Soziale Arbeit ist eine Querschnittsprofession, und als solche muss sie die Digitalisierung auf gesellschaftlicher und struktureller Ebene mitgestalten. Doch dafür brauchen wir mehr digital affine Menschen im Sozialbereich – auch euch!
Bankgeschäfte, Behördengänge, Mobilität – vieles ist nur noch digital machbar. Doch was bedeutet das für Menschen, die kein Smartphone besitzen, denen digitale Kompetenzen fehlen oder die schlicht keine Daten preisgeben möchten? Digitalisierung muss inklusiv gedacht werden – und genau hier liegt die zentrale Aufgabe der Sozialen Arbeit.
Doch das gelingt nur mit digital affinen Fach- und Führungskräften, die sowohl die nötige soziale als auch die digitale Kompetenz mitbringen.
Digitalisierung ohne Soziales Denken führt zu Exklusion
Aktuelle Entwicklungen zeigen: Digitalisierung wird oft profit- oder kund*innenorientiert gedacht. Doch mit Kund*innen sind meist nur die zahlungskräftigen und wirtschaftlich interessanten Menschen gemeint.
So entstehen neue Barrieren. Wer kein Smartphone oder Internetzugang hat, wird von essenziellen Dienstleistungen ausgeschlossen (z. B. digitale Ermäßigungsanträge für finanziell benachteiligte Menschen).
Themen wie Datenschutz und Autonomie bleiben auf der Strecke. Nicht alle wollen oder können ihre Daten preisgeben. Das Recht auf ein analoges und privates Leben wird immer mehr infrage gestellt.
Ich bin davon überzeugt, dass Digitalisierung ein enormes Potenzial für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Gerechtigkeit bietet – wenn sie sozial gedacht wird. Genau hier fehlen der Sozialen Arbeit aktuell zu viele Stimmen.
Sozial Arbeit ist Querschnittsprofession, Digitalisierung Querschnittsthema
Sozialarbeitende sind prädestiniert, um Digitalisierungsprozesse kritisch zu begleiten – doch dafür müssen sie selbst digital fit sein:
- Querschnittsrolle nutzen: Ob bei Gesetzgebungsverfahren, kommunalen Digitalisierungsstrategien oder der Entwicklung von Apps – Sozialarbeitende müssen am Tisch sitzen, um Barrieren früh zu erkennen (z. B. fehlende Barrierefreiheit, sprachliche Hürden).
- Fachwissen und Digitalkompetenz vereinen: Nur wer beide Welten versteht, kann Lösungen entwickeln, die sozial positiv wirken – etwa durch hybride Zugänge (digital und analog) oder datensensible Alternativen.
- Lücken schließen: In den nächsten Jahren werden viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen und im Sozialsektor eine größere Lücke hinterlassen. Menschlich und fachlich. Auch deshalb brauchen wir Quereinsteiger*innen und neue Fachkräfte – auch mit digitaler Affinität.
Digital affin und sozial interessiert? Dann schaut euch Soziale Arbeit an!
Ihr arbeitet in der IT, im Projektmanagement oder der digitalen Kommunikation und sucht nach sinnstiftender Arbeit?
Dann bietet euch die Soziale Arbeit vielfältige Einsatzfelder. Von der digitalen Teilhabeberatung über die Entwicklung sozialer Apps bis hin zur Politikberatung findet fast jede*r eine passende Aufgabe.
Eine sinnstiftende Aufgabe mit sozialer Wirkung erwarte Euch sowieso. Eure Expertise kann helfen, Digitalisierung demokratischer und sozial gerechter zu gestalten.
Klar, der Einstieg erfordert Zeit und Engagement, aber der Bedarf an digital kompetenten Fachkräften im Sozialsektor ist groß.
Digitalisierung sozial denken – mit eurer Unterstützung!
Soziale Arbeit braucht Menschen, die Digitalisierung nicht nur technisch, sondern auch ethisch, und sozial inklusiv gestalten können.
Wenn ihr digitale Chancen sozial nutzen und Risiken minimieren wollt, seid ihr in der Sozialen Arbeit genau richtig! Bei Fragen schreibt mich gerne an, ich freue mich auf unseren Austausch.


Schreibe einen Kommentar