Passen KI und Wohlfahrt zusammen? Event-Rückblick zum Innovationsfonds Kick-Off 2024 in Limburg

Ein Bild des Veranstaltungsflyers der auf dem Tisch liegt

Passen KI, Innovation, Soziale Arbeit und Wohlfahrt zusammen? Nachdem ich beim Kick-Off des Innovationsfonds der Caritas Limburg zu Gast sein durfte, lautet meine Antwort: Ja, wenn ...

Um die im Teaser angerissene Antwort gleich zu Beginn zu vervollständigen: KI und Innovation passen dann mit Sozialer Arbeit und Wohlfahrt zusammen, wenn die nötige Offenheit und fachliche Unterstützung gegeben sind, um neue Wege zu gehen alte Denkmuster zu verlassen.

Genau das durfte ich am 08. Februar 2024 in Limburg erleben. Der Caritasverband für die Diözese Limburg hatte mich eingeladen, um den Kick-Off ihres Innovationsfonds 2024 als Podcaster mitzuerleben. Danke für die Einladung!

Transparenzhinweis: Der Caritasverband erstattet mir meine Reisekosten, ein Honorar oder gar redaktionellen Einfluss gibt es nicht. Was ihr hier lest und hört ist meine ganz subjektive Meinung und Erfahrung.

Das Team der Digital Product School war dabei und hat den Tag innovativ und professionell gestaltet. Wie sie, nach den Vorträgen der Expert*innen, die Arbeitsphasen gestaltet haben, fand ich sehr beeindruckend.

Bevor ihr unten den Podcast hören oder die Transkription lesen könnt, habe ich zuerst die in der Folge genannten Projekte und Personen als Linkliste für Euch:

Wie immer gilt: Die Transkription wurde automatisiert erstellt und von mir bearbeitet, kleinere Fehlerchen können aber drin sein. Wenn ihr welche findet: Ich freue mich über Hinweise.

Sozialgesprächpodcast zum Kick-Off 2024 des Innovationsfonds Limburg

[00:00:01.580] – Christian

Passen KI, Innovation und Wohlfahrt zusammen? Ja, wenn… ein Erfahrungsbericht vom Innovationsfonds Fachtag 2024 des Caritasverbandes für die Diözese Limburg.

[00:00:31.280] – Christian

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Sozialgespräch-Podcasts. Schön, dass du wieder dabei bist. Heute geht es einen kurzen Event-Rückblick, wenn ihr so wollt.

[00:00:47.540] – Christian

Und zwar war ich am 8. Februar in Limburg beim Fachtag des Innovationsfonds 2024. Untertitel war da „Mehr Zeit für Menschlichkeit. Künstliche Intelligenz in der Kommunikation, Pflege und Beratung.“. Veranstaltet wurde das Ganze vom Caritasverband für die Diözese Limburg und natürlich den dazugehörigen Innovationsfond.

[00:01:11.860] – Christian

Ich war dort auf Einladung des Caritasverbandes. Das heißt, ich wurde da mehr oder weniger als Medienschaffender und Podcaster eingeladen. Das Thema interessiert mich natürlich sehr, KI und Innovation in der Wohlfahrt. Ich kenne auch schon Julia Kleine und die Mitarbeitenden des Caritasverbandes Limburg und habe in der Vergangenheit mit denen gearbeitet. Deswegen habe ich mich sehr gefreut über die Einladung.

[00:01:35.560] – Christian

Aber volle Transparenz: Ich war tatsächlich eingeladen, bekomme auch Fahrtkosten und Co. Aber es gibt keinerlei redaktionellen Einfluss auf das Ganze hier. Den Podcast gestalte ich so, wie ich es für passend finde.

[00:01:49.370] – Christian

Und ich spreche heute auch über die Dinge, die ich besonders spannend fand. Und genau da will ich mal ansetzen, denn im Einladungs-Flyer beginnt das Ganze mit so einer Überschrift: „Wäre es nicht großartig, wenn …“ und dann kommen Gedanken und Fragen und Co. rund das Thema KI-Einsatz in Pflege, Beratung, Kommunikation und eben der Wohlfahrt ganz allgemein.

