabenstellungen, interaktive Arbeitsmodule und Tests können – je nach System – eingebunden und die Ergebnisse diskutiert werden. Aus vielen Gesprächen mit Studenten weiß ich, dass diese Systeme sowohl von Studenten als auch von Dozenten genutzt werden – zumindest von den meisten. Doch oft beschränkt sich diese Nutzung auf das Herunterladen und Ablegen von Dokumente und die Bearbeitung von im System eingebundenen Modulen. Diskussionen finden in den E-Learning-Systemen – leider – nur selten statt.

Convenience ist Trumpf

Der Grund liegt auf der Hand: Studenten und Dozenten müssen die E-Learning-Plattform gesondert ansteuern, sich dort einloggen und – um gleichzeitig online zu sein – im Vorfeld einen Termin festlegen. Alles kein großer Aufwand, doch in das eigene Facebook- und vielleicht auch Google-Konto sind die meisten ohnehin eingeloggt, so bald sie online sind. Da Facebook seine mobilen Applikationen für fast alle existierenden mobilen Betriebssysteme anbietet und auch Google+ und Twitter mobil verfügbar sind und mit Push-Benachrichtigungen aufwarten können, sind viele Studenten und Dozenten auch unterwegs ständig erreichbar. Oder anders formuliert: Die Kommunikation über Facebook, Google+ und Twitter ist im Alltag einfach, schnell und unkompliziert.

Die Sozialen Netzwerke punkten also durch Ihre hohe Convenience. Warum ich den englischen Begriff verwende, wo es doch deutsche Entsprechungen gibt? Weil Convenience für mich eine Kombination aus vielen Faktoren beschreibt. Einerseits gehört dazu der oben beschriebene niederschwellige Zugang, andererseits spielt hier auch die Vertrautheit mit dem Medium eine Rolle. Denn Facebook und Co. sind den meisten durch umfangreiche Nutzung bekannt. E-Learning-Plattformen sind zwar nicht unbedingt kompliziert, aber eben doch “anders”. Und fühlen sich daher ungewohnt an.

Soziale Netzwerke im Studium

Wie sich Facebook als E-Learning-Plattform einsetzen lässt, habe ich auf der Karrierebibel bereits beschrieben. Dort finden sich auch einige Tipps, wie sich Twitter und Google+ seminarbegleitend nutzen lassen. Doch im Studium setze ich bei meinen Studenten im Coaching auf einen Mix verschiedener Netzwerke, um die Stärken der verschiedenen Plattformen optimal zu nutzen.

Facebook

Facebook ist für mich und meine Studenten im Coaching primär Kommunikations- und Planungsplattform. In privaten Gruppen werden Fragen und Probleme diskutiert und eingebracht. Sowohl meine Studenten als auch ich sind mehr oder weniger ständig in Facebook eingeloggt und werden bei neuen Nachrichten daher sofort benachrichtigt. Für mich als Coach – und das trifft auch für Dozenten zu – besteht der wesentliche Vorteil darin, dass ich eine Frage nur einmal beantworten muss. Danach ist die Antwort für alle sichtbar und Doppelungen werde – weitestgehend – vermieden. Zur Planung erstelle ich Veranstaltungen für die Mitglieder der privaten Gruppe. Diese können die Studenten dann bestätigen oder eigene Terminvorschläge einbringen. Das funktioniert sogar noch besser als Doodle, da die Veranstaltungen eben direkt in die Plattform integriert sind. Aus Datenschutzperspektive ist Facebook – vor allem mit den anstehenden Änderungen – nicht optimal, doch die Convenience ist unerreicht.

Google+

Persönlich ist mir Googles Soziales Netzwerk lieber als Facebook. Die aufgeräumtere Optik die – aus meiner Sicht – klarere Struktur und die besser integrierten Funktionen machen Google+ für mich zum Netzwerk der Wahl. Mit meinen Studenten habe ich zu Beginn Hangouts stark genutzt und kann das defintiv empfehlen. Inzwischen bin ich jedoch auf Skype-Konferenzen ausgewichen und zahle für die entsprechende Funktion. Der Grund ist einfach: Es kommen bei den Coachings aktuell verstärkt Themen zur Sprache, die meine Studenten und ich in einem semi-öffentlichen Kontext nicht besprechen wollen. So bald Google+ private Hangouts anbietet, die ich nur für bestimmte Teilnehmer freigeben kann, kehre ich sofort zu Googles Video Chat zurück.

Auf Messen und sonstigen Events hat sich der Messenger der mobilen Google+-Applikation bewährt. Denn hier kann ein Chat auf festgelegte Teilnehmer beschränkt werden und ist daher perfekt für die Team-Kommunikation bei einer großen Veranstaltung geeignet. Dieses Prinzip lässt sich auch auf einen Tag der offenen Tür oder eine groß angelegte Umfrage in einer Stadt anwenden. Über den Messenger können die Studenten und Dozenten bei solchen Aktionen in Kontakt bleiben und sich abstimmen.

Twitter

Twitter nutze ich mit meinen Studenten in Kombination mit Evernote als Materialsammlung. Durch einen @-reply an @myEN lassen sich Tweets direkt in Evernote archivieren. Seesmic verfügt – sowohl auf iOS als auch auf Android – über die Option, Tweets oder Links direkt in Evernote abzulegen. In Evernote kommen die so gesammelten Tweets dann in ein Notizbuch, das für alle Studenten zugänglich ist.

Inzwischen übernimmt – zumindest bei Texten – Instapaper immer mehr diese Funktion. Auf Android ist dieser Dienst jedoch nicht so komfortabel zu nutzen wie auf iOS, Read it later macht hier eine bessere Figur.

Soziale Netzwerke im Studium – Eine Frage der richtigen Nutzung

Die oben genannten Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten lösen nicht das Problem, dass Soziale Netzwerke auch enorme Zeitfresser und Ablenkungsquellen sein können. Dennoch lassen sich diese Plattformen produktiv in das Studium einbinden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich Dozenten und Studenten gemeinsam darauf verständigen und den Plan dann auch konsequent umsetzen. Als Einstieg eignet sich auch ein kurzer Workshop oder eine gemeinsame Arbeitssitzung, in der die gesamte Studiengruppe den Einsatz diskutiert und Regeln definiert. So vorbereitet steht dem erfolgreichen Einsatz im Studium nichts mehr im Weg.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

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