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14.01.2021 Soziale Arbeit Von: Alexandra Konotopez 0 Kommentare

Digitale Erziehung – Teil II: Medienbildung und Vermittlung von Medienkompetenz in der Sozialen Arbeit

Die Bedeutung der Digitalisierung für die Soziale Arbeit wird seit Jahren hitzig diskutiert. Doch immer noch stehen Sozialarbeitende, besonders in der Kinder- und Jugendarbeit, vor massiven Herausforderungen. Hier erfahrt ihr welche Chancen der Medienbildung und Vermittlung von Medienkompetenz ihr trotzdem für euch nutzen könnt.
Tisch von oben, mit Computerbildschirm, Smartphone, Tasse Cappuccino, Blättern und Notizzetteln

Der berufliche Alltag ist gespickt mit zwischenmenschlichen Herausforderungen aller Art. Da ist eine kleinere oder größere Gruppe von Kollegen mit unterschiedlichen Charakteren, der mehr oder minder entgegenkommende Chef, die anspruchsvolle Kundschaft verschiedenster Couleur.

So oder so ähnlich sieht es wohl für die meisten von uns aus. Und das ist zugegebenermaßen schon völlig ausreichend, um einen Menschen ein Leben lang zu beschäftigen.

Doch um es nicht langweilig werden zu lassen, gibt es seit einiger Zeit etwas, das zunehmend Einzug in beinahe alle Berufsfelder hält und dabei an manch einer Stelle viel Sand aufwirbelt: die Technisierung und Digitalisierung der Arbeitsprozesse.

Da kommt sich der ein oder andere vielleicht vor, als müsste er wieder die Schulbank drücken. In diesem Fall die digitale Schulbank.

Je nachdem, welche medialen Kompetenzen bereits vorhanden sind, kann es auch erforderlich sein ganz von vorne anzufangen, bei den Grundschritten der digitalen Erziehung.

Heutzutage beginnt diese im besten Fall schon in sehr jungem Kindesalter und in der sicheren familiären Umgebung. Ist man darüber hinaus, fällt es manchmal schwer sich einen Zugang zu der digitalen Welt zu erschließen.

Und wenn das noch nicht genug wäre, schleicht sich nach einiger Zeit die Erkenntnis ein, dass digitale Erziehung nicht einfach irgendwann aufhört. Sie geht nur in eine andere Form des Medienkompetenz-Bereiches über.

Dieser Bereich ist Medienbildung und dauert so lange an, wie es etwas Neues über digitale Medien zu lernen gibt.

Besonders die sozialen Berufe werden sowohl von der Vermittlung von Medienkompetenzen als auch von der Medienbildung stark beeinflusst und stehen dadurch immer wieder in der Diskussion.

Pädagogik und Digitalisierung – wenn zwei Welten verschmelzen

Nachdem ich in meinem letzten Beitrag den Versuch gemacht habe Eltern mehr Mut zur digitalen Erziehung zuzusprechen, möchte ich in diesem Artikel den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in den Blick nehmen.

Hier stehen Erzieher, Pädagogen und Sozialarbeitende in den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe vor einer zweifachen Herausforderung der voranschreitenden Digitalisierung.

Einerseits sehen sie sich mit den Bedürfnissen ihrer jungen Klientel und deren wachsender digitaler Transformation konfrontiert.

Andererseits müssen sie sich selbst mehr und mehr mit medialen Möglichkeiten und Angeboten auseinandersetzen, um den Anschluss an die sich ändernden Bedürfnisse der Gesellschaft und damit die sich ändernden Anforderungen an ihren Beruf nicht zu verlieren.

Eine große Herausforderung mit vielen Hürden, und aus diesem Grund für viele potenzielle pädagogische Fachkräfte vielleicht abschreckend.

In den folgenden Abschnitten möchte ich die Möglichkeiten der Vermittlung von Medienkompetenz in der Kinder- und Jugendarbeit vorstellen.

Findet in diesem Artikel heraus, auf welche (digitalen) Hürden pädagogische Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit treffen und wie sie daraus mit der richtigen Einstellung echte Chancen für ihre berufliche und die persönliche Entwicklung ihrer Schützlinge machen können.

Digital vs. Sozial? – Warum digital und sozial zusammen gedacht werden sollten

So intensiv wie kaum ein anderer Beruf beschäftigt sich die Soziale Arbeit im Allgemeinen und die Kinder- und Jugendarbeit im Speziellen mit Kommunikation und Interaktion. Ein perfekter Nährboden für die Anwendung digitaler Angebote in der täglichen Arbeit.