Die Expert*innen Dr. Gesa Linnemann und Dr. Robert Lehmann

[00:02:18.090] – Christian

Jetzt ist KI natürlich so ein Buzzword Thema, das gerade in der Gegend herumfliegt. Und das ist auch dem Caritasverband und dem Innovationsfonds klar. Und deswegen haben die Expert*innen eingeladen, das Thema ordentlich einzuordnen und auch fachlich zu beleuchten.

[00:02:32.480] – Gesa Linnemann

Mein Name ist Gesa Linnemann. Ich bin Professorin für Sozialpsychologie an der Katholischen Hochschule NRW in Köln. Heute bin ich hier mit dem Thema KI. Mich interessiert besonders die Interaktion von Mensch und KI. Die hat ja einige Vorteile und einige Fallstricke und ich habe heute hier einen Grundlagenvortrag gehabt, eine ganz kleine Einführung in das, was wir uns unter KI möglicherweise vorstellen können.

[00:02:57.950] – Christian

Dann hat mich natürlich noch interessiert, welche Muster, Erkenntnisse oder immer wieder aufkehrenden Themen Gesa Linnemann in ihrer Arbeit mit der Wohlfahrt rund ums Thema KI denn sieht.

[00:03:10.270] – Gesa Linnemann

Ach, schwer zu sagen. In der Forschung sehen wir natürlich, ich bin ja Psychologin, vom Hintergrund, bestimmte Tendenzen, die Menschen unabhängig vom Arbeitsbereich oder von den Funktionen zeigen und die mich auch sehr interessieren. Und wie überall haben wir ganz unterschiedlich hohes Interesse auch an dem Thema KI. Ich kann sagen, aus den Projekten, in denen ich tätig bin, auch eine hohe Offenheit und Begeisterung, vielleicht auch entgegen manchmal der Vorurteile, was die Bereiche betrifft.

[00:03:36.350] – Christian

Soziale Arbeit und Wohlfahrt sind also gar nicht so verschlossen, was diese Themen angeht. Dann hat mich aber noch interessiert, was Gesa Linnemann denn gerade so ganz persönlich am Thema KI fasziniert.

[00:03:48.550] – Gesa Linnemann

Ich bin ja an dem Thema schon länger dran und ich habe ja bei … Also für mich war so ein Punkt, ich programmiere ja auch und komme aus der Mensch-Maschine-Interaktion, habe über die Interaktion mit Sprachassistenten meine Promotion gemacht und mich interessiert dann aber auch wieder der Anwendungsbezug. Aber für mich war so ein Knackpunkt, nicht ChatGPT, die Veröffentlichung, sondern GPT2. Als ich da die Artikel gelesen habe in der Zeit, ich dachte: „Meine Güte, also Da war ich gerade an einem Fachbereich für Soziale Arbeit und beim Diözesan Caritasverband, dass ich dachte: „Warum haben wir keine breite Diskussion über GPT2?“ Und was mich interessiert und wo ich mit Kollegen jetzt auch sehr intensiv dran bin, ist sozusagen die Art, wir nennen das quasi soziale Beziehungen, wie wir mit solchen großen Sprachmodellen umgehen und wie wir da kommunizieren, wie wir projizieren auch auf die natürliche Sprache, mit der wir da interagieren. Es ist keine Beziehung wie zu einem Menschen. Es ist aber auch was anderes, als einen Knopf zu drücken. Und in dem Gebiet, das interessiert mich besonders im Moment.

[00:04:53.250] – Christian

Und das war natürlich auch Thema bei den weiteren Vorträgen, die dann noch kamen. Ein kurzer Hinweis zwischendrin: Ihr habt es gehört, im Hintergrund sind Gesprächsgeräusche zu hören, ab und zu sind immer so kleine Raschelgeräusche dann. Das liegt einfach daran, dass ich diese Interviews wirklich live vor Ort in der Location geführt habe und die Bedingungen natürlich nicht immer ideal waren.

