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16.09.2012 Allgemein Von: Christian Müller

Was soll ich denn schreiben? – 12 Themenvorschläge für Euer Tagebuch

Der heutige Artikel ist die Antwort auf eine Lesefrage, die mich über Umwege – danke an Ivan Blatter für die Weiterleitung – erreichte. Und der Leser – @nebenbeistudent auf Twitter – hat Recht: Über die Vorteile und die Faszination des Tagebuchschreibens habe ich mich bereits an mehreren Stellen ausgelassen. Auch den Sinn und Nutzen, das Ganze handschrifltich zu tun, habe ich mehrfach beschrieben. Doch die folgende Frage habe ich noch nicht beantwortet. Da mir das regelmäßige Schreiben leicht fällt, bin ich schlicht nicht darauf gekommen, dass dieses Thema interessant sein könnte. Die Frage lautet:

Über was soll ich denn Tagebuch schreiben? Mir fehlen da Themen, mit denen ich anfangen kann.

Hier der Tweet mit der Original Ausgangsfrage:

Stimmt, zum thematischen Einstieg ins Tagebuch habe ich bisher nichts geschrieben. Danke für den Hinweis, das ändere ich jetzt.

Warum schreibst du?

Doch warum fällt manchen der Einstieg schwer, während andere problemlos und ohne lange nachzudenken drauflos schreiben können? Mit Talent und Begabung für's Schreiben hat das nicht viel oder gar nichts zu tun. Denn beim Tagebuch geht es nicht um Stil und sprachliche Fähigkeiten, sondern um die Ordnung der eigenen Gedanken. Doch entscheidend ist Eure Motivation für das Schreiben. Wenn Ihr für Euch wisst, warum Ihr mit einem Tagebuch beginnen wollt, was Ihr damit für Euch erreichen wollt, ist das Schreiben kein Problem mehr.

Als kleinen Inspirationsschub habe ich Euch einige mögliche Themen zusammengestellt. Diese Liste ist natürlich keineswegs vollständig oder abschließend und ganz sicher werden nicht alle Themen für Euch passen. Sucht Euch einfach die Punkte raus, die Euch ansprechen oder macht Euch auf Grundlage meiner Vorschläge selbst Gedanken. Jetzt wünsch ich Euch viel Spaß beim Tagebuchschreiben. Und natürlich freue ich mich über Eure Erfahrungen und Kommentare.

