Generative KI für Soziale Arbeit – Empfehlungen für Expert*innen und Informationsquellen

Zwei Personen arbeiten gemeinsam am Computer, während Sprechblasen mit „KI-Expert*innen“ und „KI-Informationsquellen“ sowie ein Glühbirnen-Symbol auf Ideen und KI-Recherche hinweisen.

Welche Quellen zu generativer Künstlicher Intelligenz sind für Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit empfehlenswert? Wo können sie sich auf dem Laufenden halten? Und welchen Expert*innen sollten sie folgen? Diese Fragen beantworte ich heute mit meinen ganz persönlichen Empfehlungen.

Kriterien und Hinweise zur Auswahl

Da Empfehlungslisten immer das Potenzial zu Missverständnissen haben, sind mir drei Aspekte gleich zu Beginn wichtig:

  1. Es handelt sich um meine ganz persönliche Übersicht, die ich basierend auf meiner eigenen Erfahrung und Nutzung kuratiere. Mein Fokus liegt darauf, Quellen und Personen zu nennen, die für die eingangs genannten Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit relevant und empfehlenswert sind. Wenn ich also Menschen oder Quellen nicht nenne, bedeutet das nur, dass ich denke, dass sie für diese Zielgruppen beim Thema KI nicht optimal sind. Es ist keine negative Aussage zu ihrer Kompetenz oder Qualität.
  2. Ich kuratiere hier nur Quellen und Menschen, die ich selbst nutze oder denen ich selbst folge. Wenn eine Person oder eine Quelle fehlt, die für euch wichtig und empfehlenswert ist, ergänzt sie bitte in den Kommentaren – Hinweis: Kommentare mit Eigenpromotion lösche ich kommentarlos, es geht mir um Empfehlungen von Nutzer*innen – und ich schaue sie mir an. Wenn ich sie in meine Rotation aufnehme, kommen sie im Lauf der Zeit auf die Liste.
  3. Der dritte und letzte Aspekt: Dieser Artikel und diese Liste leben. Ich veröffentliche die erste Version am Freitag, 20.02.2026. Nach und nach werde ich die Auswahl der genannten Expert*innen anpassen, aktualisieren und ausbauen. Wenn ich Updates vornehme, kennzeichne ich das mit einem Einschub und dem jeweiligen Datum der Aktualisierung. Auch deshalb sind eure Hinweise jederzeit willkommen. Wann immer ich gute Quellen oder neue Expert*innen finde, nehme ich sie auf.

Nach diesem Disclaimer und Hinweisen wird es Zeit für meine Empfehlungen in Sachen generative KI. Ich beginne sie mit Quellen, die Expert*innen folgen danach.

Einige der Quellen finden sich auch in meinem TaskCards-Board zu generativer KI. Da sie dort jedoch in der Menge der Informationen untergehen können, ich arbeite an einer besseren Struktur, nehme ich sie dennoch auf.

Empfehlenswerte Informationsquellen zur generativer KI für Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit

  • Künstliche Intelligenz der Beratung
    • Medium: Buch
    • Zielgruppe: Fachkräfte in der Beratung
    • Einordnung: Das Buch der geschätzten Kolleg*innen Emily Engelhardt und Stefan Kühne, beide findet ihr auch bei den Expert*innen auf dieser Liste, habe ich im Blog bereits rezensiert. Aus meiner Sicht eine klare Leseempfehlung für alle, die auch nur ansatzweise mit Beratung zu tun haben und sich ein Bild davon machen wollen, wie KI sich auf ihre Arbeit auswirken kann und wird.
  • Künstliche Intelligenz in der Sozialen Arbeit: Grundlagen für Theorie und Praxis
    • Medium: Buch
    • Zielgruppe: Alle Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit
    • Einordnung: Die Rezension dieses Buches steht in den nächsten Wochen an. Bis es soweit ist, lautet meine Empfehlung: kaufen – oder kostenlos herunterladen, das Buch ist Open Access – und lesen. Ich habe die Papierversion und das Buch ist jeden Cent wert. Wer einen umfassenden Überblick über KI und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit sucht, wird hier fündig. Nicht jeder Beitrag ist für jede und jeden interessant, aber ihr findet sicherlich mindestens einen lesenswerten Beitrag darin.
  • KI und Soziale Arbeit
    • Medium: Online Kurs
    • Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte, die sich dem Thema generative KI nähern
    • Einordnung: Auch wenn der kostenlose Online-Kurs, eine Kooperation der Technischen Hochschule Nürnberg und der Evangelischen Hochschule Nürnberg, jetzt schon einige Tage alt ist, gehört er für mich nach wie vor zu den besten Einstiegsangeboten in Sachen generative KI für Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit. Man merkt, dass der Kurs von Fachkräften der Sozialen Arbeit für Fachkräfte der Sozialen Arbeit gemacht ist.
  • KI-Campus
    • Medium: Online-Lernplattform
    • Einordnung: Der KI-Campus bietet eine wachsende Zahl an kostenlosen Seminaren rund um generative KI. Natürlich sind nicht alle für Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit relevant, die Level reichen von Einstiegskursen bis zu vertiefenden Kursen mit sehr technischem Einschlag. Wer jedoch den oben genannten Kurs der Technischen Hochschule und der Evangelischen Hochschule Nürnberg absolviert hat und mehr möchte, wird beim KI-Campus sicherlich fündig. Ich habe selbst einige der Kurse durchlaufen und suche mir immer wieder neue heraus. Vorbeischauen lohnt sich.
  • KI-Kompass inklusiv
    • Medium: Website
    • Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte mit Fokus auf berufliche Integration und inklusive Arbeitswelt
    • Einordnung: Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt bietet einige an Informationen rund um Inklusion am Arbeitsplatz und generative KI. Wer regelmäßig neue Beiträge erwartet wird vermutlich enttäuscht sein, wer sich jedoch Zeit nimmt, die veröffentlichten Inhalte in Ruhe durchzugehen, findet hier gute Tool-Tipps und nützliche Informationen.
  • Sozial-KI-Blog
    • Medium: Blog
    • Zielgruppe: Technisch interessierte oder für KI verantwortliche Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit
    • Einordnung: Sozial-KI ist ein deutsches KI-System, das von Fachkräften der Sozialen Arbeit betrieben wird. Da das Team Datenschutz ernst nimmt, ist es inzwischen mein Haupt-KI-System, das ich fast täglich nutze. Doch auch wenn ihr andere Systeme nutzt und euch für technische und strategische Aspekte generativer KI in sozialen Einrichtungen und Diensten interessiert, ist das Sozial-KI-Blog eine klare Leseempfehlung.

Bevor es mit den Expert*innen weitergeht, noch einige Hinweise auf lesenswerte Einzelbeiträge. Die Textsammlungen der KI-Veranstaltung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bieten euch einen guten Einstieg in das Thema der generativen KI.

Das Interview mit Professor Michael Garkisch in der neuen caritas bietet einen guten Blick aus der Vogelperspektive auf KI und Soziale Arbeit.

Und die KI-Leitlinie des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung habe ich in Blog und Podcast bereits vorgestellt, weil sie als Inspiration für eure eigenen KI-Regeln einfach sehr gut geeignet ist.