[00:05:14.020] – Christian

Ich habe viel getan, das hier nachher auszugleichen, aber wenn es ab und zu mal nicht so perfekt ist von der Qualität, seht es einfach nach. Der Inhalt ist es wert, da bin ich mir ganz, ganz sicher.

[00:05:24.360] – Christian

Einer der weiteren Vorträge an diesem Tag stammte dann von Dr. Robert Lehmann, der dann auch noch mal KI, aber vor allem die ganz konkrete Anwendung, im Sozialen eingeordnet hat. Und mit dem habe ich mich natürlich auch unterhalten.

[00:05:42.550] – Robert Lehmann

Mein Name ist Robert Lehmann. Ich bin von der Technischen Hochschule in Nürnberg. Ich bin da im Institut für E-Beratung, für Online-Beratung tätig. Meine Aufgabe war, glaube ich, so einen kleinen Einblick zu geben in die KI-Möglichkeiten zur Unterstützung von Beratungen in der Sozialen Arbeit.

[00:05:58.930] – Christian

Und weil Professor Dr. Robert Lehmann eben aus der Beratung kommt, aus diesem Kontext, ging es ihm natürlich auch darum, welche konkreten Probleme können wir denn angehen und welche Rolle kann KI denn dabei spielen?

[00:06:13.670] – Robert Lehmann

Die KI wird das sicher nicht lösen, aber die KI kann ein Ansatz sein, Menschen niedrigschwelligere, einfachere Hilfe zu gewährn, sicherlich nur in bestimmten Bereichen bei bestimmlichen Fragen, aber eben in bestimmten Bereichen doch eine neue Möglichkeit aufzubauen für Menschen in den verschiedenen diesen Problemlagen, Lösungsansätze für ihre Probleme zu finden.

[00:06:33.850] – Christian

Neben den beiden gehörten Expert*innen waren auch Lea Bergmann und Frank Eierdanz vom Verband für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft e.V., kurz vediso, mit einem Input dabei. Sie haben bestehende Digitalisierungsmöglichkeiten vorgestellt, die in Pflege und Beratung schon weiterhelfen.

[00:06:53.880] – Christian

Das war nicht unspannend, aber viel Neues war da jetzt auch nicht dabei, zumindest für mich nicht. Das liegt aber Natur der Sache, da ich mich ja schon länger mit dem Thema beschäftige.

Die Praxisprojekte CareMates und Altruio

[00:07:04.430] – Christian

Spannender fand ich da tatsächlich den Blick in die Praxis. Und den haben zwei Kolleginnen aus dem Münchner Raum, respektive aus Süddeutschland uns mitgebracht die zwei Projekte vorgestellt haben. Ich lasse die beiden einfach mal selber zu Wort kommen, denn sie können viel besser erklären, worum es dabei tatsächlich ging.

[00:07:24.600] – Lena Wirthmüller

Mein Name ist Lena Wirthmüller. Ich bin Referentin für Innovative Geschäftsentwicklung in der sozialen Arbeit beim Caritasverband München Freising.

[00:07:30.940] – Sonja Baier

Ja, Sonja Baier, auf der einen Seite Fachdienstleitung eines sozialpsychiatrischen Dienstes, Netzwerkpsychische Gesundheit im Landkreis Bad Hölz-Wolfertshausen und auf der anderen Seite Mitglied der Geschäftsleitung Caritas Zentren Oberbayern und Mitglied im KI, Team vor Ort.

[00:07:46.340] – Christian

Bevor die beiden jetzt ihre Projekte vorstellen, nur der kurze Hinweis, der wie immer gilt: zu allen Projekten, die ihr jetzt hört, findet ihr Links natürlich in den Show Notes, sodass ihr euch das Ganze auch online anschauen könnt.

[00:07:58.980] – Sonja Baier

Ja, das erste Das erste Projekt sind die CareMates. Die CareMates haben ein Programm entwickelt, mit denen Pflegedokumentation vereinfacht, erleichtert werden, sodass gerade die Aufnahmeprozesse weniger werden und so die Pflegenden, die Pflegekräfte, mehr Zeit an den Klientinnen, an den Patient:innen haben werden und Aufwand verringert wird. Das ist wunderbar und sehr entlastend für alle.