Mittlerweile hat die Digitalisierung auch diesen Berufszweig voll erfasst und zunehmend entwickeln sich tolle und innovative Projekte rund um Entwicklung und Vermittlung von Medienkompetenz. Damit holt die Soziale Arbeit seit geraumer Zeit mit großen Schritten den anfänglichen Rückstand auf andere Arbeitsbereiche auf.

Dazu zählen sowohl staatlich geförderte Programme als auch individuelle Projekte von kreativen und engagierten Sozialarbeitenden mit unkonventionellen Denkweisen.

Am Ende des Artikels findest du eine Auflistung mit Seiten, die du dir anschauen solltest, wenn du dich näher mit dem Thema beschäftigen möchtest und Anregungen brauchst.

Digitale Kommunikation – Ob das wirklich zählt?

Wer von Berufs wegen in ständigem Kontakt mit Kindern und Jugendlichen steht, wird vielleicht bestätigen können, dass der Einsatz medialer Angebote auf diesem Gebiet mittlerweile fast unumgänglich geworden ist.

Kinder und Jugendliche bewegen sich heutzutage wie selbstverständlich durch digitale Räume. Der Übergang zwischen analoger und virtueller Welt ist längst fließend und niemanden fällt es so leicht sich frei in beiden Welten zu bewegen wie den Digital Natives.

Wie die aktuelle JIM-Studie des mpfs zeigt, verwendet die heutige Jugend digitale Angebote viel häufiger als noch vor etwa zehn Jahren. Im Pandemiejahr 2020 hat die Mediennutzung auf Grund der vielerorts fehlenden Freizeitbeschäftigungen sogar einen enormen Sprung gemacht.

Grafik aus der JIM-Studie 2020. Entwicklung tägliche Onlinenutzung 2010 bis 2020

Auch das Angebot an sich ist stark gewachsen und hat sich der Nachfrage angepasst.

Wo lässt sich also diese junge Zielgruppe besser erreichen als dort, wo sie sich zunehmend am häufigsten aufhält?

Wer sich in der Kinder- und Jugendarbeit also komplett von der Digitalisierung abwendet, steht über kurz oder lang vor der Bedrohung, den Kontakt zu der eigenen Zielgruppe zu verlieren.

Digitalisierung als (un-)überwindbare Hürde? – Das Ungleichgewicht zwischen Haben und Brauchen

Aus tiefster Überzeugung denke ich, dass Erzieher, Pädagogen und Sozialarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit einen der wichtigsten Beiträge für unsere Gesellschaft leisten. Sie erziehen und leiten unsere Kinder, unsere Zukunft.

Doch häufig sieht sich diese Berufsgruppe mit Problemen konfrontiert, die es ihr, meiner Meinung nach, unnötig schwer machen, ihren zentralen Auftrag zu erfüllen.

Vergessen wir einmal die zum Teil schlechte Bezahlung, die strenge Reglementierung der Arbeitsprozesse und eingeschränkte Handlungsspielräume. Konzentrieren wir uns hier nur auf die Digitalisierung.

Immer noch nimmt die Medienbildung und Vermittlung von Medienkompetenz an den meisten Ausbildungsstätten einen zu kleinen Stellenwert im Studium oder in der Ausbildung der neuen Generation an pädagogischen und sozialen Fachkräften ein.

Obwohl die veränderten Umstände des Berufes seit Jahren bekannt sind, findet die Anpassung der Lehrpläne nur sehr langsam statt. Doch eigentlich wäre hier schnelles und entschlossenes Handeln gefragt.

Doch leider scheitert es häufig nicht nur an der notwendigen Kompetenz, sondern auch massiv an der nötigen technischen Ausstattung. Und das betrifft sowohl die Mitarbeitenden als auch ihre Schützlinge.

Wie sollen sich Fachkräfte aus pädagogischen und sozialen Berufen bei diesem Ungleichgewicht zwischen Ansprüchen und Gegebenheiten das nötige digitale Wissen aneignen können?

Und was noch entscheidender ist: Wie sollen Kinder und Jugendliche so die nötigen digitalen Fertigkeiten erlernen, um gegen diejenigen, die es besser getroffen haben, zu bestehen?