Expert*innen zu generative KI für Soziale Arbeit

  • Emily Engelhardt
    • Kommentar: Als Professorin für Digitale Transformation in Sozialen Handlungsfeldern und Gesellschaft an der Hochschule München ist Emily eine der Kolleg*innen, deren Meinung und Beiträge für mich immer relevant sind. Sowohl ihr Blog als auch ihr LinkedIn-Profil sind klare Folge- und Leseempfehlungen.
  • Stefan Kühne
    • Kommentar: Da ich sein gemeinsames Buch mit Emily Engelhardt bereits empfohlen habe, darf Stefan auf der Liste natürlich nicht fehlen. Seine Arbeit zu KI und Beratung ist auf jeden Fall empfehlenswert. Den besten Überblick über seine Arbeit bieten seine Website und sein LinkedIn Profil. Das leider eingestellte e-Beratungjournal ist auch nachträglich einen Blick wert.
  • Julia Junge
    • Kommentar: Mit ihrem KI-Selbstlernkurs und ihrer KI-Lernreise für NGO bietet Julia einige der besten Lern- und Qualifizierungsangebote rund um generative KI für die Zivilgesellschaft an. Ihre Angebote sind zwar nicht speziell auf die Soziale Arbeit ausgelegt, doch da ich einige sehr zufriedene Teilnehmende ihrer Angebote kenne, und ihre Beiträge und Arbeit online schätze, sind sie auch für Fach- und Führungskräfte eine klare Empfehlung. Sowohl ihre Website als auch ihr LinkedIn-Profil sind gute Anlaufstellen, um über Arbeit informiert zu bleiben.
  • Maik Meid
    • Kommentar: Maik gehört im besten Sinne des Wortes zu den Urgesteinen der NGO- und NPO-Online-Szene und hat seinen Fokus vor allem im Bereich Fundraising. Seine Website ist die beste Anlaufstelle, um ihm zu folgen. Auf LinkedIn findet ihr ihn auch. Maik veröffentlicht nicht viele Beiträge, doch das bedeutet nur, dass er am Arbeiten ist. Dafür sind die Beiträge, die er veröffentlicht, eine klare Leseempfehlung. Wie Julia Junge sollte auch Maik Meid auf der Liste der Trainer*innen stehen, wenn ihr Seminare und Workshops im passenden Themenbereich buchen wollt.
  • Nele Hirsch
    • Kommentar: Nele betreibt das eBildungslabor, ihr Fokus liegt daher, der Name lässt es erahnen, auf Bildungsthemen. KI ist, wie bei vielen der hier genannten Expert*innen, nur einer ihrer Themenbereiche. Was ich an ihr schätze, sind vor allem ihre menschenfreundliche und immer praxisorientierte Perspektive und ihre Hands-on-Mentalität, um mal ein wenig zu denglischen. Anders gesagt: Nele probiert viele KI-Möglichkeiten selbst aus und berichtet dann ungeschminkt, unterhaltsam und lehrreich über ihre Erfahrungen. Ihr neuestes Projekt, peerfeedback.de, ist ein schönes Beispiel für eine ihrer Praxisanwendungen. Auf LinkedIn ist Nele sehr aktiv, ihre Website und ihr Newsletter sind jedoch meine ersten Empfehlungen und absolut lesenswert.
  • Sandra Looß
    • Kommentar: Bei Sandra habe ich eine Weile überlegt, ob ich sie in diese Liste aufnehme oder nicht. Nicht wegen der Qualität ihrer Beiträge, die ist für mich klar, sondern wegen ihres Fokus und dem Level ihrer Inhalte. Sandra schreibt auf LinkedIn über die technisch-mathematische Seite von Machine Learning und KI. Die Mathematik in ihren Beiträgen ist für mich zu komplex, um sie komplett zu verstehen. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Ihre Beiträge sind eine hervorragende Inspirationsquelle, um mich a) mit den mathematischen Prinzipien von KI-Modellen und b) strategischen Aspekten von KI- und Machine-Learning-Systemen in Organisationen zu beschäftigen. Und genau für diesen letztgenannten Aspekt empfehle ich Sandras LinkedIn-Profil allen Führungskräften und KI-Verantwortlichen im Sozialen Bereich. Die Mathematik mag manchmal zu komplex sein, doch ihre strategischen Aspekte lohnen sich immer.
  • Karl Kratz
    • Kommentar: Karl kommt nicht aus dem Sozialen Bereich, und doch hat seine Denkweise viel mit der systemischen und vernetzten Arbeitsweise von Fachkräften der Sozialen Arbeit gemeinsam. Ich bin zahlendes Mitglied seiner KI-Community – die ich absolut empfehlen kann, wenn ihr eigene KI-Systeme aufsetzen und betreiben wollt –, doch auch seine kostenlos verfügbaren Artikel sind definitiv lesenswert. Nehmt euch gerne Kaffee oder Tee und etwas Zeit und schaut euch auf seiner Website um. Die Beiträge sind anspruchsvoll und tiefgehend. Für KI-Verantwortliche, Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit, die tiefer in generative KI einsteigen wollen und eine praxisorientierte und menschenfreundliche Perspektive suchen, lohnt sich die zeitliche Investition aber allemal. Auf LinkedIn ist Karl auch aktiv, seine Website ist aber klar die erste Anlaufstelle.
  • Thomas Schwenke
    • Kommentar: Thomas ist einer der beiden Expert*innen, denen ich in Sachen Datenschutz und bei Rechtsfragen vertraue. Er ist online auf vielen Plattformen sehr aktiv, aus eigener Erfahrung empfehle ich sein LinkedIn Profil, und seine Website für die neuesten Informationen. Auch sein Datenschutzgenerator und anderen Angebote nutze ich teilweise als zahlender Kunde und kann sie klar empfehlen. Wie immer gilt: Individuelle Rechtsberatung kostet natürlich Geld, so gut Thomas Artikel und Inhalte auch sind.
  • Astrid Christofori
    • Kommentar: Astrid ist die andere Expertin, auf deren Meinung und Einschätzung ich in Sachen Datenschutz und Rechtsfrage höre. Sie ist online längst nicht so aktiv wie Thomas Schwenke, doch gerade auf LinkedIn kuratiert Astrid durch bewusst geteilte Beiträge ganz hervorragende und lesenswerte Artikel und Informationen zu rechtlichen Fragen. Wenn euch ein ruhigerer Kommunikationsstil zusagt und ihr eine fachlich sauber kuratierte Auswahl relevanter Rechtsinfos sucht, solltet ihr Astrid folgen. Ihr Blog ist ebenfalls lesenswert, wenn auch nicht aus fachlichen Gründen, sondern wegen seiner schönen Impulse und Anregungen.


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