Unsicherheit gestalten und gemeinsam Kraft tanken: Das Fachcamp 2026 in Essen

Gruppe engagierter Menschen in einem hellen Raum mit großen Fenstern, die gemeinsam an einem Tisch mit Laptops und Notizen arbeiten. Im Hintergrund steht der Text: 'Fachcamp Soziale Arbeit 2026 – Unsicherheit gestalten – Die Zukunft der Sozialen Arbeit' mit dem Datum 24.11.2026 und dem Hashtag #FCSoA. Das Bild symbolisiert Austausch, Zusammenarbeit und die proaktive Gestaltung von Herausforderungen in der Sozialen Arbeit.

Unsicherheit zieht sich seit vielen Monaten wie ein roter Faden durch meine Arbeit und Gespräche im sozialen Bereich. Egal, ob es um generative Künstliche Intelligenz (KI), digitales und menschenfreundliches Arbeiten oder die strategische Arbeit mit Führungskräften geht: Unsicherheit ist allgegenwärtig. Genau deshalb machen Hendrik und ich sie zum Fokus des nächsten Fachcamps Soziale Arbeit, kurz #FCSoA, am 24.11.2026.

Unsicherheit in der Sozialen Arbeit

Wie geht es mit der Finanzierung von Projekten und Diensten weiter? Wird KI unsere Arbeit grundlegend verändern? Wird unsere Arbeit überhaupt noch gesellschaftlich und politisch gewollt und akzeptiert? Das sind nur einige wenige der zahlreichen Fragen, die ich in meinen Workshops, Seminaren und Beratungsterminen im letzten Jahr gehört habe.

Immer war klar: Die Teilnehmenden, allesamt Fach- und Führungskräfte sowie Studierende der Sozialen Arbeit, hatten enormen Austauschbedarf und noch mehr Fragen. Ein Blick auf die globale und politische Lage, auch in Deutschland, zeigt, dass es an Gründen für Unsicherheit keinen Mangel gibt.

Die fast schon reflexhafte Reaktion auf solche Fragen und die geäußerten Ängste und Unsicherheit ist im sozialen Bereich der Ruf nach Resilienz. Doch die greift, zumindest in ihrer einfachen Form, zu kurz.


Fachcamp Soziale Arbeit: Die Daten

Wann: Dienstag, 24.11.2026, 09:00 bis 15:00 Uhr

Wo: Franz Sales Haus in Essen

Kosten: 40 Euro regulär, 20 Euro für Studierende

AnmeldungBitte über den Link zur Event-Seite

Zielgruppe: Fach-, und Führungskräfte sowie Studierende der Sozialen Arbeit


Hendrik Epe, mit dem ich das Fachcamp Soziale Arbeit wieder gemeinsam organisieren darf, benennt in seinem lesenswerten Artikel einen der beiden Aspekte dafür. Einfache Resilienz fokussiert sich „nur“ auf den Umgang und die Bewältigung der Krise, Probleme und Emotionen.

Hendrik nennt dann aber auch eine andere Variante der Resilienz, die sehr viel mehr Potenzial hat:

Reflexive Resilienz ist demgegenüber ein proaktiver Ansatz. Nicht die Reaktion nach dem Ereignis steht im Vordergrund, sondern das Antizipieren potenzieller Krisen und das vorausschauende Handeln, das Vorbereiten, bevor sie eintreten.

Der proaktive Aspekt ist hier entscheidend, denn Unsicherheit an sich war schon immer eine Konstante und wird das garantiert auch bleiben.

Gemeinsam geht’s deutlich leichter

Der zweite Grund, aus dem Resilienz zu kurz greift, ist ihre Perspektive. Denn Resilienz wird meistens auf die einzelne Organisation oder, mein Fokus, auf die einzelne Person bezogen. Selbst wenn es um Team-Resilienz geht, kann schnell der Eindruck entstehen, mit den Problemen und Fragen allein dazustehen.