[00:08:22.760] – Christian

Das erste Projekt, die CareMates, richtet sich also sehr stark an die Fachkräfte im sozialen Bereich. Das zweite Projekt hat einen stärkeren Klient:innen-Fokus und das hören wir uns jetzt an.

[00:08:34.430] – Lena Wirthmüller

Altruio verfolgt die Idee, dass Klient:innen in der Sozialen Arbeit ihre ganzen Dokumente und Unterlagen, die sie für Antragsprozesse brauchen, zum Beispiel für Bürgergeld oder andere komplizierte Anträge für die Beratung immer schon mitbringen können, weil sie vorher von einer App ganz intelligent befragt werden und Hinweise bekommen, was sie alles brauchen und das alles in ihr Wallet an ihrem Smartphone speichern können.

[00:08:59.780] – Christian

Bei Alle genannten Projekte sind sehr cool, aber es sind eben Projekte, die der Natur nach temporär sind und sich Finanzierung kümmern müssen und wenn es langfristig gehen soll, tatsächlich die Verstetigung sich auch selber bemühen müssen und was ja ziemlich im Mittel bindet.

[00:09:16.250] – Christian

Vor vielen Jahren habe ich schon mal ein Video zum Thema die Projektfalle gemacht, wo ich die These aufgestellt habe, die, glaube ich, gar nicht so umstritten ist, dass wir uns mit reinem Projektarbeiten kaum einen Gefallen tun in der Wohlfahrt und Sozialwirtschaft, denn da uns einfach viel zu viel Erfahrung immer wieder verloren und wir sind viel zu viel mit den Strukturen, dem Erhalt der Strukturen beschäftigt.

[00:09:37.820] – Christian

Also habe ich Sonja und Lena gefragt, was die beiden sich für die Zukunft der Projekte und generell der Projektfinanzierung, Entwicklung in der Wohlfahrt und Sozialwirtschaft wünschen.

[00:09:50.040] – Sonja Baier

Ich finde es sehr wichtig, dass gerade dieses Innovative und dieses Offensein für neue Ideen, für zukunftsfähige Perspektiven und überhaupt das Offensein für Wünsche da ist und ihren Platz hat in allen sozialen Bereichen, weil dadurch was entstehen kann, was vielleicht vorher nicht da war. Und wir brauchen diese Prozesse, weiterzukommen, dran zu bleiben und auch Spaß zu haben, weil es sich was weiterentwickelt.

[00:10:15.050] – Lena Wirthmüller

Ich wünsche mir, dass in der Sozialwirtschaft auch künftig möglich sein wird und die Menschen sich auch trauen zu investieren in Innovation, in Digitalisierung. Und ich wünsche mir, dass die Sozialwirtschaft da nicht abgehängt wird, sondern dass wir auch schaffen, mal Schritte vorauszugehen und dass wir auch mal Pioniere sind im Bereich Digitalisierung, weil für unsere Klientinnen und für unsere Mitarbeitenden das einfach wahnsinnig wichtig ist, dass wir da auch weiterdenken.

Die Arbeitsphase unter Anleitung der Digital Product School

[00:10:42.750] – Christian

Ja, das hätte fast schon ein tolles Schlusswort sein können, denn genau das ist wichtig, dass wir in der Sozialwirtschaft und Sozialen Arbeit auch mal weiterdenken und vielleicht auch mal vorne dran sind bei Innovationsprozessen und nicht hinterherlaufen. Aber das war natürlich nicht das Schlusswort, denn an diesem Tag für den Innovationsfonds sollte es nicht nur Input und Inspiration gehen, sondern es gab eine ganz konkrete Frage, die im Raum stand und die die Teilnehmer anwenden, auch bearbeiten durften und zwar unter Anleitung.

[00:11:11.200] – Christian

Die Frage lautete: „Wie kann KI die Caritas im Bistum Limburg unterstützen?“ Angeleitet mit wirklich sehr kreativen und auch agilen und innovativen Methoden – so würde ich es zumindest nennen – wurde das Ganze von der Digital Product School. Der Name lässt schon erahnen, dass das im ersten Augenblick nicht nach einer Organisation klingt, die man sofort in der Sozialwirtschaft erwarten würde.