Jetzt spürt der eine oder andere von euch vielleicht einen Anflug von Ernüchterung. Doch genau an dieser Stelle dürft ihr euch nicht entmutigen lassen.

Die Veränderung, die für eine bessere digitale Bildung und Erziehung notwendig ist, fängt mit euch an. Mit den Menschen, die in der Kinder- und Jugendarbeit ihre Berufung gefunden haben.

Vielleicht könnt ihr an den hier beschriebenen Problemen im ersten Moment nicht viel ändern, dafür wären umfangreiche bildungspolitische Reformen nötig. Doch ihr könnt anderen als gutes Beispiel mit Engagement und Kreativität vorangehen und so im Kleinen verändern, was euch am Herzen liegt.

Welche zwei Punkte ihr unbedingt angehen müsst, um die Veränderung sowohl unmittelbar und vor Ort, als auch langfristig und weitreichend anzustoßen, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Aber eins ist das Wichtigste: Ich dürft euch nicht entmutigen lassen.

Zwei Seiten einer Berufung – Medienbildung und Vermittlung von Medienkompetenz

1 – Was bedeutet Medienkompetenz in der Sozialen Arbeit / Kinder- und Jugendarbeit wirklich?

Wie so häufig geht es hier nicht nur darum die richtigen Knöpfe zu drücken. Es ist ein komplexer Prozess, der aus zwei größeren Bausteinen besteht.

Der erste Baustein ist die eigene, stetige Medienbildung. Oder anders ausgedrückt: Die ständige (Weiter-)Bildung auf dem Gebiet der digitalen Medien.

Dies schließt folgende Themenfelder mit ein, die jedoch einige Probleme des letzten Abschnitts aufgreifen und nicht immer ohne Umstände erreicht werden können:

Es liegt auf der Hand, dass die Medienlandschaft sich ständig verändert. Das macht den Fachbereich der Medienbildung zu einem fließenden, niemals endenden Lernprozess.

Um den Anschluss nicht zu verlieren, sollte dieser von jedem Mediennutzer regelmäßig mit Neugierde und Fleiß verfolgt werden.

2 – Worum geht es bei der Vermittlung von Medienkompetenz in der Sozialen Arbeit eigentlich?

Laut Mareike Schemmerling in ihrem Beitrag „Medienpädagogische Praxisarbeit für Kinder und Jugendliche – Leitlinien für qualitätsvolle Vorhaben zwischen Kontinuität und Wandel“ geht es um „qualitätsvolle(.) medienpädagogische(.) Praxisarbeit“ (Seite 51).

Erst nachdem die Medienbildung pädagogischer und sozialer Fachkräfte ein ausreichend hohes Niveau erreicht hat, kann daran gedacht werden dieses Wissen auch an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.

Diese brauchen in allen Bereichen des Lebens mehr oder minder starke Unterstützung durch fachkundige Erwachsene. Und es geht dabei nicht nur darum einen vollwertigen Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Es geht auch um Entdeckung und Entfaltung von Fähigkeiten und das Finden eines individuellen Ausdrucks, der es einem jeden Menschen ermöglicht ein erfülltes Leben zu führen.

In digitalen Räumen haben Kinder und Jugendliche eine (zweite) Welt, in der sie sich selbst ausprobieren und Neues lernen können.

Doch wie auch in der analogen Realität, finden sich auch in der virtuellen Welt viele Gefahren, auf die Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vorbereitet sind.

Grafik aus der KIM-Studie 2018. Probleme im Internet

An dieser Schnittstelle wird neben dem familiären auch das medienpädagogische Wissen von Fachkräften wichtig, die das Leben von Kindern und Jugendlichen begleiten.

Sie bieten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Unterstützung bei der sicheren Erkundung digitaler Räume.

In dieser geschützten Umgebung können diese nicht nur das selbstständige Agieren in sozialen Netzwerken erlernen. Sie können auch Schritt für Schritt auf potenzielle Gefahren und mögliche Umgangsformen damit vorbereitet werden.

Sie können des Weiteren auch dabei angeleitet werden, wie sich digital erforschte Talente und Kompetenzen auch im realen Alltag anwenden lassen. Gleichzeitig wird ihnen aber so auch die Grenze zwischen der analogen und der virtuellen Welt vor Augen geführt.

Diese Hilfe ist unerlässlich, damit Kinder und Jugendliche sich frei (weiter-)entwickeln und ihren Weg und ihren Platz auch in der digitalisierten Gesellschaft finden können.

