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07.07.2012 Lebenskarriere Von: Christian Müller 1 Kommentar

Zeitverschwendung? Schwachsinn! – Ein Plädoyer für den bewussten Zeitgenuss

Stellen Sie sich bitte die folgende Situation vor: Ein gemütlicher Samstag-Vormittag, Sie liegen ganz entspannt auf dem Balkon und genießen die Sonne. Sie lesen nicht, hören keine Musik, sondern tun einfach gar nichts. Jetzt meine Frage: Wie fühlt sich dieses Bild an? Könnten Sie die Situation genießen oder hätten Sie ein schlechtes Gewissen, weil Sie wertvolle Zeit verschwenden und nicht produktiv nutzen? Letzteres erlebe ich leider oft bei meinen stark leistungsorientierten Coachees und vielen Studenten. Sobald das Gespräch auf Erholung und Entspannung kommt, erzählen sie mir, dass sie wieder wandern waren, joggen gegangen sind oder ihre Freizeit anderweitig aktiv genutzt haben. Das ist alles toll und lobenswert, doch wenn ich nachfrage, wann sie das letzte Mal – ohne schlechtes Gewissen (!) – nichts getan haben, ernte ich oft verwirrte Blicke und langes Schweigen. Dabei sind Zeiten der Stille so wertvoll.

Damit mich niemand falsch versteht: Ich gestalte meine Freizeit sehr aktiv, bin gerne in der Natur und treffe mich viel mit Freunden. Doch ab und an genieße ich einfach das Nichts-Tun, schalte ganz bewusst alle Geräte aus und gebe mich – um es etwas blumig zu formulieren – der Stille und dem Müßiggang hin. Fragen Sie doch einfach mal sich selbst oder Ihre Freunde, wer mit sich und der Stille allein sein kann – Sie werden überrascht sein, wie schwer es Menschen fällt, sich dabei zu entspannen. Viele empfinden das eher als Belastung denn als Erholung und suchen dann fast schon krampfhaft nach einer “sinnvollen” Beschäftigung. Leo Babauta hat erst heute einen Beitrag mit dem schönen Titel “Why killing time isn’t a sin” geschrieben. Ich kann Ihnen den Artikel definitiv empfehlen, die Botschaft ist: Wir müssen nicht jede Minute produktiv sein, das Leben besteht nicht darin, die Zeit mit möglichst viel Arbeit zu füllen.

Zeitgenuss – Eine wertvolle Fähigkeit muss neu gelernt werden

Es geht hierbei nicht um Prokrastination – das möglichst lange Hinausschieben einer unangenehmen Arbeit – sondern um das ganz bewusste Genießen von Ruhezeiten und Stille. Egal ob Sie bei Anselm Grün, dem Dalai Lama, Martin Luther King, Einstein, Mark Twain oder irgendeiner anderen großen Persönlichkeit nachlesen: Sie alle haben sich immer wieder Aus- und Ruhezeiten genommen. Für einen religiösen Menschen ist das vielleicht die Zeit des Gebets, in der er Gott ganz nahe ist. Andere genießen die Stille und entdecken dabei ganz neue Seiten und Gefühle in sich. Wieder andere schalten einfach nur ab und denken an gar nichts, um der Informationsflut für kurze Zeit zu entkommen. Sicher ist: Es braucht Übung und Zeit, um die Stille und das Nichts-Tun wirklich zu genießen. Denn das haben die meisten Menschen leider durch das Berufs- und Privatleben und die vielfältigen Angebote verlernt.

Sie sollten übrigens damit rechnen, dass Sie in Stille und Ruhe neue und völlig unerwartete Gedanken und Gefühle erleben werden. Fast alle Coachees, die bewusst damit beginnen, stille Zeiten einzuplanen, berichten mir von seltsamen Empfindungen und Erlebnissen. Das sollte Sie jedoch nicht abschrecken, denn erstens gewöhnen Sie sich daran und zweitens entdecken Sie so oft Seiten, Gedanken und Gefühle in sich, die Sie in den aktiven Phasen gar nicht wahrnehmen können. Das macht diese Seiten jedoch nicht weniger wertvoll, im Gegenteil ist es für viele meiner Coachees wichtig, sich diese bewusst zu machen und Zugang dazu zu finden.

Genießen Sie Ihre Zeit – ohne schlechtes Gewissen

Der Einstieg in diese Zeiten der Stille ist einfach. Achtung: Ich schreibe bewusst “einfach” und nicht “leicht” – ein feiner aber wichtiger Unterschied. Planen Sie zu Beginn 15 Minuten Stille als festen Termin in Ihren Kalender ein. Als Vorbereitung schalten Sie dann alle Geräte ab, die Sie mit irgendwelchen Benachrichtigungen stören könnten. Teilen Sie Ihrer Familie oder Ihren Mitbewohnern mit, dass Sie in der nächsten Viertelstunde nicht gestört werden dürfen und stellen Sie sich einen Wecker für diesen Zeitraum. Setzen oder legen Sie sich dann ganz bequem hin, schließen Sie die Augen und beobachten Sie, was in Ihrem Inneren passiert. Natürlich werden Gedanken kommen. Wehren Sie sich nicht dagegen, akzeptieren Sie diese Gedanken – und lassen Sie diese dann los. Folgen Sie keinem davon, lassen Sie einfach alles an sich vorüberziehen. Ganz bewusst empfehle ich Ihnen nicht, auf Ihren Atmen oder Ihren Körper zu achten. Das sind gute Meditationstechniken – doch zu Beginn geht es hier wirklich nur darum, die Stille und das Allein-Sein mit sich selbst zu ertragen und sich nach und nach darin wohl zu fühlen.

Täglich 15 Minuten werden Sie garantiert finden, probieren Sie das mindestens vier Wochen lang aus, danach können Sie es immer noch aufgeben, wenn es Ihnen nichts bringt. Doch die meisten von Ihnen werden die Zeiten eher ausdehnen, denn: Stille kann nicht nur erholsam, sondern auch heilsam sein. Versuchen Sie es einfach. Und wenn Sie Fragen haben: Melden Sie sich in den Kommentaren, den Sozialen Netzwerken oder per E-Mail. Ich antworte Ihnen garantiert.

Porträt Christian Müller

Christian Müller

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Christian unterstützt als Kommunikationsberater Soziale Einrichtungen, Bildungsträger, KMU und Start Ups auf dem Weg in die digitale Kommunikation. Mit seinen Kunden entwickelt er Kommunikationsstrategien, schult Mitarbeiter und hilft dabei, die nötige Kompetenz inhouse aufzubauen. Das Ziel: Die individuell wichtigen Menschen zu erreichen, Gespräche zu initiieren und tragfähige (Kunden) Beziehungen aufzubauen.

Kommentare zu diesem Artikel

Weihnachten: Das ultimative Geschenk - sozial-pr  |   30. November 2012 um 12:32 Uhr

[…] Teilt Euren Lieben mit, dass ihr Euch – statt irgendwelches Zeug zu schenken – bewusst Zeit für sie nehmen wollt. Die erste Reaktion mag Unverständnis sein, doch ihr werdet Euch wundern, […]

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