[00:11:38.310] – Christian

Kleiner Hinweis: Wer das jetzt auch gedacht hat, wir sollten uns vielleicht mal überprüfen, denn der Tag hat gezeigt, das passt wunderbar zusammen. Und auch Sonja und Lena aus München und Umgebung haben tatsächlich mit der Digital Products School gearbeitet und ihre Projekte mit denen entwickelt. Während der Arbeitsphase habe ich so ein bisschen zugehört und gelauscht und mir das angeschaut und muss sagen, das war äußerst inspirierend,.

[00:12:04.930] – Christian

Sowohl methodisch, wie die Kollegen und Kolleginnen von der Digital Product School das gemacht haben, als auch, was die Offenheit der Kollegen und Kolleginnen des Caritasverbandes für die Diözese Limburg traf, denn die waren voller Begeisterung, Kreativität und wirklich viel Energie dabei und haben ganz tolle Ideen entwickelt.

[00:12:24.760] – Christian

In einer Kreativpause dieser langen Arbeitsphase habe ich mir Steffen von der Digital Products School geschnappt und ihn gefragt, was sie eigentlich genau mit den Leuten machen und wie es so läuft.

[00:12:35.910] – Steffen Kastner

Also ich bin Steffen Kastner. Ich bin Produktmanager bei der Digital Product School in München. Das ist ein Programm der Unternehmertum, halt digitale Innovation und Produktentwicklung voranzutreiben und gleichzeitig Talente zu befähigen, ihre ersten Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln. Unsere Rolle hier ist, quasi den nächsten Badge vorzubereiten, sprich der Caritas zu helfen, ein Thema zu finden, das sie dann einem unserer Studententeams anvertrauen und die dann in drei Monaten intensivst daran arbeiten und mit einer Lösung in die Ecke kommen, die der Caritas auch wirklich weiterhilft. Wir haben uns dafür ein spezielles Format ausgedacht beziehungsweise gewählt, hier die 50 Leute möglichst effektiv dahin zu bringen, dass sich jeder gehört fühlt und wir einen guten Überblick haben über die sogenannten Pain Points, die es in den verschiedenen Bereichen Caritas gibt.

[00:13:31.470] – Christian

Und das macht das Team der Digital Product School nicht erst seit gestern, sondern doch ab und zu und schon häufiger mit der Sozialwirtschaft. Da konnte ich mir die Frage nicht begreifen. Auf den ersten Blick passt das jetzt nicht unbedingt zur Wohlfahrt. Wie kam es dazu und was sind da eure Erfahrungen?

[00:13:47.270] – Steffen Kastner

Ja, auf den allerersten Blick gebe ich dir recht. Unser Konzept bei der DPS von Anfang an war, dass wir viel im Bereich Mobility gemacht haben mit unseren Partnern, die halt durch die Nähe zu München aus dem Mobility-Sektor kamen. Die hatten aber auch von Anfang an sogenannte Wild-Teams dabei, die nicht an einen Partner gebunden waren, sondern da waren die Studenten total frei, ein Thema zu wählen. Und diese Wild-Teams wurden vom Land Bayern gefördert und da gab es die Maßgabe, dass die durften sich jetzt nicht damit beschäftigen, „Wer will ich jetzt ein Krypto-Startup, was schnell reich wird, sondern die mussten soziale Themen bauen und sind dann auch relativ regelmäßig in den Sektor Pflege, haben sie sich damit auseinandergesetzt und da auch Lösungen gebaut. Und so sind wir dann halt auch attraktiv geworden für die sozialen Träger, die jetzt so wie die Caritas oder DRK war bei mehreren Badges schon dabei, halt dann Challenges reingegeben haben.

[00:14:47.850] – Christian

Eine der Methoden, die Steffen und sein Team angewendet haben in der Arbeit mit den 50 Teilnehmenden aus Limburg, war die Magic Button-Methode. Also sprich die Frage: Was würdest du ändern? Was würde es sich ändern, wenn du einen magischen Knopf hättest, den du drücken kannst und dann passiert das, was du dir wünschst?