Wenn die Nutzung digitaler Medien unter kompetenter Anleitung seitens der Familie und / oder pädagogischer und sozialer Fachkräfte stattfindet, kann dies zu vielerlei positiven Auswirkungen auf das Leben von Kindern und Jugendlichen haben. Dazu gehören:

Und das sind nur die wichtigsten Funktionen der Mediennutzung für Kinder und Jugendliche. Durch die rasante technische Entwicklung lässt sich nicht vorhersagen, welche Möglichkeiten sich in Zukunft noch ergeben werden.

Doch gleich welche Veränderungen sich auch entwickeln sollten: Kinder und Jugendliche werden immer eine sie leitende Hand eines kundigen Mediennutzers benötigen, um die Massen an Informationen des digitalen Angebotes sicher für sich nutzbar machen zu können.

7 Gründe warum digitale Arbeit in der Kinder- und Jugendarbeit rockt

1 – Was das (digitale) Herz begehrt – Kinder und Jugendliche besser verstehen lernen

Bewegst du dich als Erwachsener auf Plattformen und in Räumen, die bevorzugt von Kindern und Jugendlichen frequentiert werden, so wirfst du einen wertvollen Blick hinter die Kulissen.

Aus den Erfahrungen, die pädagogische und soziale Fachkräfte hier sammeln, können Bedürfnisse, Wünsche und auch Ängste der Zielgruppe abgeleitet und verstanden werden.

Dieses Wissen kann dann sowohl in der digitalen als auch in der analogen Welt auf (Problem-)Fälle angewendet werden und erleichtert die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen enorm.

2 – Den (digitalen) Spuren folgen – finde deine Zielgruppe im Netz

Einer der wichtigsten Gründe für das digitale Arbeiten in der Kinder- und Jugendarbeit wurde weiter oben bereits angerissen. In digitalen Räumen erreicht man diese junge Zielgruppe zunehmend besser.

Genau abgestimmte und aufbereitete Inhalte landen innerhalb weniger Momente wortwörtlich in den Händen vieler Tausender Kinder und Jugendlichen.

Dadurch, dass die relevanten Inhalte die Zielgruppe schneller erreichen, kann die Soziale Arbeit auch viel schneller Hilfestellung geben, wo sie dringend gebraucht wird.

Hände einer jungen Frau, die auf einem Handy tippt

Photo by Paul Hanaoka on Unsplash

3 – (Digitale) Möglichkeiten eröffnen – Hauptaufgabe in der Vermittlung von Medienkompetenz

Wer die (digitalen) Bedarfe seiner jungen Zielgruppe erstmal erkannt hat, kann diese leichter durch eine daraus formulierte Zielsetzung in die medienpädagogisch-soziale Praxis übersetzen.

Wer Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu mehr Medienkompetenz begleiten möchte, muss in der Lage sein, sie in der Praxis zu unterstützen.

Dabei sind sichere (digitale) Rahmenbedingungen unverzichtbar. Hier haben deine Schutzbefohlenen die Möglichkeit, Medienwissen und -kompetenz sowie (digitale) Selbstständigkeit ohne Gefahren, unter kompetenter Anleitung und Schritt für Schritt zu erwerben.

Dabei sollte das mediale Angebot nicht nur lehrreich sein, sondern auch abgestimmt auf das Alter und die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen.

Damit es dem Schützling auch nicht langweilig wird, sollte das digitale Angebot zudem auch Spaß machen, abwechslungsreich sein und die Kreativität anregen.

4- Aufklärung ist die halbe Miete – Präventiv-Arbeit leisten, (digitalen) Gefahren vorbeugen

Im virtuellen Raum entwickeln sich immer mehr potenzielle Gefahrquellen für Kinder und Jugendliche. Hier stoßen auch pädagogische und soziale Fachkräfte auf immer neue Herausforderungen in der Betreuung ihrer Schutzbefohlenen.

Je mehr du über die Gefahren informiert bist, desto frühzeitiger kannst du potenziell die Symptome eines Opfers von digitaler Gewalt erkennen und dementsprechend reagieren.

Auch übernimmt der Sozialarbeitende, der bei Kindern und Jugendlichen eventuell mehr Akzeptanz und Vertrauen genießt als z. B. das eigene Elternhaus, eine wichtige Rolle in der digitalen (Früh-)Aufklärung und kann damit auch wichtige Präventiv-Arbeit leisten.