Dabei geht es nicht darum, ob Supervision, Coaching oder andere Unterstützungsformen angeboten werden, die gibt es meistens. Das Problem sitzt tiefer, auf einer emotionalen Ebene. Sehr viele Fach- und noch mehr Führungskräfte, mit denen ich über Unsicherheit sprechen durfte, hatten das Gefühl, sie stünden allein mit ihren Fragen.

Manche dachten, andere hätten die Probleme längst für sich gelöst, ein Trugschluss, und wollten sich mit ihrer Frage nicht blamieren. Andere wollten nicht zur Last fallen, ein weit verbreitetes Phänomen bei sozialen Berufen, und vor allem Führungskräfte wollten ihren Teams und Mitarbeitenden gegenüber Sicherheit ausstrahlen.

Es ist zu einfach, solche Reaktionen und Gedanken als überholt, veraltet, falsche Haltung oder falsches Führungsverständnis abzutun. Denn intellektuell war den meisten meiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner klar, dass ihre emotionale Wahrnehmung vermutlich falsch lag. Doch das macht es nicht leichter, etwas dagegen zu tun.

Wenn sie sich dann überwanden und ihre Fragen laut stellten, ihre Ängste adressierten und ihre Unsicherheit offenbarten, passierte immer das Gleiche: Die anderen Teilnehmenden öffneten sich und es wurde klar, dass alle mit unterschiedlichen Varianten von Unsicherheit zu kämpfen haben.

Soziale Arbeit braucht offene Austauschräume

Dieser Austausch war in manchen Workshops der wichtigste Teil für die Teilnehmenden. Das spricht, so hoffe ich, nicht gegen meine fachlichen Inhalte und das eigentliche Thema der Workshops. Doch es zeigt: Der Austauschbedarf ist groß.

So wichtige Weiterbildungen, Fachtagungen und andere Formate sind: Wir brauchen mehr offene Austauschformate und -räume, die sich nicht auf Fachthemen und die Wissensvermittlung konzentrieren.

Ihr ahnt es: Genau hier setzen Hendrik und ich mit dem Fachcamp Soziale Arbeit an. Schon bei den ersten Durchgängen hat sich gezeigt, dass die Vernetzung und der Austausch im Barcamp-Format gut funktionieren und mehr Freiheit bieten als klassische Konferenzformate.

Das ist auch dieses Mal unser Ziel: Den Raum und Rahmen zu schaffen, in dem Ihr Eure Themen einbringen und Euch mit anderen Fach- und Führungskräften und natürlich auch Studierenden, der Sozialen Arbeit austauschen könnt.

Das Fachcamp Soziale Arbeit läuft dabei ganz barcamp-typisch ab: Wir treffen uns morgens, sammeln die Themen, die Ihr mitbringt und mit anderen bearbeiten wollt, und verteilen diese Themen dann, abhängig von der Interessenlage vor Ort, auf die Session-Slots.

Jede Session ist 45 Minuten lang und kann vom ungezwungenen Erfahrungsaustausch über eine Frage bis zum gemeinsamen Aussprechen für die mentale Gesundheit, auch gerne Dampfablassen genannt, reichen.

Natürlich könnt und sollt Ihr auch gerne Erfahrungen aus Eurer Arbeit einbringen. Nur eines braucht ein Barcamp nicht: PowerPoint-Folien-Schlachten. Es geht nicht um Selbstdarstellung, nicht ums Verkaufen, nicht um Pitches. Es geht darum, gemeinsam mit der Unsicherheit in all ihren Facetten umzugehen.

Wenn Euch das reizt, freuen wir uns darauf, Euch am 24.11.2026 in Essen im Franz Sales Haus zu begrüßen. Reguläre Tickets kosten 40 Euro, für Studierende sind es 20 Euro. Möglich werden die Preise durch die Unterstützung des Franz Sales Hauses. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön dafür.

Wenn Ihr Fragen habt, schreibt Hendrik oder mich gerne an oder kommentiert hier.

Sehen wir uns beim Fachcamp Soziale Arbeit in Essen?

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