[00:15:05.570] – Christian

Also habe ich Steffen gefragt: Was wäre dein Magic Button in der Zusammenarbeit mit der Sozialwirtschaft?

[00:15:12.210] – Steffen Kastner

Sehr gute Frage. Also mein Wunsch wäre, dass ich tatsächlich auf einen Knopf drücken könnte und wir könnten viel mehr sozialen Trägern helfen mit ihren Problemen, weil das ist schon sehr erfrischend. Du hast vorhin gesehen, was das auslösen kann und die Ich habe auch im Publikum gesehen, als das Chemets-Projekt vorgestellt wurde, wo wir neben mir gerufen wurden: „Das ist ja genial.“ Das kommt relativ schnell immer dann, wenn wir auch mit Sozialträgern zusammenarbeiten und das ist schon sehr befriedigend. Und ich wünsche, wir könnten da mehr von machen und wir hätten mehr Leute, das skalieren zu können.

[00:15:57.140] – Christian

Und dem Wunsch kann ich mich tatsächlich nur anschließen, denn wie gesagt, ich durfte die Atmosphäre mitbekommen, war da dabei und es war halt wirklich faszinierend, was sich da getan hat und auch auf welche Ideen die Teilnehmenden kamen und wie offen die auch für die Methoden waren, mit denen das Team der Digital Product School da gearbeitet hat.

[00:16:15.940] – Christian

Das Gespräch mit Steffen habe ich ja in einer Pause dieser Arbeitsphase aufgenommen. Mit Brigitte, einer Kollegin von Steffen von der Digital Product School, habe ich nach dem Ende aller Arbeitsphasen gesprochen und wollte von ihr wissen:

[00:16:28.580] – Christian

Wie war ihr Gesamteindruck Eindruck des Tages und auch von der Teilnehmenden?

[00:16:32.740] – Brigitte Weber

Ich bin Brigitte Weber. Ich bin Product Management Track Head bei der Digital Products School in München. Wir gehören zur Unternehmertum. Also heute ging es vor allem das Thema KI und da so die Berührungsängste zu nehmen innerhalb der Caritas und wir wurden eingeladen, die Leute zusammenzubringen und auch über ihre Probleme zu sprechen, die sie so im Alltag erleben und für diese Probleme auch Raum zu geben. Da eben auch gemeinsam Ideen zu generieren, die diese Probleme lösen könnten. Um einfach auch sich mal gegenseitig Fragen zu stellen und ein tieferes Verständnis für die Themen zu bekommen, die einen im Alltag beschäftigen. Ich fand, sie waren super offen Mir hat total gefallen, wie ohne jegliche Berührungsängste, sie schon in die Warm-up-Übung reingegangen sind und hier die Stühle alle auf den Kopf gestellt haben. Ich denke, das hat auch so ein bisschen das Eis gebrochen und die Leute haben sich super viel ausgetauscht. Wir haben Time Boxing gemacht und zehn Minuten waren nicht genug, sich auszutauschen. Wir haben sich jedes Mal ein paar Minuten mehr gewünscht.

Das Fazit der Organisator*innen des Kick-Offs

[00:17:39.890] – Christian

Also eine alles in allem sehr gelungene Veranstaltung. Das war auch mein Eindruck vor Ort. Und so was könnte man auch in anderen Caritas-Verbänden oder generell Wohlfahrtsverbänden, NGOs und Organisationen der sozialen Arbeit durchaus häufiger mal machen.

[00:17:55.450] – Christian

Aber mein Eindruck ist ja nur der externe Blick. Wie ging es denn den Leuten, die intern sind, also vom Caritasverband für die Diözese Limburg? Das habe ich Julia und Ruben, die für die Kommunikation und für die Organisation des Tages verantwortlich waren, vom Caritasverband gefragt. Und das haben die beiden gesagt.

[00:18:15.100] – Julia Kleine

Ich bin Julia Kleine. Ich bin Leitung für Verbands- und Projektmanagement und verantwortlich für die Durchführung und Themenfindung vom Innovationsfonds.