Sobald geklärt ist, welche medialen Kenntnisse der Schützling bereits mitbringt, kann die Arbeit beginnen. Dazu gehören z. B. die Unterweisung in rechtlichen Regelungen oder auch die Vermittlung von Anlaufstellen bei auftretenden Problemen im Netz.

Häufig reicht es schon eine konstante Ansprechperson im Leben der Kinder und Jugendlichen zu etablieren, um den schlimmsten Problemen entgegenzuwirken.

5 – (Digitale) Bildung fürs Leben – Wie Medienkompetenz auch soziale Fähigkeiten fördern kann

Als pädagogische oder soziale Fachkraft nimmst du eine der leitenden Vorbildfunktionen für deine Schützlinge in Bezug auf sozialen Umgang sowie Vermittlung von ethisch-moralischen Werten und Normen ein.

Doch besonders in digitalen Räumen wird häufig vergessen, dass ein respektvolles Miteinander die Grundlage jeder demokratischen Gesellschaft ist.

Hier kommst du als digital geschulte Fachkraft ins Spiel. Du hast die Aufgabe deinen Schützlingen das differenzierte (digitale) Denken beizubringen. Mit deiner Hilfe lernen Kinder und Jugendliche mediale Inhalte zu bewerten, zu kritisieren und zu reflektieren.

So lernen sie sich ihre eigene Meinung zu bilden, Meinungsmanipulationen zu erkennen, politische Meinungsäußerungen und Werbung zu hinterfragen und auf Dauer ein eigenständiges Denk- und Entscheidungsmuster zu entwickeln.

Die besondere Herausforderung hier ist es die Meinungsbildung deiner Schutzbefohlenen zu fördern, ohne sie zu sehr in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Du kannst ihnen zeigen wie man kritisch hinterfragt und trotzdem neugierig und offen für Neues bleibt. Und du kannst sie positiv dabei anleiten ohne Vorurteile die Vielschichtigkeit der Menschen in unserer Welt kennen- und schätzen zu lernen.

Die Mühe, die hinter diesem Balanceakt steht, lohnt sich. Ein starkes Vorbild erhöht die Chance, dass Kinder und Jugendliche auch in ihrer Freizeit auf positiv-prägende Erfahrungen zurückgreifen werden.

Auf Dauer entwickeln sie durch dein Engagement die Kompetenzen, um die zukünftige Gesellschaft auf vielfältige Weise mitzugestalten und an der Richtung, die unsere Welt einschlägt – nicht nur digital – mitzuwirken.

6 – Falsch verbunden? – (Digitale) Kommunikation auf Augenhöhe

Wer mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten will, trifft als Erwachsener oft auf unsichtbare Grenzen zu einer selbstständigen kleinen Welt. Möchtest du hier eintreten und auch Akzeptanz des jungen Gegenübers finden, muss du erst die Regeln lernen.

Es geht darum die Sprache seines Gegenübers zu beherrschen, seine Interessen ernst zu nehmen und seine Wünsche zu verstehen. So erhöhst du deine Chancen als Gleichgesinnter akzeptiert, oder doch zumindest respektiert zu werden.

Besonders bei schwierigen Fällen von Autoritätsproblemen oder Bindungsängsten kann diese Basis darüber entscheiden, ob du helfen kannst oder nicht.

7 – Dein Engagement zählt – Mit Spaß an die (digitale) Arbeit gehen

Sich auf Neues einzulassen ist nicht immer einfach, aber es hält mehr bereit als Herausforderungen und Anstrengungen.

Neues zu lernen heißt sich auf Unbekanntes einzulassen, Unbekanntes, das spannend und aufregend sein kann. Etwas, bei dem du möglicherweise feststellt, dass du es toll findest oder besonders gut darin bist. Neues birgt auch neue Möglichkeiten für deine berufliche und persönliche Entwicklung.

Gehe neue Wege, probiere etwas aus und habe keine Angst auch mal einen Fehler zu machen. Auch aus Fehlern kannst du vieles lernen und deine Erfahrungen an deine Schutzbefohlenen weitergeben.

Dein Engagement ist gefragt. Du musst nicht alles mitmachen, such dir die Themen aus, die dir besonders am Herzen liegen und dich interessieren. So wird es dir leichter fallen dich mit neuen medialen Angeboten auseinanderzusetzen.