  1. Tagesbericht – Der Klassiker aller Tagebuchthemen: Lasst Euren Tag schriftlich Revue passieren und notiert, was Ihr im Lauf des Tages erlebt habt. Das kann beruhigend und entspannend wirken.
  2. Erfolgstagebuch – Natürlich könnt Ihr Euch auch auf Eure Erfolge und die erreichten Ziele konzentrieren. Das hat den Vorteil, dass Ihr Euch bewusst machen könnt, was Ihr geschafft habt und welche Stärken Ihr an diesem Tag genutzt oder weiterentwickelt habt.
  3. Projektentwicklung – Manche meiner Coachees dokumentieren in Ihren Tagebüchern den Verlauf bestimmter Projekte und machen für sich den Arbeitsverlauf transparent. Dadurch haben sie in Phasen mit keinem oder nur langsamen Fortschritt die Möglichkeit, sich das bisher erreichte wieder vor Augen zu führen. Das kann über Frustration hinweg helfen.
  4. Reflexion – An manchen Tagen kann ein Tagebuch auch einfach zur Reflexion bestimmter Gedanken oder Themen dienen. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Ihr Euch einem wichtigen Thema nähert und beispielsweise noch nicht mit einem Freunde oder anderen Menschen darüber sprechen wollt oder könnt.
  5. Morgenseiten – Euer Tagebuch kann natürlich auch aus Morgen- oder Abendseiten bestehen. Der Vorteil: Ihr habt alle Morgenseiten immer dabei und könnt diese auch mal nachlesen.
  6. Schreibtraining – Auch eine Möglichkeit: Ihr nutzt Euer Tagebuch als Trainingsfeld für neue Scheibstile oder neue Textformen. Hier könnt Ihr komplett frei schreiben, Neues ausprobieren und mit einer für Euch neuen Art des Schreibens vertraut werden.
  7. Themensammlung – Inzwischen kenne ich mindestens zwei Studenten, die in ihrem Tagebuch Themen für ihre Blogs oder wissenschaftlichen Arbeiten sammeln. Warum sie das im Tagebuch tun? Weil sie dort sicher sein können, dass niemand reinschaut und ihre Gedanken und Themen so lange privat bleiben, wie sie es wollen.
  8. Gedichte – Es gibt erstaunlich viele Menschen, die Gedichte schreiben oder zumindest schreiben wollen. Doch die meisten trauen sich einfach nicht, da sie die Gedichte niemandem zeigen wollen oder sich nicht trauen. Das Tagebuch bietet jedoch einen geschützten Rahmen, in dem Ihr Eure lyrischen Fähigkeiten völlig unbesorgt entwickeln könnt.
  9. Entwürfe – Nicht wenige meiner Artikel entstehen aus Tagebucheinträgen. Dabei beginne ich keinen Entwurf bewusst im Tagebuch, die Artikel entwickeln sich oft ganz von selbst beim Schreiben. In kürzester Zeit wird so aus einem normalen Tagebucheintrag ein Artikel.
  10. Schreibblockadenlösungsmittel – Okay okay, der Titel dieses Punktes ist lang und umständlich. Aber hey, es trifft den Sinn und Zweck wunderbar. So gut wie jeder Student kennt Schreibblockaden, kennt das Gefühl, vor dem leeren Bildschirm zu sitzen und keinen Satz an der wissenschafltichen Arbeit schreiben zu können, der länger als 30 Sekunden stehen bleibt. In einem solchen Fall solltet Ihr Euch Euer Tagebuch schnappen und einfach – von Hand – drauf los schreiben. Oft wird sich die Schreibblockade schnell auflösen.
  11. Briefe – Viele Menschen schreiben in ihrem Tagebuch auch Briefe in denen Sie bestimmten Menschen all das sagen, was sie persönlich nicht aussprechen können. Dadurch können sich Wut, Frust und andere Emotionen lösen und Verarbeitungsprozesse beginnen. Wichtig: Das Tagebuch löst dabei keine Probleme, es kann nur der Anstoß dafür sein.
  12. Entscheidungsfindung – Ihr habt eine schwierige Entscheidung vor Euch und wollt oder könnt das nicht mit anderen besprechen? Dann kann Euer Tagebuch genau der richtige Ort sein. Mancher Coachee bearbeitet Entscheidungen – auch wenn vielleicht seltsam klingt – als Dialog im Tagebuch. Dabei ist eine Stimme für die Vor-, die andere für die Nachteile verantwortlich. Die Beiträge beider Seiten wechseln sich ab, so zeigt sich schnell, ob Ihr mehr Vor- oder Nachteile in der Entscheidung seht.

 

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

Ivan Blatter  |   17. September 2012 um 16:39 Uhr

Ich schreibe phasenweise täglich in mein Tagebuch, dann wiederum monatelang nicht mehr. Mein “Problem” ist: Ich schreibe ausschließlich morgens, denn tagsüber arbeite ich und abends mag ich nicht mehr. Deshalb habe ich das Schreiben in meine Morgenroutine eingebaut – wenn ich wieder mal eine Tagebuch-Phase habe.

Jetzt kommt aber das eigentliche Problem: Viele der Themenvorschläge machen morgens wenig Sinn. Deshalb schreibe ich einfach “automatisch”, d.h. ohne Nachdenken, ohne Korrigieren oder redigieren, ohne roten Faden. Ich leere sozusagen meinen Kopf, was sehr gut tut.

Das ist vermutlich das, was Du mit den Morgenseiten meinst.

Christian  |   17. September 2012 um 16:42 Uhr

Hallo Ivan,

jap, genau das meine ich mit Morgenseiten bzw. ist das Konzept dahinter.

Tagesreflexion ist morgens natürlich noch nicht möglich, doch Projektreflexion oder Erfolgstagebuch – vom Tag davor – durchaus. Natürlich könntest du es auch umdrehen und ein Zieltagebuch daraus machen oder den Tagesverlauf skizzieren.

Wäre so was denkbar?

Gruß,
Christian

Ivan Blatter  |   17. September 2012 um 19:57 Uhr

Das ist sogar eine gute Idee! Vermutlich hätte ich danach noch mehr Power, was sich durch den ganzen Tag ziehen könnte. Danke für die Inspiration!

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Sabrina  |   21. September 2014 um 23:27 Uhr

Ich mag die Tipps hier, die gefallen mir wirklich. Die Themenvorschläge sind super 🙂

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