[00:18:24.900] – Ruben Rhensius

Ich bin Ruben Rhensius. Ich bin Referent für Leichte Sprache und barrierefreie Kommunikation und ich habe heute den Tag hier gemeinsam mit Julia Kleine organisiert.

[00:18:35.020] – Julia Kleine

Wir haben schnell entdeckt, dass künstliche Intelligenz ein Trendthema ist, dem sich auch die Caritas stellen muss und dass es aber auch zu groß ist, damit es die Ortsverbände alleine bewältigen können und auch nicht alleine ein DiCV (= Diözesan Caritasverband) Also war gesagt, getan, wir tun uns wieder zusammen und haben dann in einem partizipativen Prozess versucht, erst mal ein Format zu finden, wie wir dieses Thema gemeinsam bearbeiten. Und da kam ganz schnell heraus, ein Fachtag wie heute, bei dem wir Leute einladen, die mehr Ahnung davon haben als wir und gleichzeitig aber auch die Leute an den Tisch holen aus der Pflege und der Beratung, die damit umgehen müssen, weil die wissen, wo der Schuh drückt.

[00:19:14.550] – Ruben Rhensius

Ich bin ehrlich gesagt sehr zufrieden. Wir haben heute Morgen einen sehr guten theoretischen Einstieg in das Thema bekommen, konnten alle Teilnehmenden mitnehmen. Wir haben eine gute Basis gelegt. Bei der Mittagspause haben wir dann den Prozess gemeinsam mit der DPS uns überschaut und uns am Nachmittag in kleinen Gruppen schon Herausforderungen identifiziert, an denen wir weiter arbeiten können jetzt.

[00:19:36.410] – Julia Kleine

Ich bin total zufrieden. Das hat meine Erwartungen übertroffen. Einmal der Input von den Professoren, die genau das Thema auf den Punkt gebracht haben und auch unsere Sprache getroffen haben, aber auch das große Interesse und diese Neugier auf das Thema. In der Eingangsrede hieß es ja, 58% finden den Begriff KI unsympathisch, aber ich glaube, wenn wir jetzt hier am Schluss umfragen würden, dann wären es weiters weniger.

[00:20:04.200] – Christian

Ja, diesen Eindruck kann ich nur unterschreiben. Das habe ich auch so erlebt. Die meisten oder alle Anwesenden eigentlich waren am Schluss begeistert und der Tag hat sich definitiv gelohnt.

Schlusswort und Einladung für Vorschläge

[00:20:15.270] – Christian

Das Schlusswort mache ich diesmal aber nicht selber, das überlasse ich Professor Dr. Robert Lehmann, den ihr am Anfang gehört habt, denn da habe ich euch einen Teil seiner Antwort auf meine Frage, was es sich wünscht für KI und soziale Arbeit, unterschlagen.

[00:20:30.770] – Christian

Der Teil seiner Antwort war nämlich so gut, dass ich schon spontan vor Ort gesagt habe: „Ich habe gerade mein Schlusswort von dem Podcast gehört“ und genau das kriegt ihr jetzt gleich auch zu hören.

[00:20:42.650] – Christian

Ich sage schon mal danke für eure Zeit und Aufmerksamkeit und das ihr wieder reingehört habt. Der Sozialgespräch-Podcast erscheint jetzt wieder regelmäßiger.

[00:20:49.760] – Christian

Wenn ihr also GesprächspartnerInnen, Projekte und Co. Habt, die ich hier vorstellen sollte oder ein Event, das ihr ähnlich wie das hier gecovert haben wollt, dann meldet euch einfach Kontaktmöglichkeiten findet ihr in den Show Notes oder halt auf sozial-pr.net. Ich sage danke und Professor Dr. Robert Lehmann, Bühne frei für das Schlusswort.

[00:21:10.810] – Robert Lehmann

Also mein ganz, ganz großer Wunsch, sogar jenseits der KI, ist eine Welt ohne soziale Arbeit. Und zwar nicht, weil sie eingespart wird oder so, sondern weil wir eine Welt geschaffen haben, wo kein Mensch Probleme hat, die eine Soziale Arbeit brauchen.


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