Alle, die der zunehmenden Digitalisierung ihres Arbeitsbereiches bis jetzt eventuell noch skeptisch gegenübergestanden haben: Hoffentlich konnte dieser Artikel eure Bedenken zerstreuen und euch vielleicht sogar neugierig machen.

Und wer immer noch ein mulmiges Gefühl hat, sollte sich bitte die folgende Frage stellen: Was hast du zu verlieren?

In der Digitalisierung liegt die Zukunft – Mach mit

Es ist wohl deutlich geworden, dass es sich nicht vermeiden lässt, gewisse Veränderungen in den Strukturen der Sozialen Arbeit vorzunehmen, um den Anschluss an die zunehmend digitalisierte Jugend von heute nicht zu verlieren.

Ein Prozess, der sich sowohl aufwendig als auch langwierig gestaltet.

Die teils veralteten Denk- und Handelsmuster einiger sozialer Einrichtungen zu durchbrechen und aufzuzeigen, dass in der Digitalisierung der Sozialen Arbeit viel Potenzial steckt, obliegt euch, den pädagogischen uns sozialen Fachkräften.

Ihr, die direkt am Klienten arbeiten. Ihr, die genau wissen, was die Kinder und Jugendlichen von heute brauchen und sich wünschen.

Habt keine Angst für die Interessen eurer jungen Schützlinge einzustehen, sie werden es euch tausendfach danken.

Wenn ihr euch deren uneingeschränktes Wohl immer vor Augen haltet, dann werdet ihr den besten Weg für euch und eure Arbeit instinktiv finden.

 

Webseiten mit anregenden Medien-Projekten und (Unterrichts-)Materialien sowie Vorstellung digitaler Tools und Anwendungen:

AGJF – Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten – Digital Miteinander

AGJF – Digitalisierung und (Internationale) Jugendarbeit – Zusammenstellung von Tools und weiterführenden Informationen

BLM – Bayerische Landeszentrale für neue Medien

BpB – Bundeszentrale für politische Bildung – Bildung im digitalen Wandel

DigiKids – Digitalkompetenzen für Kinder ab 4 Jahren

Digital und Sozial zusammenführen – dabei kann Benjamin Wockenfuß helfen

FSM – Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter – Seite für PädagogInnen

Gutes Aufwachsen mit Medien – Bundesweite Initiative für mehr Medienkompetenz

Handysektor – Pädagogenecke mit Zugriff auf (Unterrichts-)Materialien

JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Jugend und Medien – Das Informationsportal zur Förderung von Medienkompetenzen

Klicksafe – Aktuelle digitale Themen im Überblick, mit Zugang zu Materialien

LMZ – Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Medienpädagogik. Praxis-Blog – Ideen zu Medienprojekten

Safer Internet – Digitale Themen im Überblick, mit Zugang zu aktuellen Materialien

So geht Medien – Alles rund um das Thema Medien

Webhelm – Infoangebot für pädagogische Fachkräfte und interessierte Erwachsene

Studien und Berichte:

Jugendschutz.net – Kinder im Netz. Bericht 2019

mpfs – Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest – Aktuelle Basisuntersuchungen zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

Medien-Preise:

Dieter Baacke Preis – Die bundesweite Auszeichnung für medienpädagogische Projekte

mb21 – Deutscher Multi-Media-Preis für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Auswahl an Podcasts zum Thema Soziale Arbeit:

IdeeQuadrad – von Hendrik Epe

IWMM – Irgendwas mit Menschen – von Benedikt Geyer

SoziFon – von Marc Hasselbach

Porträt Alexandra Konotopez

Alexandra Konotopez

Die Liebe zum geschriebenen Wort liegt Alexandra in den Genen, eine Welt ohne Sprache und deren vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten mag sie sich gar nicht ausmalen. Und deshalb verbringt sie die meiste freie Zeit mit einem Buch in der Hand, bereitet nebenher einen eigenen Literaturblog vor, auf dem sie eines Tages auch ihre eigenen literarischen Kreationen veröffentlichen möchte und probiert sich auf unterschiedlichen Social-Media-Kanälen aus. Um die digitalen Sprachwelten und die Spielregeln der Social Media Community besser verstehen zu lernen und so ihren Blog und ihre berufliche Zukunft voranbringen zu können, absolviert sie zurzeit ein Praktikum bei Christian Müller.

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